Lachen über die Diktatur
Adiyaman ist eine Stadt in Anatolien, mitten in der türkischen Provinz. Kurz nach dem Militärputsch 1982 herrscht in der Türkei ein Klima äußerster Anspannung und Instabilität, das auch das Leben auf dem Land erfasst. Als über der Stadt ein Ausgehverbot verhängt wird, trifft dies vor allem eine Gruppe von Straßenmusikern, die nun nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen kann. Aus der Not heraus finden die Musiker zwar Möglichkeiten, sich ihren bescheidenen Lebensunterhalt zu sichern, doch ihre Maßnahmen sind nicht ganz legal und bringen sie deshalb auf direktem Wege ins Gefängnis. Um die Situation ein wenig zu mildern, gründet der befehlshabende Major (Oktay Kaynarca) ein Orchester, in dem die Künstler unterkommen sollen. Der frühere Stargeiger Abuzer Yayladali (Cezmi Baskin) leitet die Musikgruppe, die bei dem Besuch einer hochrangigen politischen Delegation aus der fernen Hauptstadt aufspielen soll. Dumm nur, dass ausgerechnet Abuzers hübsche Tochter Gülendam (Özgü Namal) sich in den rebellischen Studenten Haydar Arikan (Umut Kurt) verliebt hat, der anlässlich des Besuchs seine eigenen Pläne schmiedet. Er plant eine Protestaktion gegen die Machthaber…
Vorwiegend humoristisch und mitunter ein wenig verschmitzt widmen sich die beiden Regisseure Muharrem Gulmez und Sirri Süreyya Önder in ihrem Film Beynelmilel – Die Internationale einem dunklen Kapitel türkischer Geschichte, der Militärdiktatur, die das Land zwei Jahre lang beherrschte. Nach langen Jahren politischer Instabilität in den Siebzigern hatte sich das Militär unter Führung von General Kenan Evren am 12. September 1980 an die Macht geputscht. Das Kriegsrecht wurde über das Land verhängt, alle politischen Parteien verboten und besonders linksgerichtete Oppositionelle und kurdische Separatisten rigoros verfolgt, bis schließlich eine vom Militär vorgelegte Verfassung im Jahre 1982 in einem Volksentscheid angenommen wurde. Es folgten freie Wahlen und die Rückkehr zur Demokratie.
Mit kleinem Budget, aber viel Herzblut inszeniert, markiert Beynelmilel – Die Internationale trotz aller Leichtigkeit eine Hinwendung zur eigenen Geschichte und zu deren kritischer Aufarbeitung. Man darf gespannt sein, wie sich das Filmland Türkei in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.
(Joachim Kurz)
Vorwiegend humoristisch und mitunter ein wenig verschmitzt widmen sich die beiden Regisseure Muharrem Gulmez und Sirri Süreyya Önder in ihrem Film Beynelmilel – Die Internationale einem dunklen Kapitel türkischer Geschichte, der Militärdiktatur, die das Land zwei Jahre lang beherrschte. Nach langen Jahren politischer Instabilität in den Siebzigern hatte sich das Militär unter Führung von General Kenan Evren am 12. September 1980 an die Macht geputscht. Das Kriegsrecht wurde über das Land verhängt, alle politischen Parteien verboten und besonders linksgerichtete Oppositionelle und kurdische Separatisten rigoros verfolgt, bis schließlich eine vom Militär vorgelegte Verfassung im Jahre 1982 in einem Volksentscheid angenommen wurde. Es folgten freie Wahlen und die Rückkehr zur Demokratie.
Mit kleinem Budget, aber viel Herzblut inszeniert, markiert Beynelmilel – Die Internationale trotz aller Leichtigkeit eine Hinwendung zur eigenen Geschichte und zu deren kritischer Aufarbeitung. Man darf gespannt sein, wie sich das Filmland Türkei in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Beynelmilel – Die Internationale
Produktionsland:
Türkei
Produktionsjahr:
2006
Länge:
106 (Min.)
Verleih:
Central Film
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
05.04.2007
CAST & CREW
Hauptdarsteller:
Nazmi Kirik, Bahri Beyat, Cezmi Baskin, Özgü Namal, Umut Kurt
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: am: 14.09.07
Suuuuuuuuuuuuppper
Von: Sarah am: 15.04.07
Super Film!!!














