Die Tigerentenbande - Der Film

Kinostart: 10.03.2011
FSK: o.Al.
Leserbewertung:
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Ente gut, alles gut

Bösewicht-Alarm! Der gemeine Sheriff Browning hat die Tigerente entführt. Ohne das gestreifte Maskottchen sieht es schlecht aus für Laika, Hannes und ihre Mäusefreunde Schischi und Tütü. Mit dem Hund Bergmann sind die Titelhelden von Irina Probosts Filmspaß für die Jüngsten im Publikum Die Tigerentenbande. Schuld am Diebstahl des gestreiften Holztieres sind die Rechenaufgaben. Weil Hannes Strohkopp in Mathematikunterricht wieder einmal ratlos ist, muss seine gesamte Klasse eine Strafarbeit schreiben. Aus Rache fordern die Klassenraufbolde von den Gringos Hannes zu einer Mutprobe heraus. Beim Barte Sheriff Brownings, von dem er ein Haar ausreißen soll. Wo Gringos und ein Sheriff sich herumtreiben, werfen auch Indianer ihre Schatten. Dank der magischen Unterstützung eines solchen gelingt Hannes plötzlich alles. Doch die neuentdeckten Kräfte sind nicht geheuer, was der miese Mäuserich Browning auszunutzt. Was aber ist die Tigerentenbande ohne die Tigerente?

Wie ein Geburtstagsgeschenk an den weltbekannten Kinderbuchautoren Janosch, aus dessen Figurenschatz die Regisseurin schöpft, wirkt das unbeschwerte Kinderabenteuer. Am 11. März, einen Tag, nachdem die Filmadaption der gleichnamigen Fernsehserie im Kino anläuft, wird der geistige Vater von Tigerente, Bär und Kleiner Tiger achtzig Jahre alt. Probosts Liebe zum Original verraten die detaillierten Zeichnungen. Aus verborgenen Wortspielen spricht die sanfte Ironie der Erzähler-Stimme des Autors. Besonders die Grundschüler im Publikum können auf den Schildern und Aufschriften in der kunterbunten Szenerie auf humorvolle Entdeckungsreise nach Silbendrehern und Ulknamen gehen. "Wenn du Freunde hast, brauchst du dich vor nichts zu fürchten", so heißt es vom Schöpfer der Tigerente persönlich. Die Worte Janoschs sind der tragende Grundsatz, der die kindgerechte Natürlichkeit der Handlung untermauert.

Das Märchenreich des Zeichners ist ein in sich geschlossener Kosmos der Unschuld und Naivität. Seine farbenfrohen Illustrationen erwecken im wörtlichen Sinne eine Bilderbuchwelt, in der echte Gefahren und Ängste weitgehend unbekannt sind. An die Stelle von Spannung tritt Neugier und fröhliche Abenteuerlust. Ob Janosch sich über die cineastische Gabe freut, bleibt offen. An Probosts für den Deutschen Filmpreis nominierter Verfilmung seines Klassikers Oh, wie schön ist Panama bemängelte er den geringen Bezug zur Vorlage. Dass Die Tigerentenbande nicht vor lauter Ehrfurcht gegenüber dem Original in Monotonie erstarrt, verrät schon ein Blick auf Hannes' Lehrer Birkenpappel. Dessen Aussehen und Akzent sind eine wohlmeinende Karikatur Janoschs. Wahre Abenteuer gibt es indes nur dort, wo es manchmal bedrohlich zugeht. Selbst für die Jüngsten ist Die Tigerentenbande ein wenig zu zahm, so sehr ist die Regisseurin darauf bedacht, ihr Publikum nicht zu verschrecken.

Dass die Tigerentenbande bei der Rettung ihres Maskottchens scheitert oder je etwas Schlimmes geschehen könnte, ist kaum vorstellbar. Dass es nicht vollends unmöglich scheint, ist die Stärke von Probosts Zeichentrickfilm, der auf dem ersten Band der Geschichten um Hannes Strohkopp basiert. Vor der Angst zu Versagen oder sich vor den selbstbewussten Gringos zu blamieren ist Hannes nicht gefeit. Wie stark der Wunsch ein anderer zu sein in dem nicht immer heldenhaften Helden ist, zeigt der Schatten des Indianers, den nur Hannes sieht. Neben dem ersehnten starken Beschützer verkörpert der Indianer Hannes' Wunsch-Ich. Dass eine Veränderung nicht zwangsläufig ein Wandel zum Bessern ist, erkennt Hannes erst, als seine zunehmende Selbstentfremdung auch ihn beklommen macht.

Ernsthafte Untertöne und weniger blauäugige Heiterkeit hätten dem Kinderfilm mehr Anspruch statt dem Prädikat "pädagogisch wertvoll" verliehen. So ist Die Tigerentenbande ein ebenso liebenswürdiger wie harmloser Unterhaltungsfilm. Gut gebrüllt, Tigerente. Aber ein bisschen wilder hättest du schon sein dürfen.

(Lida Bach)

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Die Tigerentenbande - Der Film
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2011
Länge: 65 (Min.)
Verleih: MFA Filmdistribution

VERÖFFENTLICHUNGEN

Kinostart: 10.03.2011

CAST & CREW

Drehbuch: Janosch
Schnitt: Peter Heynen

Trailer

Fotogalerie

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FILMBEWERTUNG

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Bisherige Kommentare (Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: bianca redhex@directbox.com am: 17.03.11
wer kann mir den titel + interpret des liedes nennen, welches ganz am schluß gespielt wird?
   
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