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Die Brücken am Fluss

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4.5 Sterne aus 2 Bewertungen

Originaltitel: The Bridges of Madison County
FSK: 12
Genre: Drama
Tags: Liebesbeziehung, Fotograf, Tagebuch, Clint Eastwood, Farm, Iowa

Die sanfte Seite des Clint Eastwood

Als 1995 Die Brücken am Fluss nach dem erfolgreichen Debüt-Roman von Robert James Waller erschien, bei dem Clint Eastwood neben der damals für einen Oscar nominierten Meryl Streep auch die Hauptrolle übernahm, ging ein überraschtes Raunen durch die Filmwelten: Eine derart zarte, geradezu gemächliche und berührende Liebesgeschichte hatte man ihm wohl weder als Regisseur, noch als Darsteller zugetraut.

Erst nach dem Tod ihrer Mutter Francesca (Meryl Streep) erfahren Carolyn (Annie Corley) und Michael Johnson (Victor Slezak) aus ihren Tagebüchern, dass diese einst während der Abwesenheit ihres Mannes Richard (Jim Haynie) und ihrer Kinder ein paar Tage wohlig in Gesellschaft des Fotografen Robert Kincaid (Clint Eastwood) verbrachte, der durch die ländliche Region Iowas zog, um ihre typischen Brücken abzulichten, und dass es diese bedeutsame Begegnung war, die ihren letzten Wunsch inspirierte, ihre Asche von der Roseman Bridge streuen zu lassen. In Rückblicken eröffnet sich eine gleichermaßen sanfte wie intensive Zeit einer innigen Annäherung zweier Menschen, die sich als Seelenverwandte erkennen und ihrem im Grunde einsamen Leben damit den bittersüßen Zauber einer nachhaltigen, unerfüllten Sehnsucht abtrotzen.

Wärme, Geruhsamkeit und achtsame Zärtlichkeit bilden den Modus der Bewegungen, die sich in diesem heißen Sommer in Madison County zwischen Francesca und Robert ereignen, die als vermeintlich Fremde aufeinandertreffen und gemeinsam die urigen, überdachten Brücken besichtigen, deren charismatische Atmosphäre den Geist ihrer Verbindung flankiert. Reichlich Zeit und Raum gewährt Regisseur Clint Eastwood seinen Figuren für die Entfaltung einer Beziehung, dessen Kraft künftig in Abwesenheit und Verborgenheit wirken muss, wobei die Option, schlichtweg zusammenzubleiben, dramaturgisch früh ausgeschlossen wird. Darin besteht die schwelende Melancholie diese berührenden Filmes, der eben nicht leichtgängig mit Möglichkeiten spielt, sondern geradlinig jene besonderen Momente im Leben zelebriert, "wo man am schmerzlichsten Nie sagt" (Paul Celan).

(Marie Anderson)

Daten & Fakten

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1995
Länge: 125 (Min.)

Cast & Crew

Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: Richard LaGravenese
Kamera: Jack N. Green
Schnitt: Joel Cox
Musik: Lennie Niehaus
Hauptdarsteller: Meryl Streep, Clint Eastwood, Annie Corley, Victor Slezak, Jim Haynie

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