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Der Tango der Rashevskis – Le Tango des Rashevskis

Meinungen
2

4.1 Sterne aus 13 Bewertungen

Kinostart: 20.01.2005

Jüdisches Alltagsleben, Version 2.0

Es ist schon merkwürdig zu beobachten, wie jüdisches Alltagsleben bislang im Spielfilm, insbesondere im europäischen Arthouse-Kino vorkam – nämlich so gut wie gar nicht. Umso beachtlicher und begrüßenswerter ist es, dass nun binnen kurzer Zeit sich gleich zwei Beiträge mit dem ganzen normalen Leben einer jüdischen Familie im Europa beschäftigen – Alles auf Zucker von Dani Levy und Der Tango der Rashevskis von Sam Garbarski aus Frankreich. Und beide Filme beschäftigen sich mit dem Tod des Familienoberhauptes, der „Mamme“, deren Ableben die Familien in ein Tohuwabohu stürzt.

Das mag auch daran liegen, das die Rashevskis eine sehr liberale jüdische Familie sind. Als die Großmutter Rosa (Laurence Masliah) 81jährig verstirbt, wissen ihre Kinder und Enkelkinder nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Denn obwohl Rosa ihr Leben lang Religion im allgemeinen und Rabbis im besonderen hasste, hat sie zur Überraschung aller ein Grab auf dem jüdischen Friedhof reservieren lassen. Allerdings hat sie nicht festgelegt, nach welchem traditionellen jüdischen Ritus sie beerdigt werden möchte.

Doch damit nicht genug, die Probleme, die nun zu Tage kommen, reichen von Ninas (Tania Garbarski) Wunsch, eine jüdische Familie gründen zu wollen, bis hin zu Ric (Rudi Rosenberg) reicht, der seiner ausgerechnet muslimischen Freundin eine Heiratsantrag macht. Noch komplizierter wird es, als Antoine, ein nichtjüdischer Freund der Familie, auf der Beerdigung Nina wiedertrifft und sich in sie verliebt. Als er erfährt, dass sie nur einen jüdischen Mann heiraten könne, versucht er natürlich, eine Lösung zu finden, koste es, was es wolle...

Mit viel Humor zeichnet Sam Garbarski in Der Tango der Rashevskis das Porträt einer jüdischen Familie auf der Suche nach sich selbst nach, untermalt von melancholischen Tangoklängen des Komponisten Michael Galasso, der bereits Wong Kar Wais wunderbaren In The Mood For Love musikalisch untermalte. Ein Rhythmus, der die Verhältnisse und die Akteure immer wieder stets aufs Neue zum Tanzen bringt. Ein sehr zärtlicher und heiter-melancholischer Film, der manche verblüffenden Einsichten und jede Menge intelligenter Unterhaltung bietet und einer der Überraschungserfolge des letzten Kinojahres in Frankreich.

Daten & Fakten

Produktionsland: Frankreich
Produktionsjahr: 2003
Länge: 90 (Min.)
Verleih: Neue Visionen
Kinostart: 20.01.2005

Cast & Crew

Regie: Sam Garbarski
Hauptdarsteller: Laurence Masliah, Tania Garbarski, Rudi Rosenberg

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: am: 06.03.05
Poetischer Realismus und Feinsinn fürs Detail! Ein leiser und doch bemerkenswerter Film, voller Humor und Geist.
Von: am: 12.02.05
Ich fand Alles auf Zucker besser!!! Zu brav und langweilig.

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