Leichte Verwechslungsgefahr
Vor acht Jahren löste die Geschichte um den Pferdeflüsterer, der neben Pferden auch in menschliche Seelen gucken und diese heilen konnte, einen wahren Boom aus. Robert Redfort mit betont gleichgültiger Miene und langen Blicken in einer traumhaft weitläufigen Landschaft im mittleren Westen Amerikas war mehr als ein Publikumsmagnet. Was liegt also näher als diese Geschichte ein wenig abzuwandeln und neu zu verfilmen? So muss es auch der schwedischen Regielegende Lasse Hallström gegangen sein. Frauenschwarm Robert Redfort ist wieder ein einsamer Cowboy, Morgan Freemann erinnert in seiner Rolle als treuer und anspruchsloser Begleiters an seinen Charakter in Million Dollar Baby und den Mutter-Tochter-Konflikt zwischen Jennifer Lopez und Becca Gardner hat man auch schon gesehen. Ein ungezähmtes Leben als Abklatsch von Der Pferdeflüsterer zu betiteln, würde dem Film sicher nicht gerecht, aber die Parallelen erschlagen den Zuschauer förmlich.
Seit dem Tod seines Sohnes lebt Einar Gilkyson (Robert Redford) wie ein Eremit auf einer Ranch in Wyoming. Seine ganze Aufmerksamkeit gilt den Tieren und seinem verletzten Freund Mitch (Morgan Freeman), der von einem Bär angegriffen und fast bewegungsunfähig gebissen wurde. In dieses ruhig geordnete Leben treten eines Tages Einars Schwiegertochter Jean (Jennifer Lopez) und dessen Tochter Griff (Becca Gardner). Die beiden sind auf der Flucht vor Jeans gewalttätigem Ex-Freund Gary (Damian Lewis) und kein Ort auf der Welt scheint ihr sicherer als das Zuhause ihres verstorbenen Mannes. So stehen sich Einar und Jean elf Jahre nach der Beerdigung gegenüber und Einar lernt seine Enkelin kennen, von der er bis dahin nichts wusste. Das Verhältnis ist geprägt von Anspannung und gegenseitiger Skepsis und Aggression, Einar gibt Jean die Schuld am Unfalltod seines Sohnes, denn sie saß damals betrunken am Steuer. Mit der Zeit beginnt besonders Griff das Herz ihres Großvaters zu erweichen. Gerade als sich die verfeindeten Seiten ein wenig annähern, taucht Gary in der ländlichen Idylle auf. Der Familienzusammenhalt droht erneut zu zerbrechen.
Man sieht dem Film an, dass ein Könner am Werk war. Aber auch wenn die Einstellungen, Fahrten und Bildkompositionen ein Genuss sind, kann die Geschichte trotz aller Dramatik nicht mitreißen und überzeugen. Hallström stellt in seinen Filmen ungewöhnliche, aber doch alltägliche Figuren und deren Probleme in den Vordergrund. Die Inszenierung ist feinfühlig, aber die dauerhafte Ähnlichkeit zum Pferdeflüsterer irritiert. Spätestens wenn Robert Redfort anfängt mit dem Pferd zu sprechen oder seiner Enkeltochter das Autofahren beibringt, ist man mittendrin. Das Ensemble ist mit Redford, Jennifer Lopez und Morgan Freeman hochkarätig, dennoch bleibt besonders Lopez in ihrer Rolle blass. Ein ungezähmtes Leben ist ein ruhiges und feinfühliges Stück abseits den Mainstreams. Wer ein wenig Pathos ertragen kann und auf das Komplettpakat Landschaft, große Gefühle und Trauer nicht verzichten will, wird seine Freude haben. In den USA floppte der Film übrigens gewaltig, was sicher nicht nur an einem verschwindend geringen Marketing-Budget lag.
(Gesine Grassel)
Seit dem Tod seines Sohnes lebt Einar Gilkyson (Robert Redford) wie ein Eremit auf einer Ranch in Wyoming. Seine ganze Aufmerksamkeit gilt den Tieren und seinem verletzten Freund Mitch (Morgan Freeman), der von einem Bär angegriffen und fast bewegungsunfähig gebissen wurde. In dieses ruhig geordnete Leben treten eines Tages Einars Schwiegertochter Jean (Jennifer Lopez) und dessen Tochter Griff (Becca Gardner). Die beiden sind auf der Flucht vor Jeans gewalttätigem Ex-Freund Gary (Damian Lewis) und kein Ort auf der Welt scheint ihr sicherer als das Zuhause ihres verstorbenen Mannes. So stehen sich Einar und Jean elf Jahre nach der Beerdigung gegenüber und Einar lernt seine Enkelin kennen, von der er bis dahin nichts wusste. Das Verhältnis ist geprägt von Anspannung und gegenseitiger Skepsis und Aggression, Einar gibt Jean die Schuld am Unfalltod seines Sohnes, denn sie saß damals betrunken am Steuer. Mit der Zeit beginnt besonders Griff das Herz ihres Großvaters zu erweichen. Gerade als sich die verfeindeten Seiten ein wenig annähern, taucht Gary in der ländlichen Idylle auf. Der Familienzusammenhalt droht erneut zu zerbrechen.
Man sieht dem Film an, dass ein Könner am Werk war. Aber auch wenn die Einstellungen, Fahrten und Bildkompositionen ein Genuss sind, kann die Geschichte trotz aller Dramatik nicht mitreißen und überzeugen. Hallström stellt in seinen Filmen ungewöhnliche, aber doch alltägliche Figuren und deren Probleme in den Vordergrund. Die Inszenierung ist feinfühlig, aber die dauerhafte Ähnlichkeit zum Pferdeflüsterer irritiert. Spätestens wenn Robert Redfort anfängt mit dem Pferd zu sprechen oder seiner Enkeltochter das Autofahren beibringt, ist man mittendrin. Das Ensemble ist mit Redford, Jennifer Lopez und Morgan Freeman hochkarätig, dennoch bleibt besonders Lopez in ihrer Rolle blass. Ein ungezähmtes Leben ist ein ruhiges und feinfühliges Stück abseits den Mainstreams. Wer ein wenig Pathos ertragen kann und auf das Komplettpakat Landschaft, große Gefühle und Trauer nicht verzichten will, wird seine Freude haben. In den USA floppte der Film übrigens gewaltig, was sicher nicht nur an einem verschwindend geringen Marketing-Budget lag.
(Gesine Grassel)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Ein ungezähmtes Leben
Originaltitel:
An Unfinished Life
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2005
Länge:
108 (Min.)
Verleih:
Tobis
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
24.11.2005
CAST & CREW
Regie:
Lasse Hallström
Hauptdarsteller:
Robert Redford, Morgan Freeman, Jennifer Lopez, Becca Gardner, Josh Lucas
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: andy am: 02.12.06
toller film
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