Der wilde Schlag meines Herzens - De battre mon coeur s'est arrêté
Kinostart:
22.09.2005
Leserbewertung:
Bemerkenswerter Anschlag
Es geht also auch anders herum: Gerade hatte man sich daran gewöhnt, dass Hollywood regelmäßig beim europäischen Kino abkupfert und erfolgreiche Filme einfach noch einmal neu auflegt, um dem heimischen Publikum ja nicht zu viel „Old Europe“ zumuten zu müssen. Der Erfolg der Neuverfilmungen für den US-Markt war manchmal eher bescheiden und dann wieder immens – siehe Spoorlos, Drei Männer und ein Baby und Insomnia. Nun hat sich der französische Regisseur Jacques Audiard eines alten amerikanischen Films aus dem Jahr 1977 angenommen, James Tobacks Thriller Fingers (Finger – Zärtlich und brutal), bei dem Harvey Keitel einst die Hauptrolle spielte und damit einen der bemerkenswertesten Filme der Berlinale 2005 hingezaubert – De battre mon coeur s\'est arrêté.
Tom ist ein charmanter Typ, gutaussehend witzig und schlagkräftig. Ein Schreibfehler? Nein, denn Tom bewegt sich in zwielichtigen Kreisen, verdient ein Geld mit dubiosen Immobiliengeschäften und entmietet auch mal auf die harte Tour. In dieser Hinsicht ist er wie sein Vater, denn auch der arbeitet in dieser brutalen Branche. Eines Tages fühlt er sich durch eine zufällige Begegnung mit dem ehemaligen Manager seiner Mutter dazu ermuntert, wie diese Klavier zu spielen und Konzertpianist zu werden. Möglicherweise ist das ja seine letzte Chance, seinem Leben noch eine andere Wendung zu geben und einen ganz anderen Lebensweg einzuschlagen. Um das hehre Ziel zu erreichen, nimmt er Unterricht bei der chinesischen Klaviervirtuosin Miao-Lin (Lhin-Dan Pham), die erst seit kurzem in Frankreich lebt und deshalb kein Wort Französisch spricht. Toms Frustration wächst, und dann haben da noch einige Leute aus seiner Vergangenheit eine Rechnung mit ihm offen...
Glaubhaft und genau gelingt es Jacques Audiard, die Wandlung des Schlägers zum – zumindest Möchtegern – Pianisten zu schildern und obwohl Tom nicht gerade der Typus Mensch ist, den man gerne zum Freund haben möchte, gelingt es Romain Duris (Programmkino-Gängern aus L’Auberge Espagnole bekannt) doch durch sein bemerkenswertes Spiel, dass man als Zuschauer doch mitfiebert, wie der Film wohl ausgeht. Und wenn man es nicht besser wüsste, würde man wohl jeden Eid darauf ablegen, dass der Film selbstverständlich urfranzösisch ist – und das ist nicht nur für ein Hollywood-Remake ein viel größeres Lob, als es manch anderer Film aus der Grande Nation vermuten ließe.
Tom ist ein charmanter Typ, gutaussehend witzig und schlagkräftig. Ein Schreibfehler? Nein, denn Tom bewegt sich in zwielichtigen Kreisen, verdient ein Geld mit dubiosen Immobiliengeschäften und entmietet auch mal auf die harte Tour. In dieser Hinsicht ist er wie sein Vater, denn auch der arbeitet in dieser brutalen Branche. Eines Tages fühlt er sich durch eine zufällige Begegnung mit dem ehemaligen Manager seiner Mutter dazu ermuntert, wie diese Klavier zu spielen und Konzertpianist zu werden. Möglicherweise ist das ja seine letzte Chance, seinem Leben noch eine andere Wendung zu geben und einen ganz anderen Lebensweg einzuschlagen. Um das hehre Ziel zu erreichen, nimmt er Unterricht bei der chinesischen Klaviervirtuosin Miao-Lin (Lhin-Dan Pham), die erst seit kurzem in Frankreich lebt und deshalb kein Wort Französisch spricht. Toms Frustration wächst, und dann haben da noch einige Leute aus seiner Vergangenheit eine Rechnung mit ihm offen...
Glaubhaft und genau gelingt es Jacques Audiard, die Wandlung des Schlägers zum – zumindest Möchtegern – Pianisten zu schildern und obwohl Tom nicht gerade der Typus Mensch ist, den man gerne zum Freund haben möchte, gelingt es Romain Duris (Programmkino-Gängern aus L’Auberge Espagnole bekannt) doch durch sein bemerkenswertes Spiel, dass man als Zuschauer doch mitfiebert, wie der Film wohl ausgeht. Und wenn man es nicht besser wüsste, würde man wohl jeden Eid darauf ablegen, dass der Film selbstverständlich urfranzösisch ist – und das ist nicht nur für ein Hollywood-Remake ein viel größeres Lob, als es manch anderer Film aus der Grande Nation vermuten ließe.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der wilde Schlag meines Herzens - De battre mon coeur s'est arrêté
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2004
Länge:
107 (Min.)
Verleih:
Concorde Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
22.09.2005
CAST & CREW
Regie:
Jacques Audiard
Hauptdarsteller:
Romain Duris, Aure Atika, Emmanuelle Devos, Niels Arestrup, Lhin-Dan Pham
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 7)
Von: matthias am: 03.09.09
weiß jemand den namen des werkes von chopin, das ziemlich früh im film zu hören war (Die Szene mit der kasette)? ich kriegs nicht mehr aus den ohren
Von: jürgen am: 29.03.06
Der Film an sich ist wirklich gut und erfrischend, aber der Schluss ist eine Katastrophe. Da hatte wohl jemand keine Lust mehr und hat dann mit dem Hammer den Ausknopf gedrückt
Von: @giulia Der Redaktör am: 13.10.05
Laut Aussagen des Verleihs wird der Soundtrack nicht in Deutschland erscheinen, aber in Frankreich ist er veröffentlicht und auf den normalen Wegen erhältlich. Schau also mal bei www.amazon.fr oder bei anderen Anbietern aus Frankreich
Von: giulia am: 13.10.05
ich fand den film beeindruckend.
mich würde interessieren, ob man den soundtrack irgendwo erwerben kann. schließlich wurde die filmmusik auch bei der berlinale prämiert. bisher habe ich jedoch nichts gefunden...
Von: Snacki am: 22.09.05
Rotzig, frech, frankophil - wie ein gutes Serge Gainsbourg Stück! Unbedingt zu empfehlen!
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