Zurück zur Übersicht

Fack Ju Göthe

Meinungen
53

955 Bewertungen

Kinostart: 07.11.2013
FSK: 12
Genre: Komödie
Tags: Schule, Teenager, Liebe, Goethe

Verdahmt lustich

Nach dem riesigen Erfolg seiner Kinoversion von Türkisch für Anfänger bleibt Autor und Regisseur Bora Dağtekin auf bewährtem Terrain. Sein neuer Film Fack Ju Göhte bedient altbekannte Romcom-Klischees, hat aber die freche Lockerheit, die Dağtekins bisheriges Werk auszeichnet. Das mehr oder minder romantische Geplänkel der beiden Hauptfiguren erinnert natürlich an seinen größten Erfolg, und das nicht nur, weil erneut Elyas M’Barek die Hauptrolle spielt.

Zeki Müller (Elyas M’Barek) ist frisch aus dem Gefängnis entlassen worden. Jetzt möchte er die vergrabene Beute ausbuddeln, doch o Graus, auf dem Schulgelände steht mittlerweile eine Turnhalle auf dem Flecken, wo die Kohle vergraben ist. So bewirbt er sich als Aushilfslehrer, der äußerst unorthodox vorgeht, es mit einer echten Problemklasse zu tun bekommt und in der schüchternen Lehrerin Lisi (Karoline Herfurth) eine Verehrerin findet, die ihn anspornt, es mit dem Lehrertum richtig anzugehen. Chaos ist vorprogrammiert und der Funkenflug der Liebe ist natürlich auch dabei.

Wirklich originell ist die Geschichte von Fack Ju Göhte natürlich nicht. Die Wandlung vom Saulus zum Paulus, die M’Bareks Figur durchmacht, ist ein genretypischer Standard. Unter der rauen Schale steckt selbstverständlich ein weicher Kern. Und trotzdem: Der fast zweistündige Film ist stimmig, vor allem aber immens lustig. Dağtekin gelingt es, nicht nur aus der Situation heraus Komik zu erzeugen. Er setzt auch auf die flotten und schnoddrigen Dialoge, die schon bei Türkisch für Anfänger sein Markenzeichen waren.

Im Grunde sind Zeki und Lisi auch nur andere Namen für Cem und Lena – die Figuren gleichen einander immens. Das kommt M’Barek zugute, der eine Karriere damit aufziehen könnte, den coolen Macker zu geben. Aber er muss es nicht, er kann deutlich mehr, wie er in den immer wieder eingestreuten ruhigeren und gefühlvolleren Momenten zeigt, wenn Zekis Fassade bröckelt und Lisi und der Zuschauer einen Blick in seine Seele erhaschen können.

Anders als die typische RomCom setzt Fack Ju Göhte weit stärker auf den komischen Aspekt. Der wird durch das Fisch-aus-dem-Wasser-Prinzip bedient, wobei der Konflikt zwischen Lehrer und Konfliktklasse allerhand Stoff für Gag-Kaskaden bietet. Einiges ist dabei natürlich überzogen, aber darüber bügelt der Film leichtherzig hinweg – und als Zuschauer sieht man auch darüber hinweg, während man gut unterhalten von einem Gag zum nächsten getragen wird und am Ende noch unverblümte Romantik in Reinkultur geboten wird.

Dangerous Minds mit viel Humor, auch so könnte man Fack Ju Göhte beschreiben, der das Rad nicht neu erfindet, aber belegt, dass sich eine altbekannte Geschichte spritzig und mit einem Hauch Originalität erzählen lässt. Auf Bora Dağtekins weitere Filme darf man gespannt sein.

(Peter Osteried)

Daten & Fakten

Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2013
Länge: 118 (Min.)
Verleih: Constantin Film Verleih
Kinostart: 07.11.2013

Cast & Crew

Regie: Bora Dağtekin
Drehbuch: Bora Dağtekin
Kamera: Christof Wahl
Schnitt: Charles Ladmiral
Hauptdarsteller: Katja Riemann, Karoline Herfurth, Jana Pallaske, Alwara Höfels, Elyas M'Barek

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Kommentar Seiten « 1 2 3 4 5 »

Bisherige Meinungen

(Anzeige: 5 von insgesamt 53)
Von: Michael Sorger am: 30.03.14
Dieser Film lässt kein, aber auch gar kein Klischee aus, ist banal und ordinär. Also genau das Richtige für pubertierende Jugendliche, die glauben, Erwachsene mit ihrer ach so abgebrühten Coolness schocken zu müssen. Allerdings gehen auch Kinder ins Kino: In einer Nachmittagsvorstellung saßen wir zwischen acht- bis zwölfjährigen Mädels, die reichlich verschreckt und nervös ihre Popcorns futterten, sich sichtlich schämten und verdammt unwohl fühlten angesichts dieser gewollt vulgären Szenen. In einer Welt, in der jeder Dödel alles zu tun versucht, was ihm eine gut funktionierende und reichlich skrupellose Unterhaltungsindustrie vorsetzt, siegt offensichtlich immer der dümmste, geschmackloseste und unappetitlichste Gag. Das Gemeine: Einem Kinderpublikum werden Fragen beantwortet, die es gar nicht gestellt hat. Kurz: Der Film ist grottenschlecht, weder erotisch noch witzig, die Dialoge sind weder intelligent, noch zeugen sie von Schlagfertigkeit - allein die schauspielerische Leistung ist durchwegs gut. Dass so viele Menschen solche Peinlichkeiten lieben, hat wohl auch mit der jahrzehntelangen Berieselung durch das Privatfernsehen zu tun - Fremdschämen und Schadenfreude sind die herausragenden Eigenschaften unserer Zeit. Was mich wirklich wundert: Selbst in den schlechtesten Filmkritiken scheuen sich die Rezensenten, diesen Film in der Luft zu zerreißen...
Von: Siegfried Meissner am: 11.03.14
Wer hier einen Kommentar schreibt, sollte wenigstens etwas der deutschen Rechtschreibung mächtig sein und nicht solche Fehlerorgien wie Sarah produzieren!!!
Von: Sophia.Geiger am: 08.03.14
Dieser Film ist ever ever ever !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich liebe den Film.Er ist sooooooooooooooooooooooooooooooooooo toll. Das beste ist :Chantall heul leise oder wo hin gehen wir Herr Müller gehen wir Fantasialand oder Unterricht hat Angefangen Bummm oh mein Gott du blutest.Mann Herr Müller das ist Pipppgel das geht vielleicht nie mehr raus .Ich habe noch eine Frage: wann kommt der 2. Film raus und wann kommt er im Luxor Kino in schwetztingen. DANKE !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Von: elisabeth am: 08.03.14
ich finde, dieser film wird total überbewertet! alles besteht nur aus klischees,die witze sind uralt, einfallslos,geschmacklos und peinlich! außerdem spielt die hälfte des films im puff und drängt einem als mädchen förmlich auf so freizügig und sexy durch die gegend zu laufen wie irgend möglich, und das soll ein kinderfilm sein??? und selbst für einen jugendfilm finde ich es ziemlich heftig, dem zuschauer zu den eindruck zu vermitteln, dass man wenn man sich nicht wie eine prostituierte(oder wenigstens wie das klischee einer prostituierten) anzieht, ein spießer,streber und unten durch ist! dann wird mal eben so eine der hauptfiguren mit ko-tropfen zeitweise aus dem weg geräumt, als wäre das zeug ganz harmlos und nicht öfter mal mittel zur vergewaltigung... außerdem ist es meiner meinung nach ziemlich diskriminierend zu sagen, dass alle leute die kein abitur oder einen türkischen dialekt oder was auch immer haben, später durchgängig drogenabhängig, harz-IV-empfänger oder prostituierte werden. Es ist schon peinlich, dass so in film der erfolgreichse des vergangenen jahres ist und es sagt eine menge über unsere gesellschaft aus und wie tief wir schon gesunken sind.
Von: @jackline am: 26.02.14
Das ist noch eine ganze Weile hin. Stellt sich die Frage, ob der Film da überhaupt noch gezeigt wird.

Kommentar Seiten « 1 2 3 4 5 »

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Cineplex Kinos