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Die Martins-Passion

Meinungen
5

5.0 Sterne aus 43 Bewertungen

Kinostart: 09.09.2004

Aus dem Leben eines Pianisten

Nahezu unglaublich und phantastisch klingt die Lebensgeschichte des brasilianischen Pianisten João Carlos Martins, der allen Widrigkeiten zum Trotz zum größten Bach-Interpreten nach Glenn Gould aufstieg. Und doch ist diese Passion wahr: Ende der sechziger Jahre begann der kometenhafte Aufstieg des Pianisten, der mit der gleichen Leidenschaft Fußball spielt wie er musiziert. Erst eine schwere Verletzung bringt sein Leben aus dem Gleichgewicht wirft den Star der Konzertsäle aus der Bahn. Ende der Neunziger scheint Martins’ Karriere endgültig beendet zu sein, ein Nerv der rechten Hand muss durchtrennt werden, anscheinend haben die langen Jahre des exzessiven Klavierspiels ihren Tribut gefordert. Doch Martins gibt nicht auf, verbissen arbeitet der nunmehr einhändig spielende Künstler an einem Comeback, indem er seine linke Hand so trainiert, dass sie fortan die Arbeit von zwei Händen verrichten kann, ein Ding der Unmöglichkeit. Doch das Wunder gelingt, bis sich dem Pianisten neue Hindernisse in den Weg stellen.

Der Filmemacherin Irene Langemann gelingt mit Die Martins-Passion nicht nur ein Film für Musikliebhaber, sondern auch ein Dokument eines eisernen Willens, einer Liebe und Hingabe zur Musik, die ihresgleichen sucht. Die Regisseurin selbst drückt es folgendermaßen aus: "Der Film ist für mich eine universelle Metapher für den Optimismus des Lebens. Es ist ein Film über einen Menschen, der nie aufgibt." Und genau das macht diesen Film neben der förmlich elektrisierenden, allgegenwärtigen Musik zu einem echten Erlebnis, die Übertragung eines (gleichwohl schillernden) Einzelschicksals auf die Gesamtheit.

Geschickt verbindet Die Martins-Passion Filmaufnahmen des Wunderkindes in seiner Jugend, Konzertmitschnitte, Begegnungen mit Freunden wie Pelé und Dave Brubeck sowie ausführliche Interviewpassagen, aber auch Aufnahmen des Leidens von Joao Carlos Martins miteinander und zeichnet so jenseits aller Rührseligkeit das Porträt eines Vollblutmusikers, der seine Kunst mit jeder Faser seines Körpers lebt. Auf dem renommierten TV-Festival von Biarritz erhielt der von ARTE und dem WDR co-produzierte Film den FIPA D’OR. Ein Fest für Musikfreunde.

Daten & Fakten

Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2004
Länge: 96 (Min.)
Verleih: Zephir Filmverleih
Kinostart: 09.09.2004

Cast & Crew

Regie: Irene Langemann

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 5 von insgesamt 5)
Von: Maximilian am: 01.03.06
Man muss Klaviermusik nicht "mögen" oder nicht, sondern sie nimmt einen gefangen, egal, welche Meinung vorher vertreten wurde. Ich bin selbst berauscht.
Von: Louise am: 01.03.06
Den ganzen Tag denkt man an nichts Anderes mehr.
Von: Nina aus Dresden am: 01.03.06
Schade, dass die 6 Sterne noch nicht angezeigt werden, weil sich ein zu kleines Publikum für dieses Meisterstück zusammenfindet. Traurig angesichts dieses allgemeinen Kinogeschmacks Deutschlands.
Von: Bossssssssssssse am: 01.03.06
Faszinierend und berauschend, ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht.
Von: klaus dieter wengen am: 30.03.05
Ein selten gelungenes Portrait eines Ausnahmepianisten.

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