Eine wahre Geschichte
Originaltitel:
The Straight Story – TV-Tipp der Woche
Kinostart:
01.01.2006
Leserbewertung:
Freitag 22.12.2006, 3sat, 22:15 Uhr
Alvin Straight (Richard Farnswort) ist ein alter Mann jenseits der Siebzig, der in einem kleinen Nest namens Laurens in Iowa lebt. Als der schwerkranke und beinahe blinde Mann vom Schlaganfall seines Bruders Lyle in Wisconsin erfährt, beschließt er, diesen nach mehr als zehn Jahren eisigen Schweigens zwischen den beiden zu besuchen, um sich mit ihm vor dem Tod zu versöhnen. Gegen den erbitterten Widerstand seiner Tochter Rose (Sissy Spacek)schwingt sich der verarmte Farmer auf das einzige Transportmittel, das ihm noch geblieben ist – einen Rasenmäher mitsamt Anhänger für den Reiseproviant. Gemächlich vor sich hintuckernd durchquert der starrköpfige alte Mann das Herz der USA, bestaunt von den Menschen, denen er begegnet und mit denen er eine Weile verbringt. Doch aufhalten kann ihn nichts, denn mehrere Hundert Kilometer entfernt wartet ein Mensch auf ihn, mit dem er sich aussöhnen muss…
Die Geschichte um Alvin Straight ist tatsächlich passiert, der Protagonist dieses eindringlichen Road Movies verstarb 1997. Allerdings fand die Fahrt zu seinem Bruder bereits 1994, und nicht wie im Film behauptet 1998 statt. Dieses kleine Detail allerdings ändert nichts, aber auch gar nicht daran, dass David Lynchs Verfilmung dieser Episode zu den cineastischen Highlights der Neunziger gehört. Wahrscheinlich ist Eine wahre Geschichte / The Straight Story gerade deswegen einer der spektakulärsten Film David Lynchs, weil er so wenig Spektakuläres zu bieten hat – keine vertrackten Storylines, keine Tricks, keine Traumsequenzen, kein verzwickten Motivationen, die sich erst ganz langsam im Laufe des Films herausschälen. Langsam und bedächtig wie das sanfte Dahingleiten auf dem Rasenmäher der Marke John Deere entwickelt sich ein zutiefst menschliches Drama rund um den Menschen und was ihn – durchaus im doppelten Wortsinne – bewegt, eine lässige und stringente Studie über Amerika und eine bewegende Hommage an das Leben und die Gnade der Vergebung.
Fast hat es den Anschein, dass es dieser wahren Geschichte eines Helden des Alltags egal gewesen wäre, wer sie erzählen würde. Weil es fast nur diese nüchterne, lakonische, aufs Äußerste reduzierte und trotzdem anspielungsreiche Form der Narration geben konnte. So entsteht der unvergessliche Eindruck, dass bei diesem kontemplativen Film nicht David Lynch Regie geführt hat, sondern das Leben selbst. Und das ist zweifelsohne eines der größten Komplimente, das man einem Film machen kann.
(Joachim Kurz)
Die Geschichte um Alvin Straight ist tatsächlich passiert, der Protagonist dieses eindringlichen Road Movies verstarb 1997. Allerdings fand die Fahrt zu seinem Bruder bereits 1994, und nicht wie im Film behauptet 1998 statt. Dieses kleine Detail allerdings ändert nichts, aber auch gar nicht daran, dass David Lynchs Verfilmung dieser Episode zu den cineastischen Highlights der Neunziger gehört. Wahrscheinlich ist Eine wahre Geschichte / The Straight Story gerade deswegen einer der spektakulärsten Film David Lynchs, weil er so wenig Spektakuläres zu bieten hat – keine vertrackten Storylines, keine Tricks, keine Traumsequenzen, kein verzwickten Motivationen, die sich erst ganz langsam im Laufe des Films herausschälen. Langsam und bedächtig wie das sanfte Dahingleiten auf dem Rasenmäher der Marke John Deere entwickelt sich ein zutiefst menschliches Drama rund um den Menschen und was ihn – durchaus im doppelten Wortsinne – bewegt, eine lässige und stringente Studie über Amerika und eine bewegende Hommage an das Leben und die Gnade der Vergebung.
Fast hat es den Anschein, dass es dieser wahren Geschichte eines Helden des Alltags egal gewesen wäre, wer sie erzählen würde. Weil es fast nur diese nüchterne, lakonische, aufs Äußerste reduzierte und trotzdem anspielungsreiche Form der Narration geben konnte. So entsteht der unvergessliche Eindruck, dass bei diesem kontemplativen Film nicht David Lynch Regie geführt hat, sondern das Leben selbst. Und das ist zweifelsohne eines der größten Komplimente, das man einem Film machen kann.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Eine wahre Geschichte
Originaltitel:
The Straight Story – TV-Tipp der Woche
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
1999
Länge:
107 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2006
CAST & CREW
Regie:
David Lynch
Hauptdarsteller:
Sissy Spacek, Richard Farnsworth, Harry Dean Stanton, Jane Galloway Heitz
FILMBEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)





