Mittwoch, 19.10. und Donnerstag, 20.10., ARD, jeweils 20:15 Uhr
Oliver Hirschbiegels Dokudrama Der Untergang war einer der erfolgreichsten Filme des vergangenen Kinojahres 2004 und zugleich einer der umstrittensten. Die Absicht des Films und seiner Macher war klar: Hitler, die Bestie, sollte als Mensch gezeigt werden, ganz ohne moralische Wertungen oder Erklärungen für die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Eine Herangehensweise, die bei vielen Kritikern zumindest Erstaunen und Befremden, wenn nicht gar ein deutliches Unbehagen oder schlichtweg Ekel hervorrief. So viel Naivität bei solch einem sensiblen Thema hatte offensichtlich niemand erwartet. Oder war es vielmehr die Erkenntnis, dass Filme mit Sujets, die im Dritten Reich angesiedelt sind, garantiert ein Kassenerfolg werden? War es eine schlau kalkulierte Rechnung, die Erfolge eines Guido Knopp auf die Leinwand zu übertragen? Ein Ausschlachten des Mythos?
Kritiker wie Dietrich Kuhlbrodt verwiesen darauf, dass eine Vermenschlichung von Adolf Hitler nicht gebraucht werde und gefährlich sei. Denn der Film könne sehr wohl als Vehikel begriffen werden, um den Führer „heim ins Reich" zu holen. Andere Medien sahen dies ganz anders, und Die Welt salbaderte über das milde schimmernde Antlitz des Führers, während die russischen Soldaten allenfalls als gesichtlose Horden aus dem Osten gezeigt werden. An den Kinokassen war allerdings von dieser Kontroverse wenig zu spüren, 4,5 Mio. Zuschauer wollten die letzten Tage des Dritten Reiches auf der Leinwand mit verfolgen.
Auch im Ausland wurde die „Wiederauferstehung“ des Gröfaz zur Kenntnis genommen und leidenschaftlich diskutiert, wobei sich hier mitunter merkwürdige neue Koalitionen auftaten. In Frankreich beispielsweise waren es Teile der linken Öffentlichkeit, die den Film lobten, während konservative Blätter das Werk in der Luft zerrissen. In anderen Ländern gab es ähnlich erregte Diskussionen, die es aber nicht verhindern konnte, dass Der Untergang zum deutschen Beitrag im Oscar-Wettbewerb um den besten nicht englischsprachigen Film gekürt wurde.
Eines hat der Film mit Sicherheit gezeigt: Wie gewaltig die Faszination des Bösen immer noch ist. Und daraus, so muss man folgern, ergibt sich fast zwangsläufig, dass der Prozess der Bewusstwerdung der Grauen des Nationalsozialismus keinesfalls abgeschlossen ist. Und das ist das eigentlich Erschreckende: Denn solange bei solchen Filmen Rechtsextreme und Neonazis bei jedem Wort applaudieren, liegt noch eine Menge Aufklärungsarbeit vor uns.
Ob der Film nun Teil dieser Aufklärungsarbeit, ein wohl kalkulierte Empörungsprodukt oder eine politische Nebelkerze ist, das muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Die ARD zeigt den Film nun in der um 30 Minuten längeren TV-Version als Zweiteiler.
Kritiker wie Dietrich Kuhlbrodt verwiesen darauf, dass eine Vermenschlichung von Adolf Hitler nicht gebraucht werde und gefährlich sei. Denn der Film könne sehr wohl als Vehikel begriffen werden, um den Führer „heim ins Reich" zu holen. Andere Medien sahen dies ganz anders, und Die Welt salbaderte über das milde schimmernde Antlitz des Führers, während die russischen Soldaten allenfalls als gesichtlose Horden aus dem Osten gezeigt werden. An den Kinokassen war allerdings von dieser Kontroverse wenig zu spüren, 4,5 Mio. Zuschauer wollten die letzten Tage des Dritten Reiches auf der Leinwand mit verfolgen.
Auch im Ausland wurde die „Wiederauferstehung“ des Gröfaz zur Kenntnis genommen und leidenschaftlich diskutiert, wobei sich hier mitunter merkwürdige neue Koalitionen auftaten. In Frankreich beispielsweise waren es Teile der linken Öffentlichkeit, die den Film lobten, während konservative Blätter das Werk in der Luft zerrissen. In anderen Ländern gab es ähnlich erregte Diskussionen, die es aber nicht verhindern konnte, dass Der Untergang zum deutschen Beitrag im Oscar-Wettbewerb um den besten nicht englischsprachigen Film gekürt wurde.
Eines hat der Film mit Sicherheit gezeigt: Wie gewaltig die Faszination des Bösen immer noch ist. Und daraus, so muss man folgern, ergibt sich fast zwangsläufig, dass der Prozess der Bewusstwerdung der Grauen des Nationalsozialismus keinesfalls abgeschlossen ist. Und das ist das eigentlich Erschreckende: Denn solange bei solchen Filmen Rechtsextreme und Neonazis bei jedem Wort applaudieren, liegt noch eine Menge Aufklärungsarbeit vor uns.
Ob der Film nun Teil dieser Aufklärungsarbeit, ein wohl kalkulierte Empörungsprodukt oder eine politische Nebelkerze ist, das muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Die ARD zeigt den Film nun in der um 30 Minuten längeren TV-Version als Zweiteiler.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der Untergang – TV-Tipp der Woche
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2004
Länge:
180 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2005
CAST & CREW
Regie:
Oliver Hirschbiegel
Hauptdarsteller:
Bruno Ganz, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Alexandra Maria Lara, Heino Ferch
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Jule am: 31.01.07
Damals fühlten wir uns noch wie Deutsche und jetzt ?
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