Berlinale 2009: Panorama
Was mit dem Kauf einer Hose beginnt, endet kurz darauf schon im Bett. Ming (Chi Kin Lee), Verkäufer in einem Klamottenladen, lässt sich von Yan (Ben Yeung) nicht lange bitten und nimmt ihn mit zu sich nach Hause. In flagranti werden sie von Mings Mutter beim gemeinsamen Sex erwischt. Aus Verzweiflung springt sie aus dem Fenster. So beginnt das filmische Schicksal von Ming in Oi Do Chun / End Of Love von Hongkong-Filmregisseur Simon Chung, der im Panorama der Berlinale gezeigt wird.
Ming ist jung, attraktiv und schwul. Nach dem Unglück seiner Mutter gerät sein Leben aus dem Ruder. Er zieht bei Cyrus (Clifton Kwan) ein, dessen Leben sich hauptsächlich um Drogen und Partys dreht. Auch Ming liebt dieses wilde Leben. Schnelles Geld verdient er sich beim Sex mit fremden, reichen Männern. Yan gefällt dieser neue Lebensstil seines Freundes nicht und versucht ihn, davon abzubringen – jedoch ohne Erfolg. Aus Rache gibt er der Polizei einen Tipp und lässt Ming und seine "neuen Freunde" im Drogenrausch hochgehen. Ming landet in einem christlichen Rehabilitationszentrum, in dem er sich mit Keung (Guthrie Yip) anfreundet. Ming scheint wieder in geordnete Bahnen zu gelangen, doch als er entlassen wird, holt ihn seine Vergangenheit schneller ein, als er geglaubt hat.
Ming gehört zu dieser Sorte fragiler, vermeintlich hilfloser Menschen, die man trifft und sich daraufhin bei Einem automatisch der Beschützerinstinkt einzustellen scheint. Yan und Keung wollen beide nur das Beste für ihn, aber sie selbst sind es, die am Ende ebenso scheitern und genau das tun, was sie an Ming vorher kritisierten. Als Ming einmal von Yan Geld borgen will, gibt er es ihm es erst, nachdem Ming mit ihm geschlafen hat.
Oi Do Chun / End Of Love ist ein kleiner Independent-Film, der im Schwulenmilieu Hongkongs spielt. Hongkongfilmfans werden jedoch enttäuscht sein, da von der Metropole an sich und ihrer treibenden, brodelnden Kraft wenig zu sehen ist. Vielmehr wird hier die traditionelle konfuzianische Erziehung in Frage gestellt und gezeigt, wie es sich als junger, wilder, schwuler Mann in der ehemaligen britischen Kolonie lebt. Aber der Film hätte auch an fast jedem anderen Ort spielen können, denn wirklich chinesisch ist diese Thematik nicht. End Of Love berührt nicht und sobald man aus dem Kino geht, ist er schon wieder vergessen, so belanglos das Ganze. Fazit: Leider eine große Enttäuschung.
Der Regisseur Simon Chung hat in Toronto studiert, anschließend für Filmfirmen in Hongkong gearbeitet. Er ist Gründungsmitglied des unabhängigen Filmverleihs Ying E Chi. Das Drama Innocent (2005) war sein Spielfilmdebüt
(Katrin Knauth)
Ming ist jung, attraktiv und schwul. Nach dem Unglück seiner Mutter gerät sein Leben aus dem Ruder. Er zieht bei Cyrus (Clifton Kwan) ein, dessen Leben sich hauptsächlich um Drogen und Partys dreht. Auch Ming liebt dieses wilde Leben. Schnelles Geld verdient er sich beim Sex mit fremden, reichen Männern. Yan gefällt dieser neue Lebensstil seines Freundes nicht und versucht ihn, davon abzubringen – jedoch ohne Erfolg. Aus Rache gibt er der Polizei einen Tipp und lässt Ming und seine "neuen Freunde" im Drogenrausch hochgehen. Ming landet in einem christlichen Rehabilitationszentrum, in dem er sich mit Keung (Guthrie Yip) anfreundet. Ming scheint wieder in geordnete Bahnen zu gelangen, doch als er entlassen wird, holt ihn seine Vergangenheit schneller ein, als er geglaubt hat.
Ming gehört zu dieser Sorte fragiler, vermeintlich hilfloser Menschen, die man trifft und sich daraufhin bei Einem automatisch der Beschützerinstinkt einzustellen scheint. Yan und Keung wollen beide nur das Beste für ihn, aber sie selbst sind es, die am Ende ebenso scheitern und genau das tun, was sie an Ming vorher kritisierten. Als Ming einmal von Yan Geld borgen will, gibt er es ihm es erst, nachdem Ming mit ihm geschlafen hat.
Oi Do Chun / End Of Love ist ein kleiner Independent-Film, der im Schwulenmilieu Hongkongs spielt. Hongkongfilmfans werden jedoch enttäuscht sein, da von der Metropole an sich und ihrer treibenden, brodelnden Kraft wenig zu sehen ist. Vielmehr wird hier die traditionelle konfuzianische Erziehung in Frage gestellt und gezeigt, wie es sich als junger, wilder, schwuler Mann in der ehemaligen britischen Kolonie lebt. Aber der Film hätte auch an fast jedem anderen Ort spielen können, denn wirklich chinesisch ist diese Thematik nicht. End Of Love berührt nicht und sobald man aus dem Kino geht, ist er schon wieder vergessen, so belanglos das Ganze. Fazit: Leider eine große Enttäuschung.
Der Regisseur Simon Chung hat in Toronto studiert, anschließend für Filmfirmen in Hongkong gearbeitet. Er ist Gründungsmitglied des unabhängigen Filmverleihs Ying E Chi. Das Drama Innocent (2005) war sein Spielfilmdebüt
(Katrin Knauth)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
End Of Love
Produktionsjahr:
2008
Länge:
95 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
Simon Chung
Hauptdarsteller:
Chi Kin Lee, Guthrie Yip, Ben Yeung, Joman Chiang, Clifton Kwan
FILMBEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Artikel zum Thema
Alfred Holighaus verlässt die Berlinale
fucking different Tel Aviv
Berlinale 2009: Panorama Publikumspreis für "The Yes Men Fix The World"
Eden à l'ouest
Berlinale 2009: Goldener Bär für "La teta asustada"
Deutschland 09
Berlinale 2009: Filmkritiken im Überblick
Fig Trees
My One and Only
Strella
Claustrophobia
Katalin Varga
Berlinale verleiht ersten Goldenen Bären
Forever Enthralled
At Stake
The Yes Men Fix The World
Absolute Evil
La journée de la jupe
Meotjin haru
Miao Miao
Human Zoo
Lille soldat
The International
Die 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2009 – Die Berlinale in Zeiten der Krisen
Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Berlinale dokumentiert Erfolgskurs des deutschen Films
Berlinale: Deutsches Starensemble eröffnet Generation Kplus
Berlinale: Hannah Herzsprung in Jury für Besten Erstlingsfilm
TV5MONDE zum sechsten Mal offizieller Partner der Berlinale
Berlinale Kamera für Claude Chabrol und Günter Rohrbach
Berlinale präsentiert Jury für den Besten Erstlingsfilm
Berlinale: Teddy Award 2009 für Joe Dallesandro
Berlinale: Henning Mankell in Internationaler Jury
Fünf deutsche Filme im Berlinale Forum
Maren Kroymann Mitglied der Jury des Femina-Film-Preises
"Bigger than life" - Berlinale 2009 widmet Retrospektive dem 70 mm–Film
Berlinale 2009: Wettbewerb fast komplett
Panorama der Berlinale 2009 präsentiert weitere renommierte Regisseure
Berlinale: Programmauswahl der Perspektive Deutsches Kino abgeschlossen
Berlinale Shorts: 28 eigenwillige Blicke auf die Welt
Berlinale Talent Campus 2009 sehr beliebt beim Filmnachwuchs
Berlinale: "Panorama" stellt erste Titel vor
Berlinale: European Film Market trotzt Rezession
Berlinale 2009 wird digital
Berlinale: Perspektive Deutsches Kino eröffnet mit "Distanz"
Berlinale: Maren Ades "Alle Anderen" im Wettbewerb
Weltpremiere von Tom Tykwers "The International" eröffnet Berlinale 2009
Berlinale 2009: Tilda Swinton wird Jury-Präsidentin
Berlinale 2009 – Jury in der Sektion Perspektive Deutsches Kino gesucht
Friedrichstadtpalast wird Berlinale-Kino
Berlinale-Retrospektive widmet sich dem 70-mm-Film
Matthijs Wouter Knol wird Programmleiter des Berlinale Talent Campus
Berlinale 2009: Co-Production Market sucht Teilnehmer
Berlinale 2009: European Film Market expandiert
Neuerungen beim Berlinale-Team






