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Das Mädchen mit dem Perlenohrring - Girl with a Pearl Earring

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4.4 Sterne aus 49 Bewertungen

Kinostart: 23.09.2004

Ein Film wie ein Gemälde

Das Leben im Haus des Malers Johannes Vermeer (Colin Firth) im niederländischen Delft des 17. Jahrhunderts, einer Welt voller Gefahren. Das finanzielle Wohl der Familie beruht einzig und allein auf dem regelmäßigen Verkauf seiner Malereien. Vermeer jedoch ist gleichzeitig perfektionistisch als auch blockiert; es mangelt ihm an geeigneten, guten Motiven, um genügend Gemälde zu malen, die die Familie ernähren müssen. Hinzu kommt eine unerträgliche finanzielle Abhängigkeit zu einem skrupellosen, gewalttätigen Mäzen, der Vermeer ab und an Auftragsarbeiten diktiert. Als es der jungen und hübschen Griet (Scarlett Johanson) gelingt, im Hause Vermeer als Magd angestellt zu werden, spitzt sich damit die ohnehin schwierige Situation weiter zu. Denn als Vermeer Griets Interesse und Neugier an seiner Kunst bemerkt, macht er sie zu seiner Muse für sein nächstes Auftragswerk. Was nicht ohne Folgen auf die Gefühle von Vermeers Frau Catharina und die gierigen Augen des Mäzens bleiben wird.

Es sind die wunderbaren Momente der Farben und der Begegnungen zwischen zwei Menschen, die diesen Film so magisch werden lassen. Das Mädchen mit dem Perlenohrring hält sich dabei eng an die Literaturvorlage des Romans von Tracy Chevaliers, die die Entstehung des gleichnamigen Gemäldes "Mädchen mit einem Perlenohrring" durch eine (erfundene) Beziehung Vermeers zu seiner Magd zu erklären versucht.

Ein Film, dessen Atmosphäre sich förmlich greifen lässt und intensiver kaum sein kann. Ob nun eine exzellente Ausleuchtung, die mit den düsteren Zeiten im dreckigen, regnerischen Delft perfekt korrespondiert, die Oscar-nominierte Kamera von Eduardo Serra, die Vermeers Farben verführerisch leuchten lassen oder eine wundervolle, künstlerische Ausstattung (ebenfalls Oscar-nominiert): entstanden ist ein Film, der selbst wie ein Gemälde wirkt, dessen Filmbilder selbst "wie gemalt" erscheinen. Getragen wird diese Stimmung ganz besonders von der ausdrucksstarken schauspielerischen Leistung von Scarlett Johannson, die mit dem Gemälde zu verschmelzen scheint. Sie spielt zurückhaltend, zunächst unscheinbar; wie in Lost In Translation erschließt sich ihre Schönheit und ihre Anmut erst auf den zweiten Blick – dann aber mit einer Wucht und einer erotischen Intensität, die wahrhaft unter die Haut geht.

Nicht nur Kunstinteressierte, sondern auch "Kunstbanausen" werden sich der Faszination dieses Films also kaum entziehen können. Die tatsächliche Entstehungsgeschichte des Bildes ist übrigens bis heute ungeklärt; selbst über die portraitierte Person herrscht Unklarheit. Das tut diesem wundervollen Film jedoch keinen Abbruch.

Daten & Fakten

Produktionsland: Großbritannien, Luxemburg
Produktionsjahr: 2003
Länge: 95 (Min.)
Verleih: Concorde Filmverleih
Kinostart: 23.09.2004

Cast & Crew

Regie: Peter Webber
Hauptdarsteller: Scarlett Johansson, Colin Firth, Tom Wilkinson, Judy Parfitt, Cillian Murphy

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