Freitag, 23. September 2005, ARTE, 20:40 Uhr
Wie bitte? Alles auf Zucker! als TV-Tipp der Woche? Lief der nicht gerade eben erst im Kino? Ja, richtig gelesen, der große Abräumer beim deutschen Filmpreis kommt aus den Kinos sozusagen direkt auf die Mattscheibe. Es ist vor allem die Entstehungsgeschichte des ursprünglich als Fernsehspiel konzipierten Films, die ganz ohne Premiere-Abo eine solche zeitliche Nähe möglich macht. Denn nach der Betrachtung des fertigen Fernsehfilms beschlossen die Partner X Film Creative Pool, der WDR und ARTE, dass sich Dani Levys Komödie ebenso gut für eine Kinoauswertung eigne. Ein Glücksfall für das deutsche Kino, denn das überaus charmante Werk erwies sich als wahrer Dauerbrenner, was jenseits von Der Schuh des Manitu und 7 Zwerge - Männer allein im Wald selten sein dürfte. Und ein deutscher Film, der seit Anfang des Jahres nahtlos in den Kinos zu sehen war, ist eine absolute Ausnahmeerscheinung, von sensationellenh Auslandverkäufen mal ganz abgesehen.
Jaeckie Zucker alias Jakob Zuckermann (Henry Hübchen) war zu DDR-Zeiten Sportreporter, doch in den Wirren der Wiedervereinigung ist er einer der Verlierer. Seitdem schlägt sich das liebenswerte Schlitzohr irgendwie durchs Leben, verzockt auch gern mal ein wenig Geld und ist hochverschuldet. Seine Frau droht ihm mit Scheidung und der Gerichtsvollzieher mit Haft. Grund genug, den Kopf in den Sand zu stecken, wäre da nicht die Aussicht, mit einem möglichen ersten Platz beim European Pool Billard Turnier 100.000 Euro einzustreichen und sich damit aller finanziellen Sorgen zu entledigen. Just in diesem Moment ereilt ihn die Nachricht, dass seine Mutter, die in Frankfurt am Main lebte, gestorben ist. Als nun Jaeckie Zuckers jüngerer und streng orthodoxer Bruder Samuel nebst Familie zur Bestattung anreist und der letzte Wille der offensichtlich gewitzten Mutter verlesen wird, nimmt das Chaos seinen Lauf, denn der Zocker und sein Bruder müssen eine Woche lang friedlich zusammenleben. Und das ist gar nicht so einfach, denn Jaeckie hat dem Judentum längst abgeschworen. So ist nun ein Crashkurs in Sachen Religion fällig, um sich das dringend benötigte Erbe zu sichern.
Dani Levys Film Alles auf Zucker! ist eine herrlich turbulente Komödie voller Witz, skurriler Einfälle, hervorragenden Schauspielern, brillanter Musik und und und... Ganz nebenbei erzählt der Film vom kaum beachteten jüdischen Leben in Deutschland und schafft es, dass man nicht, wie der Regisseur konstatiert „über Juden lacht, sondern mit ihnen.“ Zwar bedient sich Levy durchaus der Klischees, die über Juden in Umlauf sind, doch nur zu dem Zweck, sie im nächsten Moment derart zu übertreiben, dass sie sich selbst ad absurdum führen. Für viele die perfekteste deutsche Komödie seit Jahren und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Auslotung des Verhältnisses zwischen den Deutschen und den unter ihnen lebenden Juden.
Jaeckie Zucker alias Jakob Zuckermann (Henry Hübchen) war zu DDR-Zeiten Sportreporter, doch in den Wirren der Wiedervereinigung ist er einer der Verlierer. Seitdem schlägt sich das liebenswerte Schlitzohr irgendwie durchs Leben, verzockt auch gern mal ein wenig Geld und ist hochverschuldet. Seine Frau droht ihm mit Scheidung und der Gerichtsvollzieher mit Haft. Grund genug, den Kopf in den Sand zu stecken, wäre da nicht die Aussicht, mit einem möglichen ersten Platz beim European Pool Billard Turnier 100.000 Euro einzustreichen und sich damit aller finanziellen Sorgen zu entledigen. Just in diesem Moment ereilt ihn die Nachricht, dass seine Mutter, die in Frankfurt am Main lebte, gestorben ist. Als nun Jaeckie Zuckers jüngerer und streng orthodoxer Bruder Samuel nebst Familie zur Bestattung anreist und der letzte Wille der offensichtlich gewitzten Mutter verlesen wird, nimmt das Chaos seinen Lauf, denn der Zocker und sein Bruder müssen eine Woche lang friedlich zusammenleben. Und das ist gar nicht so einfach, denn Jaeckie hat dem Judentum längst abgeschworen. So ist nun ein Crashkurs in Sachen Religion fällig, um sich das dringend benötigte Erbe zu sichern.
Dani Levys Film Alles auf Zucker! ist eine herrlich turbulente Komödie voller Witz, skurriler Einfälle, hervorragenden Schauspielern, brillanter Musik und und und... Ganz nebenbei erzählt der Film vom kaum beachteten jüdischen Leben in Deutschland und schafft es, dass man nicht, wie der Regisseur konstatiert „über Juden lacht, sondern mit ihnen.“ Zwar bedient sich Levy durchaus der Klischees, die über Juden in Umlauf sind, doch nur zu dem Zweck, sie im nächsten Moment derart zu übertreiben, dass sie sich selbst ad absurdum führen. Für viele die perfekteste deutsche Komödie seit Jahren und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Auslotung des Verhältnisses zwischen den Deutschen und den unter ihnen lebenden Juden.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Alles auf Zucker! – TV-Tipp der Woche
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2004
Länge:
90 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
01.01.2005
CAST & CREW
Regie:
Dani Levy
Hauptdarsteller:
Hannelore Elsner, Henry Hübchen, Udo Samel, Golda Tencer, Steffen Groth
FILMBEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
WEITERE INHALTE AUF kino-zeit.de
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Artikel zum Thema
Das Leben ist zu lang (DVD)
Das Leben ist zu lang
Alles auf Zucker! (DVD)
Dani Levy dreht "Das Leben ist zu lang"
Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler (DVD)
Kostenlose Unterrichtsmaterialien für "Mein Führer"
Du mich auch
"Mein Führer" auf Platz 1 der Kino-Charts
Hitler-Komödie stößt auf Ablehnung
"Mein Führer" sorgt für Rauschen im Blätterwald
Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler
FFA fördert Levys "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler!"
Medienboard fördert neuen Film von Dani Levy
FFA gibt 500.000 Euro für neuen Film von Dani Levy
Alles auf Zucker? Alles auf Erfolg!
Dani Levys "Alles auf Zucker!" erhält Ernst-Lubitsch-Preis
Alles auf Zucker! – Interview mit Dani Levy
Ärger um "Alles auf Zucker!" geht weiter
Knatsch um "Alles auf Zucker!"
Dani Levy – Biographie und Filmographie
Alles auf Zucker!
X-Verleih präsentiert den neuen Film von Dani Levy





