Als das Meer verschwand
Originaltitel:
In my Father’s Den
Kinostart:
30.11.2006
FSK:
12
Leserbewertung:
Eine Art Heimkehr
Der renommierte, aber ausgebrannte Kriegsfotograf Paul (Matthew MacFadyen) kehrt nach 17-jähriger Flucht vor der Vergangenheit zur Beerdigung seines Vaters in die neuseeländische Heimat zurück, ein kleines Nest am Ende der Welt, wo die Zeit stehen geblieben scheint. Der Empfang seines Bruders Andrew (Colin Moy) und seiner Familie ist betont kühl, ganz zu schweigen von Jugendliebe Jackies (Jodie Rimmer) feindseliger Reaktion. Während er die abgeschiedene Hütte seines Vaters ausräumt und einen Job als Aushilfslehrer annimmt, freundet er sich mit der 16-jährigen Celia (Emily Barclay) an, Jackies Tochter - und eventuell auch seine eigene. Als das literarisch ambitionierte Mädchen eines Tages spurlos verschwindet, fällt der Verdacht des Kindesmißbrauches auf ihn, was Anfeindungen und gar tätliche Übergriffe der Anwohner auslöst. Doch Paul schweigt zu den Vorwürfen.
Die Panoramen-Einstellungen sorgen in ihrer Kargheit für eine bedrückende Stimmung, die Weite der Umgebung unterstreicht nur umso deutlicher die Eingeschränktheit des kleinen Dorfes, der Paul entfloh. Das Refugium des Vaters, gefüllt mit Literatur und Musik aus einer verheißungsvollen anderen Welt, sowie der Obstgarten, in dem Paul und Celia sich begegnen, wird zu einer unwirklichen und desaströsen Schneekugel zwischen den Untiefen aus Lügen und Dramen der Vergangenheit..
Regisseur und Drehbuchautor Brad McGann kombiniert bei der komplexen und bis zum letzten Moment spannenden Geschichte gekonnt die Elemente des Thriller mit jeneen des klassischen Familiendramas. Nach Stolz und Vorurteil präsentiert Matthew MacFadyen in der Rolle des leidlichen Paul die gesamte Bandbreite seines schauspielerischen Könnens in überzeugender und kraftvoller Präsenz. In weiteren Rollen mimen ebenso ausdrucksvoll die Newcomerin Emily Barclay und Miranda Otto (Herr der Ringe - Die zwei Türme).
McGann lässt sich viel Zeit, um seine komplexe Geschichte zu entfalten, und dann die Beziehung der Charaktere zueinander häppchenweise bloßzulegen. Gegenwart und Vergangenheit werden in geschickten Rückblenden miteinander verquickt, um den Betrachter so Stück für Stück das geschickt gestanzte Puzzle zusammen zu fügen. Der poetische Filmtitel Als das Meer verschwand entspricht dem eigenartigen, dichterischen Grundton, der sich durch den ganzen Film zieht. Dabei bezieht er sich auf eine Shortstory, die Celia für einen Schreib-Contest verfasste und somit zur Allegorie des gesamten Dramas wird.
Still, desolat, beklemmend: Ein einzigartiges Drama und Mystery-Thriller, der seine Spannung und Dramaturgie bedächtig konstruiert und mit beachtlichen Leistungen weniger bekannte Schauspieler überrascht: Ein kathartischer Streifen, der viel größere Beachtung verdient hätte.
(Jean Lüdeke)
Die Panoramen-Einstellungen sorgen in ihrer Kargheit für eine bedrückende Stimmung, die Weite der Umgebung unterstreicht nur umso deutlicher die Eingeschränktheit des kleinen Dorfes, der Paul entfloh. Das Refugium des Vaters, gefüllt mit Literatur und Musik aus einer verheißungsvollen anderen Welt, sowie der Obstgarten, in dem Paul und Celia sich begegnen, wird zu einer unwirklichen und desaströsen Schneekugel zwischen den Untiefen aus Lügen und Dramen der Vergangenheit..
Regisseur und Drehbuchautor Brad McGann kombiniert bei der komplexen und bis zum letzten Moment spannenden Geschichte gekonnt die Elemente des Thriller mit jeneen des klassischen Familiendramas. Nach Stolz und Vorurteil präsentiert Matthew MacFadyen in der Rolle des leidlichen Paul die gesamte Bandbreite seines schauspielerischen Könnens in überzeugender und kraftvoller Präsenz. In weiteren Rollen mimen ebenso ausdrucksvoll die Newcomerin Emily Barclay und Miranda Otto (Herr der Ringe - Die zwei Türme).
McGann lässt sich viel Zeit, um seine komplexe Geschichte zu entfalten, und dann die Beziehung der Charaktere zueinander häppchenweise bloßzulegen. Gegenwart und Vergangenheit werden in geschickten Rückblenden miteinander verquickt, um den Betrachter so Stück für Stück das geschickt gestanzte Puzzle zusammen zu fügen. Der poetische Filmtitel Als das Meer verschwand entspricht dem eigenartigen, dichterischen Grundton, der sich durch den ganzen Film zieht. Dabei bezieht er sich auf eine Shortstory, die Celia für einen Schreib-Contest verfasste und somit zur Allegorie des gesamten Dramas wird.
Still, desolat, beklemmend: Ein einzigartiges Drama und Mystery-Thriller, der seine Spannung und Dramaturgie bedächtig konstruiert und mit beachtlichen Leistungen weniger bekannte Schauspieler überrascht: Ein kathartischer Streifen, der viel größere Beachtung verdient hätte.
(Jean Lüdeke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Als das Meer verschwand
Originaltitel:
In my Father’s Den
Produktionsland:
Neuseeland, England
Produktionsjahr:
2004
Länge:
128 (Min.)
Verleih:
Capelight Pictures/Central Film
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
30.11.2006
CAST & CREW
Regie:
Brad McGann
Hauptdarsteller:
Miranda Otto, Matthew MacFadyen, Emily Barclay, Colin Moy, Jodie Rimmer
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
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Von: Matthew am: 18.12.08
Absoluter Geheimtipp. Leider wird dieses Meisterwerk wohl viel zu vielen verborgen bleiben, was sehr bedauerlich ist...
Von: am: 03.01.08
Also ich fand den Film stinklangweilig. Meiner Meinung nach fängt die Handlung erst in der letzten viertel Stunde an.Vorher plätschert der FIlm nur so vor sich hin. Es passiert einfach nichts spannendes!
Von: am: 30.01.07
Bitte unbedingt ansehen! Der Film ist ganz großes Kino.
Von: Michaela am: 15.01.07
Ich hab im Cinema-Heft und in meinem Fernsehheft TV-14 von dem Film gelesen, er stand unter Geheimtipp.
Ich war angenehm überrascht, ganz toller Film. Und ein toller
Schauspieler. Noch kenn ich Stolz und Vorurteil nicht, aber das wird sich ändern.
Von: Michele am: 05.01.07
Ich gebe zu, dass ich nur durch Matthew MacFadyen auf diesen Film aufmerksam wurde, schon bei "Stolz und Vorurteil" hat er mir gefallen und seine schauspielerischen Künste präsentiert. Doch dieser Film übertrifft alle anderen bisherigen Filme von ihm. Und sich diesen Film im Kino und nicht nur auf der englischen DVD anzusehen, lohnt sich wirklich. Ein muss für jeden Kinofreund.








