Wer ist Theodore J. Kaczynski?
Als am 3. April 1996 der ehemalige Mathematikprofessor Theodore J. Kaczynski in den Bergen Montanas verhaftet wurde, ging ein Aufatmen durch die amerikanische Öffentlichkeit. Denn der Harvard-Absolvent mit einem IQ von über 170 zählte zu den gefährlichsten und meist gesuchten Terroristen jener Jahre. Bekannt war Kaczynski allerdings unter einem anderen Namen – der „Unabomber“. Zwischen 1978 und 1995 verübte er eine Reihe von Attentaten auf Exponenten des öffentlichen Lebens, bei denen vier Menschen starben und etliche verletzt wurden. Ziele der Brief- und Rohrbomben sind Manager großer Fluggesellschaften und Wissenschaftler verschiedener Eliteuniversitäten. Doch wie wird ein so brillanter Mathematiker und Gelehrter wie Kaczynski zum Terroristen, was hat ihn bewegt, diesen Weg einzuschlagen und wo liegen seine Motive?
Dies sind die Fragen, um die Lutz Dammbecks Film Das Netz kreist. Auf seiner Reise quer durch die USA sucht Dammbeck die Protagonisten der technologischen Revolutionen durch Computer, Virtualität und Internet auf, befragt sie nach ihren Motiven und konfrontiert sie mit Kaczynskis Thesen und Meinungen. Hierdurch ergibt sich ein vielschichtiges Netz, das eine Art geistiger Landkarte unseres heutigen Denkens und Glaubens darstellt und zugleich eine philosophische Reflexion über die Herrschaft und Beherrschbarkeit einer Technologie ist, die sich längst durchgesetzt hat und die zum festen und nicht zu hinterfragenden Bestandteil unseres Lebens geworden ist. Nicht immer wissen die Experten eine Antwort auf die insistierenden Fragen des Filmemachers nach dem zugrundeliegenden Weltbild und danach, welchen Stellenwert der Mensch eigentlich in diesem unbarmherzigen technokratischen System überhaupt noch hat. Doch vielleicht geht es auch nicht darum, auf alles eine Antwort zu finden, sondern manchmal einfach die richtigen und die unbequemen Fragen zu stellen.
Das Netz wurde 2004 auf dem european media art festival in Osnabrück mit dem 5000 € dotierten EMAF Award für eine richtungweisende Arbeit der Medienkunst ausgezeichnet. In der Begründung der Jury hieß es: \"Einstimmig haben wir uns für \"Das Netz\" entschieden: eine intellektuelle Achterbahnfahrt durch Kunst, Technologie, Philosophie, Politik, Psychologie, Soziologie, die uns stark beeindruckt und zugleich verunsichert hat. Sie ist gegen eine eindimensionale Lesart resistent, weil sie - obwohl im linearen Medium des Films umgesetzt - eine nicht - lineare Rezeption auslöst. Der Film ist ein enormer Katalysator für interdisziplinäre Assoziationen - für ein Netz im Kopf, das wahrzunehmen einen plötzlich überrascht.“
Dem ist wahrlich kaum noch etwas hinzuzufügen, für mich einer der spannendsten und innovativsten Dokumentarfilme diesen Jahres. Sehr empfehlenswert ist auch die Homepage zum Film, die eine Fülle von Material zum Nachlesen und Nachdenken bereithält. Hier sind auch die zahlreichen Veranstaltungen zu finden, die in verschiedenen Städten zur Premiere des Films stattfinden.
Dies sind die Fragen, um die Lutz Dammbecks Film Das Netz kreist. Auf seiner Reise quer durch die USA sucht Dammbeck die Protagonisten der technologischen Revolutionen durch Computer, Virtualität und Internet auf, befragt sie nach ihren Motiven und konfrontiert sie mit Kaczynskis Thesen und Meinungen. Hierdurch ergibt sich ein vielschichtiges Netz, das eine Art geistiger Landkarte unseres heutigen Denkens und Glaubens darstellt und zugleich eine philosophische Reflexion über die Herrschaft und Beherrschbarkeit einer Technologie ist, die sich längst durchgesetzt hat und die zum festen und nicht zu hinterfragenden Bestandteil unseres Lebens geworden ist. Nicht immer wissen die Experten eine Antwort auf die insistierenden Fragen des Filmemachers nach dem zugrundeliegenden Weltbild und danach, welchen Stellenwert der Mensch eigentlich in diesem unbarmherzigen technokratischen System überhaupt noch hat. Doch vielleicht geht es auch nicht darum, auf alles eine Antwort zu finden, sondern manchmal einfach die richtigen und die unbequemen Fragen zu stellen.
Das Netz wurde 2004 auf dem european media art festival in Osnabrück mit dem 5000 € dotierten EMAF Award für eine richtungweisende Arbeit der Medienkunst ausgezeichnet. In der Begründung der Jury hieß es: \"Einstimmig haben wir uns für \"Das Netz\" entschieden: eine intellektuelle Achterbahnfahrt durch Kunst, Technologie, Philosophie, Politik, Psychologie, Soziologie, die uns stark beeindruckt und zugleich verunsichert hat. Sie ist gegen eine eindimensionale Lesart resistent, weil sie - obwohl im linearen Medium des Films umgesetzt - eine nicht - lineare Rezeption auslöst. Der Film ist ein enormer Katalysator für interdisziplinäre Assoziationen - für ein Netz im Kopf, das wahrzunehmen einen plötzlich überrascht.“
Dem ist wahrlich kaum noch etwas hinzuzufügen, für mich einer der spannendsten und innovativsten Dokumentarfilme diesen Jahres. Sehr empfehlenswert ist auch die Homepage zum Film, die eine Fülle von Material zum Nachlesen und Nachdenken bereithält. Hier sind auch die zahlreichen Veranstaltungen zu finden, die in verschiedenen Städten zur Premiere des Films stattfinden.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Das Netz
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2004
Länge:
121 (Min.)
Verleih:
b.film
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
13.01.2005
CAST & CREW
Regie:
Lutz Dammbeck
FILMBEWERTUNG
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