Der Preis der Braut
In Albanien war er einer der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre. Und auch in Deutschland hat die deutsch-albanische Koproduktion das Potenzial, das Publikum zu begeistern. Denn sie erzählt genauso viel über die hiesigen Verhältnisse wie über die am Mittelmeer. Und das keineswegs im Stil einer Migrations-Schnulze, wie man aufgrund der Inhaltsangabe vielleicht befürchten könnte. Sondern mit den dezent, aber wirkungsvoll eingesetzten Mitteln des Krimis und Liebesfilms.
Regisseur Johannes Naber, der für Der Albaner unter anderem den Max-Ophüls-Preis 2011 gewann, kommt vom Dokumentarfilm. Entsprechend gründlich hat er die Hintergründe seines ersten langen Spielfilms recherchiert und sich für das Drehbuch sieben Jahre Zeit genommen. Die eigentliche Leistung liegt aber darin, wie konsequent er den Zuschauer in die fiktive Geschichte hineinzieht und die sozialen Hintergründe quasi im Vorbeigehen miterzählt. Mit wenigen Einstellungen führt er eine archaische Welt vor Augen und arbeitet mit ebenso feinen Strichen die feindliche Lebenswelt einer westlichen Großstadt, in diesem Fall Berlin, heraus.
Naber schildert das Schicksal von Arben (Nik Xhelilaj), einem jungen Mann, der in einem abgelegenen Dorf hoch in den albanischen Alpen lebt. Arben fügt sich in die patriarchalischen Strukturen, die von Armut und Härte geprägt sind. Aber wenn es um die Liebe zu Etleva (Xhejlane Terbunia), geht, begehrt er auf. Gegen den Willen seines Vaters geht er nach Deutschland, um die 10.000 Euro zu verdienen, die die Familie der jungen Frau als Brautpreis verlangt. Es ist ein abenteuerliches und gefährliches Unterfangen.
Johannes Naber teilt seinen Film stilistisch geschickt in zwei Welten: hier die weite Natur mit dem Gefühl der Heimat, dort die Enge und Kälte des fremden Landes, eingefangen in ausschnitthaften Bildern, die das Gefühl der Orientierungslosigkeit spiegeln. Aus der Perspektive seines Protagonisten schildert der Regisseur ein quasi unausweichliches Schicksal, das sich mit der Zwangsläufigkeit einer griechischen Tragödie fortspinnt: Man wird erwachsen, verliebt sich, muss die Heimat verlassen, verstrickt sich in Schuld – auf den ersten Blick ganz ohne Alternativen, zumindest nicht, wenn man in einer Tradition aufwächst, in der individuelle Freiheit ein Fremdwort ist.
Mit seiner geradlinigen Erzählweise schafft Johannes Naber eine Identifikation mit seinem Hauptdarsteller, die den deutschen Zuschauer das eigene Land aus einer ganz neuen Perspektive sehen lässt. Nämlich aus den Augen eines Illegalen, der von der Hand in den Mund lebt, zurückgeworfen auf den reinen Überlebenskampf. Schätzungsweise eine Million Menschen lebt illegal in Deutschland – eine Tatsache, für die sich kaum jemand zu interessieren scheint.
Dass Der Albaner unter die Haut geht, liegt auch an der schauspielerischen Leistung von Nik Xhelilaj in der Titelrolle. Der albanische Nachwuchsdarsteller vereint jugendliche Unschuld und erwachsene Zielstrebigkeit zu einer sehenswerten Einheit. Für seine Rolle wurde er bei der Berlinale 2011 als einer von zehn "Europäischen Shooting Stars" ausgezeichnet. Solche Ehrungen werden dem kleinen Land nicht jeden Tag zuteil. In Albanien sind sie deshalb mächtig stolz auf ihn.
(Peter Gutting)
Regisseur Johannes Naber, der für Der Albaner unter anderem den Max-Ophüls-Preis 2011 gewann, kommt vom Dokumentarfilm. Entsprechend gründlich hat er die Hintergründe seines ersten langen Spielfilms recherchiert und sich für das Drehbuch sieben Jahre Zeit genommen. Die eigentliche Leistung liegt aber darin, wie konsequent er den Zuschauer in die fiktive Geschichte hineinzieht und die sozialen Hintergründe quasi im Vorbeigehen miterzählt. Mit wenigen Einstellungen führt er eine archaische Welt vor Augen und arbeitet mit ebenso feinen Strichen die feindliche Lebenswelt einer westlichen Großstadt, in diesem Fall Berlin, heraus.
Naber schildert das Schicksal von Arben (Nik Xhelilaj), einem jungen Mann, der in einem abgelegenen Dorf hoch in den albanischen Alpen lebt. Arben fügt sich in die patriarchalischen Strukturen, die von Armut und Härte geprägt sind. Aber wenn es um die Liebe zu Etleva (Xhejlane Terbunia), geht, begehrt er auf. Gegen den Willen seines Vaters geht er nach Deutschland, um die 10.000 Euro zu verdienen, die die Familie der jungen Frau als Brautpreis verlangt. Es ist ein abenteuerliches und gefährliches Unterfangen.
Johannes Naber teilt seinen Film stilistisch geschickt in zwei Welten: hier die weite Natur mit dem Gefühl der Heimat, dort die Enge und Kälte des fremden Landes, eingefangen in ausschnitthaften Bildern, die das Gefühl der Orientierungslosigkeit spiegeln. Aus der Perspektive seines Protagonisten schildert der Regisseur ein quasi unausweichliches Schicksal, das sich mit der Zwangsläufigkeit einer griechischen Tragödie fortspinnt: Man wird erwachsen, verliebt sich, muss die Heimat verlassen, verstrickt sich in Schuld – auf den ersten Blick ganz ohne Alternativen, zumindest nicht, wenn man in einer Tradition aufwächst, in der individuelle Freiheit ein Fremdwort ist.
Mit seiner geradlinigen Erzählweise schafft Johannes Naber eine Identifikation mit seinem Hauptdarsteller, die den deutschen Zuschauer das eigene Land aus einer ganz neuen Perspektive sehen lässt. Nämlich aus den Augen eines Illegalen, der von der Hand in den Mund lebt, zurückgeworfen auf den reinen Überlebenskampf. Schätzungsweise eine Million Menschen lebt illegal in Deutschland – eine Tatsache, für die sich kaum jemand zu interessieren scheint.
Dass Der Albaner unter die Haut geht, liegt auch an der schauspielerischen Leistung von Nik Xhelilaj in der Titelrolle. Der albanische Nachwuchsdarsteller vereint jugendliche Unschuld und erwachsene Zielstrebigkeit zu einer sehenswerten Einheit. Für seine Rolle wurde er bei der Berlinale 2011 als einer von zehn "Europäischen Shooting Stars" ausgezeichnet. Solche Ehrungen werden dem kleinen Land nicht jeden Tag zuteil. In Albanien sind sie deshalb mächtig stolz auf ihn.
(Peter Gutting)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Der Albaner
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2010
Länge:
104 (Min.)
Verleih:
Zorro Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
04.08.2011
CAST & CREW
Regie:
Johannes Naber
Kamera:
Sten Mende
Schnitt:
Ben von Grafenstein
Musik:
Oliver Biehler
Hauptdarsteller:
Stipe Erceg, Eva Löbau, André Hennicke, Ivan Shvedoff, Nik Xhelilaj, Xhejlane Terbunia
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 8)
Von: Lada am: 17.12.11
der film ist Bombe .
Von: albberlin am: 11.10.11
auch andere albanische filme wie dossier k mit blerim destani wenn dir das was sagt
Von: albberlin am: 11.10.11
denn film kannst du bei youtube sehen ..der albaner
Von: @Adelina am: 24.09.11
Einfach auf "In welchem Kino läuft dieser Film?" klicken - rechts, direkt über den Meinungen. Grüsse, Mike
Von: Adelina am: 24.09.11
Ich würde auch gerne wissen wo der film überall läuft?
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