Tragik, Komik und all die anderen Dinge des Lebens
Zart und gefühlvoll kommt er daher, ohne kitschig zu sein oder ins Lächerliche abzurutschen: Safy Nebbous Debütfilm Der Hals der Giraffe / Le Cou de la Girafe ist eine bewegende Familiengeschichte, in der die neunjährige Mathilde (Louisa Pili) ihren kranken Großvater aus dem Altersheim entführt, um ihn mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren und ein Familiengeheimnis zu lüften. Dazu nimmt die Neunjährige eine Menge auf sich. Eines Nachts schleicht sie sich aus der elterlichen Wohnung, in der sie mit ihrer allein stehenden Mutter Hélène (Sandrine Bonnaire) wohnt. Der Großvater Paul (Claude Rich) ist nach einem Schlaganfall im nahen Altersheim untergebracht, und so spaziert die Enkelin entlang der Bundesstraße durch die dunkle Nacht. Ihr Ziel ist klar: Sie will ihren Opa aus dem Heim entführen und die verschollene Großmutter finden, die die Familie vor 30 Jahren verlassen hatte.
In einem Stapel alter Briefe des Großvaters war der Neugierigen eine Nachricht der Großmutter in die Hände gefallen, die über Jahre versucht hatte Kontakt zu Paul und der Tochter Hélène aufzunehmen. Paul jedoch hielt die Briefe unter Verschluss. In Mathildes Händen wird aus den Zeilen ein Plan. Zunächst traut ihr Großvater seinen Augen nicht, als er plötzlich von Mathilde aus dem Schlaf gerissen wird. Dann aber erwacht seine Abenteuerlust. Zu gern lässt er die Heimbewohner und anonymen Zimmer hinter sich und schnappt sich den Minibus der Einrichtung, um 800 Kilometer quer durch Frankreich ins Küstenstädtchen Biarritz zu fahren. Am nächsten Morgen entdeckt Hélène, dass ihre Tochter und auch der Vater verschwunden sind. Sie entdeckt die Briefe und macht sich auf die Suche. Wenig später muss auch sie sich ihrer Vergangenheit stellen.
Die Reise in die Vergangenheit schafft klare Verhältnisse, ist aber ein beschwerlicher Weg. Um Mathildes Beziehung zur eigenen, gestressten Mutter zu Recht zu rücken, muss sich diese erst mit der eigenen Vergangenheit auseinander gesetzt und damit abgeschlossen haben. Paul blüht in seiner Abenteuerlust unerwartet auf, muss sich dabei gleichzeitig schmerzhaften Erinnerungen und Vorwürfen stellen. Mathilde gibt den Anstoß, um Geheimnisse und Lügen aufzudecken und zu bereinigen.
Diese rührende Familiengeschichte bietet neben aller Traurigkeit und ernsthaften Themen liebevoll eingebauten Humor und wächst damit ans Herz. Wenn die Bewohner des Altenheimes wie in bester Räuber-und-Gendarm-Manier das Verschwinden ihres Freundes vor den Pflegern verheimlichen, möchte man lachen und weinen gleichzeitig. Die nur knapp 90 Minuten des Filmes sind gefüllt mit einer handvoll Nebenbei-Geschichten, die alle eine eigene Verfilmung wert wären. Die Handlung aber wirkt stringent und verliert sich nicht Beiläufigkeiten. Nebbous leichte Erzählweise wirkt gepaart mit eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen fast märchenhaft, Figuren und Geschichte funktionieren über die zwischenmenschlichen Verhältnisse und klaren Charakterisierungen - die strenge Mutter, der ängstliche Großvater und das neugierige Kind. Zwei Handlungsstränge gehen ineinander über, um die Suche nach der Familienidentität auf ein gemeinsames Finale hinzutreiben. Die Macher des Filmes haben es sehr gut gemeint und mit viel Liebe eine eindrucksvolle und sensible Geschichte auf die Leinwand gezaubert.
Neben Preisen für das Drehbuch erhielt Der Hals der Giraffe / Le Cou de la Girafe unter anderem den Zuschauerpreis der Französischen Filmtage Dresden.
(Gesine Grassel)
In einem Stapel alter Briefe des Großvaters war der Neugierigen eine Nachricht der Großmutter in die Hände gefallen, die über Jahre versucht hatte Kontakt zu Paul und der Tochter Hélène aufzunehmen. Paul jedoch hielt die Briefe unter Verschluss. In Mathildes Händen wird aus den Zeilen ein Plan. Zunächst traut ihr Großvater seinen Augen nicht, als er plötzlich von Mathilde aus dem Schlaf gerissen wird. Dann aber erwacht seine Abenteuerlust. Zu gern lässt er die Heimbewohner und anonymen Zimmer hinter sich und schnappt sich den Minibus der Einrichtung, um 800 Kilometer quer durch Frankreich ins Küstenstädtchen Biarritz zu fahren. Am nächsten Morgen entdeckt Hélène, dass ihre Tochter und auch der Vater verschwunden sind. Sie entdeckt die Briefe und macht sich auf die Suche. Wenig später muss auch sie sich ihrer Vergangenheit stellen.
Die Reise in die Vergangenheit schafft klare Verhältnisse, ist aber ein beschwerlicher Weg. Um Mathildes Beziehung zur eigenen, gestressten Mutter zu Recht zu rücken, muss sich diese erst mit der eigenen Vergangenheit auseinander gesetzt und damit abgeschlossen haben. Paul blüht in seiner Abenteuerlust unerwartet auf, muss sich dabei gleichzeitig schmerzhaften Erinnerungen und Vorwürfen stellen. Mathilde gibt den Anstoß, um Geheimnisse und Lügen aufzudecken und zu bereinigen.
Diese rührende Familiengeschichte bietet neben aller Traurigkeit und ernsthaften Themen liebevoll eingebauten Humor und wächst damit ans Herz. Wenn die Bewohner des Altenheimes wie in bester Räuber-und-Gendarm-Manier das Verschwinden ihres Freundes vor den Pflegern verheimlichen, möchte man lachen und weinen gleichzeitig. Die nur knapp 90 Minuten des Filmes sind gefüllt mit einer handvoll Nebenbei-Geschichten, die alle eine eigene Verfilmung wert wären. Die Handlung aber wirkt stringent und verliert sich nicht Beiläufigkeiten. Nebbous leichte Erzählweise wirkt gepaart mit eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen fast märchenhaft, Figuren und Geschichte funktionieren über die zwischenmenschlichen Verhältnisse und klaren Charakterisierungen - die strenge Mutter, der ängstliche Großvater und das neugierige Kind. Zwei Handlungsstränge gehen ineinander über, um die Suche nach der Familienidentität auf ein gemeinsames Finale hinzutreiben. Die Macher des Filmes haben es sehr gut gemeint und mit viel Liebe eine eindrucksvolle und sensible Geschichte auf die Leinwand gezaubert.
Neben Preisen für das Drehbuch erhielt Der Hals der Giraffe / Le Cou de la Girafe unter anderem den Zuschauerpreis der Französischen Filmtage Dresden.
(Gesine Grassel)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der Hals der Giraffe
Originaltitel:
Le cou de la girafe
Produktionsland:
Frankreich, Belgien
Produktionsjahr:
2004
Länge:
84 (Min.)
Verleih:
Schwarz-Weiss Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
17.08.2006
CAST & CREW
Regie:
Safy Nebbou
Hauptdarsteller:
Sandrine Bonnaire, Louisa Pili, Claude Rich, Darry Cowl, Philippe Leroy
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 11)
Von: elke am: 11.08.11
Da es meinen 4 Kindern ähnlich ergeht wie Helene / der eigene Vater unterbindet jeglichen Kontakt zu mir, der leiblichen Mutter / hat mich der Film sehr beruehrt und mitgenommen. Ganz besonders der Schluss, als Helene und Mathilde mit der verwirrten Mutter/Oma sich auf dem Weg ins Heim machen. Vielleicht wird es mir eines Tages genau so ergehen.
Von: Josi am: 16.02.08
war richtig schön
und unteranderem auch lustig
das Ende war mir zu offen
Ich konnte leider nicht umhin die Untertitel zu lesen
(Ich habe ihn uaf Französisch gegukt)
Aber ich kann nur sagen: Suuuuuuuper schön !!
Von: sandra am: 29.01.08
perfekt dargestellt supoer süß udn herz zereissend!!bittersüßes ende!!
Von: Florence am: 11.10.07
Der Film ist sehr bewegend und nicht kitschig-einfach toll! Ich könnte ihn mir tausendmal ansehn..
Von: am: 22.10.06
Ein wunderbarer, genauer, leiser und komischer Film mit einem bittersüßen Ende!








