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C.R.A.Z.Y – Verrücktes Leben – TV-Tipp der Woche

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Donnerstag, 29.5. 2008, Tele 5, 20:15 Uhr

Ausgerechnet am Weihnachtsabend drängt es Zachary Beaulieu (Marc-André Grondin) aus dem Bauch der Mutter heraus und in das Leben seiner liebenswert-chaotischen Sippschaft hinein. Insgesamt hat Zac vier weitere Brüder, und zwar Christian, Raymond, Antoine und den kleinen Yvan, so dass die Initialen der fünf Sprösslinge zusammengesetzt den Filmtitel C.R.A.Z.Y. bilden. Aber wenn man schon am selben Tag Geburtstag hat wie Gottes Sohn, steht schnell fest, dass der Junge etwas ganz Besonderes ist - zumal in einer streng gläubigen Familie wie den Beaulieus. Doch Zacs hellseherische Gabe ist nur eine Seite seines Wesens, das etwas aus der Art der ohnehin recht schrägen Sippe schlägt. Fortan steht das Telefon nicht mehr still und ständig will jemand aus der weitläufigen Verwandtschaft oder aus dem Freundeskreis von seinen diversen Malaisen geheilt werden. Das ist jedoch nicht die einzige Bewährungsprobe, die den Beaulieus bevorsteht. Denn ausgerechnet Zac, der Lieblingssohn des ständig Chansons schmetternden Familienvorstandes Gervais Beaulieu (Michel Côté), ist anders als die anderen Jungs und entpuppt sich schließlich als schwul, was den Familienfrieden und das gute Verhältnis zwischen Vater und Sohn empfindlich stört – zumal die Beaulieus streng katholisch sind. Und auch die anderen Brüder sind nicht nur ein steter Quell der Freude, sondern verursachen jede Menge Wirbel...

C.R.A.Z.Y – Verrücktes Leben ist ein schreiend bunter, quirliger und vergnüglicher "Familienfilm" der besonderen Art, eine wilde und fanatasievoll-zärtliche Zeitreise durch die Sechziger, Siebziger und Achtziger und ein chaotisches Familienalbum. Dem Regisseur Jean-Marc Vallée gelingt das seltene Kunststück, federleicht zwischen Tragik und Komik, Exzentrik und biederer Normalität, Rebellion und Anpassung, Familienstück und Zeitanalyse hin und her zu wechseln, ohne die Balance zwischen all den verschiedenen Facetten und Storylines zu verlieren. Auch wenn Zacs Liebe zu Männern für die Familie eine Katastrophe bedeutet, sein Coming-out steht nicht im Vordergrund der Erzählung, sondern ist lediglich eine der vielen kleinen und großen Katastrophen, mit denen sich die Beaulieus auseinander setzen müssen. All das ist erstaunlich stil- und treffsicher inszeniert, reißt mit und begeistert von der ersten bis zur letzten Minute. Mit Sicherheit eine der originellsten und unterhaltsamsten Familiengeschichten der letzten Jahre und einer der bislang charmantesten Filme des noch jungen Kinojahres. In Kanada sieht man das ähnlich, denn C.R.A.Z.Y – Verrücktes Leben erhielt sage und schreibe 10 kanadische Filmpreise, die im Land der endlosen Wälder und großen Seen nicht "Lolas" heißen, sondern "Genies". Und selten hat ein Film einen Preis dieses Namens so verdient wie Jean-Marc Vallées Feuerwerk des Aberwitzes und der Lebensfreude.

(Joachim Kurz)

Daten & Fakten

Produktionsland: Kanada
Produktionsjahr: 2005
Länge: 127 (Min.)

Cast & Crew

Regie: Jean-Marc Vallée
Hauptdarsteller: Michel Côté, Marc-André Grondin, Danielle Proulx, Émile Vallée, Maxime Tremblay

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