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Ein Mann von Welt

Meinungen
6

4 Sterne aus 58 Bewertungen

Originaltitel: En ganske snill mann
Kinostart: 09.12.2010
FSK: 12
Genre: Komödie
Tags: Rache, Mord, Haftentlassung, Krimineller, Berlinale 2010

Ein skandinavischer Herrenwitz

Manchmal kann die vermaledeite Sache mit dem Sex ja ziemlich einfach sein. Man nehme beispielsweise einfach einen Ex-Knacki, der wegen Mordes zwölf Jahre abgesessen hat und quartiere diesen bei einer weniger attraktiven, dafür aber umso lüsterneren Dame fortgeschrittenen Alters ein. Überhaupt hat der Mann, um den es sich hier dreht, einen ziemlichen Schlag bei den Frauen: Ulrik (Stellan Skarsgård) kommt gerade aus dem Knast und wird von seinem fürsorglichen und ziemlich dämlichen Gangsterboss ausgerechnet bei dessen Schwester untergebracht, die neben einer ziemlich schlechten Laune und miserablen Kochkünsten immerhin über einen enormen sexuellen Appetit verfügt. Nebenbei arbeitet Ulrik beim Ex-Mann seiner Vermieterin in der Werkstatt als Automechaniker und soll auf Geheiß seines Gangsterbosses den Kerl umnieten, der ihn vor vielen Jahren verpfiffen hat. Ulrik aber will nichts weiter als seine Ruhe. Und er will sich endlich um seinen Sohn Geir kümmern, dem er nie ein richtiger Vater war ...

Hans Petter Molands Ein Mann von Welt reiht sich ein in die Tradition skandinavischer Komödien mit Humor der eher derb-skurrilen Art. Bei oftmals bodenständigen Witzen mit ordentlich Potential in Richtung Fremdschämen scheut sich der Film auch nicht, das ein oder andere Klischee über die holde Weiblichkeit einzubauen – vom miserablen Einparken bis zur (sexuellen) Unersättlichkeit wird hier kaum etwas ausgelassen. Doch auch der ernste Anteil der Geschichte, bei dem der Ex-Knacki all das wieder gutzumachen versucht, was er in den Jahren seines Gefängnisaufenthalts versäumt hat, ist ein sichtbarer Teil dieses kurzweiligen Films

Selbst wenn es ab und an etwas platt zugeht und man einen subtilen Humor und verschmitzte Betrachtungen hier eher vergebens sucht: dass Ein Mann von Welt beim Zuschauer wohl gut ankommen werden wird, lässt die kürzliche Filmkunstmesse in Leipzig erahnen. Denn dort wurde er innerhalb eines öffentlichen Vorabscreenings mit dem Publikumspreis als 'Bester Film' ausgezeichnet.

(Michael Spiegel)

Daten & Fakten

Produktionsland: Norwegen
Produktionsjahr: 2010
Länge: 103 (Min.)
Verleih: Neue Visionen
Kinostart: 09.12.2010

Cast & Crew

Regie: Hans Petter Moland
Drehbuch: Kim Fupz Aakeson
Kamera: Philip Øgaard
Schnitt: Jens Christian Fodstad
Hauptdarsteller: Bjørn Floberg, Stellan Skarsgård, Bjørn Sundquist, Gard Eidsvold, Jorunn Kjellsby

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 5 von insgesamt 6)
Von: Kalina am: 30.12.10
Ein schöner Film, oft häßlich, wie das Leben so ist, aber wenn man im sozialen untergrund zu hause war, kann man sich dort zurechtfinden, am schönsten ist das rote band des Nicht-Rauchens.Klischees gibts, klar, wie sollte es heute einen Film ohne geben(!!...!!!), aber die Schauspieler reissens 300 % raus.
Von: eLpapo am: 15.12.10
solide Skandinavische Kömödie, kommt nicht an Filme wie Dänische Delikatessen oder Adams Äpfel dran.(liegt vllt. daran das es ein Norwegischer film ist) denoch besser als alles was aus hollywood von Adam Sandler und Konsorten kommt.
Von: huebelschluse am: 06.12.10
Wer hier tiefgründiges Kino erwartet hat wohl die Vorankündigung nicht gelesen. Trockene skandinavische Pointen sind das was ich erwarte. Wer gestylte Hollywood- Schönheiten will hat sich hier verlaufen.
Von: khorinis am: 05.12.10
Also ich kann diesem Film absolut nichts abgewinnen. Weder die Handlung ist tiefgründig und ohne wirkliche Überraschungen noch sind die Schauspieler wirklich ansehnlich oder spielen gut. Die Dialoge wirken sehr hölzern und der Film zieht sich sehr in die Länge. WIrklich aufstoßen musste ich bei den Szenen in der Kellerwohnung von Ulrik.
Von: rainman am: 01.12.10
Der Film ist einfach genial. Hervorragende Schauspieler/innen. Tolle Charaktere, die zwar recht schräg daherkommen, aber glaubwürdig gespielt werden. Typisch norwegische Tiefgründigkeit. Selbst der "Killer" in dem Film ist nur ein Mensch, der eigentlich die ganze Zeit versucht, das Richtige zu tun, aber im Grunde sowieso keine Chance hat. Auch die Auswahl der Musik fand ich hervorragend. Aber geht hin und seht und hört selbst!!

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