Lachen als Instrument der Politik
Es gibt sie immer mal wieder, diese magischen Bilder, die das Kino zu einem solch großartigen Erlebnis ungeahnter Intensität machen können. Wer erinnert sich nicht an Scarlett O’Hara in Vom Winde verweht auf dem Balkon ihrer zerstörten Südstaatenplantage, die Arme weit ausgesteckt und ihren Zorn und Widerstand in die Welt hinausschreiend? \"Nie mehr arm!\" Oder an den Blick zwischen Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in Casablanca?
Dem Berliner Kleinverleih Piffl Medien ist es zu verdanken, dass die deutschen Kinobesucher ab dem 30.12. einen vielleicht noch großartigeren Moment auf der Kinoleinwand erleben dürfen, in einem Film, der zu ähnlicher Zeit wie Vom Winde verweht entstand. Die Rede ist von Charlie Chaplins Der Große Diktator und die angesprochene Szene ist der Tanz des Diktators Adenoid Hynkel, gespielt von Charlie Chaplin selbst, mit der Weltkugel. Zärtlich blickt Hynkel auf den riesigen Globus, streichelt begehrenswerte Länder, Regionen und Rohstoffgebiete, bevor er die Kugel aufnimmt und einen grotesken Tanz mit ihr aufführt, der damit endet, dass der Globus, so wie die nationalsozialistischen Träume von einer Weltherrschaft, platzt.
Brilliante Bild- und Tonqualität
Seit einigen Jahren arbeiten die Cineteca di Bologna und das Kopierwerk Immagine Ritrovate im Auftrag der Chaplin Association an der Restaurierung der Filme Chaplins. Das Ausgangsmaterial für die Bild-Restaurierung von Der Große Diktator war eine vom Original-Negativ gezogene, gut erhaltene Filmkopie, die es ermöglichte, die originalen Kontraste und die Lichtbestimmung wiederherzustellen. Für die Tonbearbeitung stand ein Band der originalen Endmischung zur Verfügung. Mit Hilfe digitaler Technologien wurden Kratzer und andere Beschädigungen der Tonspur beseitigt. Als Ergebnis stehen heute Filmkopien in einer den Original-Vorgaben entsprechenden, bisher nicht gekannten, brillanten Bild- und Tonqualität zur Verfügung.
Die Warnung kam zu spät
Als Chaplin 1938 mit den Arbeiten zu Der Große Diktator begann, stieß er auf einigen Widerstand. Nicht wenige Amerikaner standen dem NS-Regime positiv gegenüber oder vertraten isolationistische Positionen. Ein Filme, der sich über das Staatsoberhaupt eines anderen Landes lustig machte, passte da nicht in das Konzept. Als Der Große Diktator schließlich in Europa uraufgeführt wurde, tobte bereits der 2. Weltkrieg. Am 16. Dezember 1940 wird der Film, auf dem Höhepunkt der deutschen Bombenangriffe auf England, in London erstmals aufgeführt. Die britische Zeitung New Statesman schrieb: \"Die beste Ermutigung, die man uns geben konnte\". Bei seiner eigentlich Premiere am 15. Oktober 1940 in New York waren die Reaktionen des Publikums noch gemischt gewesen. Kritiker monierten, dass der Film den Ereignissen in Europa nicht angemessen sei. Auch Chaplin urteilte später, dass er den Film so nicht gedreht hätte, wenn er sich des vollen Schreckens der NS-Herrschaft bewusst gewesen wäre.
Die Verwechselungsgeschichte über den kleinen Friseur und den irren Diktator nimmt heute den ihr gebührenden Platz in der Geschichte des Kinos ein, als einer der bedeutendsten Filme gegen den Faschismus. Um Charlie Chaplin zu zitieren: \"Was das Komische an Hitler betrifft, möchte ich nur sagen, dass es, wenn wir nicht ab und zu über Hitler lachen können, noch viel schlechter um uns bestellt ist als wir glauben. Es ist gesund zu lachen, auch über die dunkelsten Dinge des Lebens, sogar über den Tod. Lachen ist ein Stärkungsmittel, Lachen erleichtert; Lachen ist eine Atempause, die es ermöglicht, den Schmerz auszuhalten.\"
Unbedingt ansehen!
Dem Berliner Kleinverleih Piffl Medien ist es zu verdanken, dass die deutschen Kinobesucher ab dem 30.12. einen vielleicht noch großartigeren Moment auf der Kinoleinwand erleben dürfen, in einem Film, der zu ähnlicher Zeit wie Vom Winde verweht entstand. Die Rede ist von Charlie Chaplins Der Große Diktator und die angesprochene Szene ist der Tanz des Diktators Adenoid Hynkel, gespielt von Charlie Chaplin selbst, mit der Weltkugel. Zärtlich blickt Hynkel auf den riesigen Globus, streichelt begehrenswerte Länder, Regionen und Rohstoffgebiete, bevor er die Kugel aufnimmt und einen grotesken Tanz mit ihr aufführt, der damit endet, dass der Globus, so wie die nationalsozialistischen Träume von einer Weltherrschaft, platzt.
Brilliante Bild- und Tonqualität
Seit einigen Jahren arbeiten die Cineteca di Bologna und das Kopierwerk Immagine Ritrovate im Auftrag der Chaplin Association an der Restaurierung der Filme Chaplins. Das Ausgangsmaterial für die Bild-Restaurierung von Der Große Diktator war eine vom Original-Negativ gezogene, gut erhaltene Filmkopie, die es ermöglichte, die originalen Kontraste und die Lichtbestimmung wiederherzustellen. Für die Tonbearbeitung stand ein Band der originalen Endmischung zur Verfügung. Mit Hilfe digitaler Technologien wurden Kratzer und andere Beschädigungen der Tonspur beseitigt. Als Ergebnis stehen heute Filmkopien in einer den Original-Vorgaben entsprechenden, bisher nicht gekannten, brillanten Bild- und Tonqualität zur Verfügung.
Die Warnung kam zu spät
Als Chaplin 1938 mit den Arbeiten zu Der Große Diktator begann, stieß er auf einigen Widerstand. Nicht wenige Amerikaner standen dem NS-Regime positiv gegenüber oder vertraten isolationistische Positionen. Ein Filme, der sich über das Staatsoberhaupt eines anderen Landes lustig machte, passte da nicht in das Konzept. Als Der Große Diktator schließlich in Europa uraufgeführt wurde, tobte bereits der 2. Weltkrieg. Am 16. Dezember 1940 wird der Film, auf dem Höhepunkt der deutschen Bombenangriffe auf England, in London erstmals aufgeführt. Die britische Zeitung New Statesman schrieb: \"Die beste Ermutigung, die man uns geben konnte\". Bei seiner eigentlich Premiere am 15. Oktober 1940 in New York waren die Reaktionen des Publikums noch gemischt gewesen. Kritiker monierten, dass der Film den Ereignissen in Europa nicht angemessen sei. Auch Chaplin urteilte später, dass er den Film so nicht gedreht hätte, wenn er sich des vollen Schreckens der NS-Herrschaft bewusst gewesen wäre.
Die Verwechselungsgeschichte über den kleinen Friseur und den irren Diktator nimmt heute den ihr gebührenden Platz in der Geschichte des Kinos ein, als einer der bedeutendsten Filme gegen den Faschismus. Um Charlie Chaplin zu zitieren: \"Was das Komische an Hitler betrifft, möchte ich nur sagen, dass es, wenn wir nicht ab und zu über Hitler lachen können, noch viel schlechter um uns bestellt ist als wir glauben. Es ist gesund zu lachen, auch über die dunkelsten Dinge des Lebens, sogar über den Tod. Lachen ist ein Stärkungsmittel, Lachen erleichtert; Lachen ist eine Atempause, die es ermöglicht, den Schmerz auszuhalten.\"
Unbedingt ansehen!
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der Große Diktator
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
1940
Länge:
124 (Min.)
Verleih:
Piffl Medien
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
30.12.2004
CAST & CREW
Regie:
Charlie Chaplin
Hauptdarsteller:
Charlie Chaplin, Jack Oakie, Reginald Gardiner, Henry Daniell, Billy Gilbert
FILMBEWERTUNG
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