Zurück zur Übersicht

Beautiful Boxer

Meinungen
1

4 Sterne aus 42 Bewertungen

Kinostart: 25.08.2005

Das Herz eines Kämpfers

Nachdem derzeit Boxerfilme wieder schwer angesagt sind, kommt mit Beautiful Boxer einer der ungewöhnlichsten Filme zum Thema in die deutschen Kinos – und das nicht nur, weil es in dem Film um Thai-Boxen geht. Denn Beautiful Boxer erzählt neben dem Aufstieg im Boxring auch die Geschichte eines anderen Kampfes – nämlich jene von einem Mann, der davon träumt eine Frau zu sein. Und der sein Ziel ausgerechnet durch das Boxen, den absoluten Inbegriff der Männlichkeit erreichen wird.

Der kleine Nong Toom (Asanee Suwan) wächst in einer entlegenen Provinz Thailands auf. Schon bald merkt der Junge, dass er anders ist als seine Spielkameraden. Was diese nicht wissen: Nong hat einen Traum, und zwar träumt er davon, eines Tages ein richtiges Mädchen zu sein. Per Zufall gerät er in einen Kickboxkampf, den er prompt gewinnt. Der Junge erkennt, dass er mit dem Sport nicht nur der Armut seiner Familie entkommen, sondern auch seinen Traum – ein Leben als Frau – erfüllen kann. Er wird Kickboxer und begibt sich damit in eine Gesellschaft, die seinem Wesen nicht unähnlicher sein könnte, denn beim Kickboxen zu gewinnen, setzt eine Unterwerfung unter die Männlichkeitsrituale und den kompromisslosen "männlichen" Siegeswillen voraus. Anfangs muss er sich in miesen kleinen Provinzarenen durchschlagen, doch schon bald erringt er sich durch seinen harten und kompromisslosen Kampfstil die Bewunderung des Publikums. Umso größer die Empörung, als der Star-Boxer schließlich seinen Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung offenbart.

Viele seiner ehemaligen Anhänger werfen ihm vor, das Image des Thai-Boxens in den Schmutz gezogen zu haben. Vielleicht ist es aber auch einfach das Paradoxon, dass ein Boxer wie ein Mann darum kämpft, eine Frau zu werden, zu viel für die Fans. Als er schließlich im Dezember 1999 das Krankenhaus verläßt, ist er eine Frau geworden, und sein schwerster Kampf liegt hinter ihm. Heute arbeitet Nong Toom als Model, Schauspielerin und Lehrerin für Muay Thai (Thai Kickboxen) in Bangkok. Sie selbst kann nicht mehr im Ring stehen, da Frauen in Thailand nicht zum Kickboxen zugelassen sind.

Lange hat der Regisseur Ekachai Uekrongtham gezögert, den Film über einen der populärsten Thai-Boxer des Landes und seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zu realisieren. Doch schließlich überwog die Faszination eines Menschen, wie er paradoxer kaum sein kann. Ein faszinierender Film über den Kampf des Lebens.

Daten & Fakten

Produktionsland: Thailand
Produktionsjahr: 2003
Länge: 118 (Min.)
Verleih: MFA+ Distribution
Kinostart: 25.08.2005

Cast & Crew

Regie: Ekachai Uekrongtham
Hauptdarsteller: Asanee Suwan, Sorapong Chatree, Orn-Anong Panyawong, Nukkid Boonthong, Kyoko Inoue

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Bisherige Meinungen

(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Melanie am: 01.05.06
ich habe den Film bereits mehrmals gesehen & er gehört meines Erachtens zu den besten Filmen, die ich je gesehen habe :) Eine Lebensgeschichte, die Empathie, Toleranz & Akzeptanz abverlangt, um in einer Gesellschaft zu existieren, die eine Frau wegen Traditionen hinter den Mann einordnet.

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Filmfest München