Alien Teacher - Film - kino-zeit.de - das Portal für Film und Kino
Zurück zur Übersicht

Alien Teacher

Meinungen
2

3.7 Sterne aus 15 Bewertungen

Originaltitel: Vikaren
Kinostart: 14.08.2008

Die Lehrerin vom anderen Stern

Gerade jetzt, da in vielen Bundesländern die Schule wieder begonnen hat, könnte dieser Film so manchem leidgeprüften Schüler aus tiefster Seele sprechen. Denn Ole Bornedal, der spätestens seit seinem Film Nightwatch – Nachtwache / Nattevagten (Dänemark 1994) und dessen Remake Freeze – Alptraum Nachtwache (USA 1997) jedermann ein Begriff sein dürfte, lässt in seinem Film Alien Teacher / Vikaren einen Lehrkörper zum fiesen Außerirdischen mutieren – was zumindest der Wahrnehmung manches Pennälers entsprechen dürfte. Dabei zeigt sich, dass Bornedal sich nicht nur auf Grusel für Große versteht, sondern auch kindlichen Horror durchaus gekonnt und mit Pepp (und Paprika) in Szene zu setzen weiß.

Carl (Jonas Wandschneider) ist zwölf Jahre alt und leidet unter dem Verlust seiner verstorbenen Mutter. Seit dem Unfall, bei dem sie ums Leben kam, hat sich der Junge in ein Schneckenhaus zurückgezogen und lässt kaum jemanden an sich heran. Carls Vater Jasper (Ulrich Thomsen) verarbeitet das Trauma auf andere Weise: Er schreibt ein Buch über die Allmacht der Liebe, die dazu imstande sei, alle Unbill des Lebens zu besiegen – auch eine Art der Bewältigung.

Als die neue Aushilfslehrerin Ulla Harms (Paprika Steen) Carls Klasse übernimmt, sind die Eltern aufgrund der pädagogischen Fähigkeiten begeistert. Was sie nicht ahnen: Die Neue ist ein gefährliches Wesen von einem anderen Stern, auf dem man die Liebe nicht kennt. Und dementsprechend bösartig geht das Wesen vor, schließlich hat die außerirdische Lehrerin eine Mission zu erfüllen. Da die Aliens wissen, dass die Liebe die wirksamste Kraft des Universums ist, soll Frau Harms die Liebe auf ihren Heimatplaneten bringen.

Den Schülern ist die Blondine mit den merkwürdig starren Augen von Anfang an verdächtig, vor allem deshalb, weil sie anscheinend genau weiß, was die Kinder denken – wie beunruhigend. Ganz abgesehen von ihren unglaublichen sportlichen Fähigkeiten und einigen anderen merkwürdigen Verhaltensweisen. Und dann beobachtet Carl auch noch, wie sie den leibhaftigen Bildungsminister aus einer Metallkugel hervorzaubert. Doch wer glaubt schon Kindern, die behaupten, die neue Lehrerin sei ein Alien? Als Frau Harms die Klasse mit auf eine Reise nach Paris nehmen will, schwant Carl, dass dies eine Klassenfahrt ohne Wiederkehr sein wird. Aus seiner Lethargie erwacht, nimmt er den Kampf mit dem Alien auf.

Alien Teacher / Vikaren ist eine bunte Mixtur aus Schulfilm und Science Fiction, der vor allem Kinder und Jugendliche bestens unterhalten dürfte. Neben abgedrehtem Humor und dezentem Grusel, bei dem sich vor allem Paprika Steen durch spürbare Spielfreude hervortut, kommen aber auch die ernsteren Themen des Films nicht zu kurz: Der Verlust eines geliebten Menschen und die Lücke, die dieser Verlust hinterlässt, die Liebe als das, was den Menschen ausmacht und der Umgang mit dem Fremden – all das bietet gerade Jugendlichen reichlich Stoff zum Nachdenken. Und wenn Anregungen, sich Gedanken zu machen, in solch einer unterhaltsamen Form auf die Leinwand gebracht werden, ist dies durchaus einen Kinobesuch wert.

(Red.)

Daten & Fakten

Produktionsland: Dänemark
Produktionsjahr: 2007
Länge: 90 (Min.)
Verleih: MFA+ Filmdistribution
Kinostart: 14.08.2008

Cast & Crew

Regie: Ole Bornedal
Hauptdarsteller: Ulrich Thomsen, Paprika Steen, Jonas Wandschneider, Nikolaj Falkenberg-Klok, Emma Juel Justesen

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Bisherige Meinungen

(Anzeige: 2 von insgesamt 2)
Von: Loco am: 07.10.08
also bis ca. 20 minuten vor schluss, ist der film für eine zuschauergruppe von sechstklässlern immerhin genauso anschaulich wie zb. "die wilden kerle" in der leicht gruseligen version. die letzten 20 minuten....naja....wenn man wirklich nur die letzten 20 minuten sieht, dann versteht man den film eher als horrorkomödie mit einem riesen hauch an müll. entweder dem regisseur ging die zeit aus um ein "passendes" ende zu drehen oder dem drehbuchautor gingen nach den bisherigen 10 minuten des schreibens die drogen aus. schade, dass es solche filme gibt
Von: Robbe am: 05.10.08
Totaler Müll :/ ein Kinderfilm ist das - ohne Tiefgang.

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Filmfest München
  • Festival Scope