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1 Mord für 2

Meinungen
3

4 Sterne aus 53 Bewertungen

Originaltitel: Sleuth
Kinostart: 20.12.2007
FSK: 12

Brillantes Duell zweier Platzhirsche

Ein einsames, aber mit allen Schikanen ausgestattetes Landhaus, zwei Männer im unerbittlichen Ringen um eine Frau und ein messerscharfer Schlagabtausch, der vor Gemeinheiten, Spitzzüngigkeiten und Testosteron beinahe zu bersten droht – mehr braucht es nicht für gediegene, funkelnde Krimiunterhaltung. Mit 1 Mord für 2 / Sleuth hat der britische Regisseur und Schauspieler Kenneth Branagh den nahezu perfekten Film für alle Freunde bösartiger und intelligenter Hochspannung kreiert – das perfekte Gegengift gegen allzu viel vorweihnachtliche Gefühlsduselei, zumal auch die beiden Hauptdarsteller Michael Caine und Jude Law sichtlich Freude an dem durchtriebenen Spiel haben.

Andrew Wyke (Michael Caine) ist ein äußerst erfolgreicher Autor von Kriminalromanen, er liebt das Spiel mit falschen Fährten, Indizien und Spuren und ist geradezu besessen von der Idee eines perfekten Verbrechens. Als er eines Tages in seinem High-Tech-Landhaus von dem chronisch erfolglosen, aber blendend aussehenden jungen Schauspieler Milo Tindle (Jude Law) besucht wird, der sich als Geliebter von Wykes Ehefrau zu erkennen gibt und die Scheidung verlangt, ergreift der Autor seine Chance, den lange erträumten perfekten Mord endlich in die Tat umzusetzen. Wyke beginnt mit gezielten Beleidigungen, geschickten Manipulationen und perfiden Tricks seinen jugendlichen Konkurrenten immer mehr in die Ecke zu treiben und schafft es schließlich sogar, diesen zum Diebstahl kostbarer Juwelen zu überreden, mit denen er den aufwändigen Lebensstil seiner Geliebten finanzieren soll. Zu spät merkt Tindle, in welche finsteren Pläne er hier geraten ist; verzweifelt nimmt er den Kampf gegen den ausgebufften Kriminalisten auf und versucht diesen mittels seiner eigenen Talente zu überlisten. Es beginnt ein mörderischer Kampf um Leben und Tod, der vor keiner Hinterlistigkeit zurückschreckt – dabei geht es im Verlauf des Duells längst nicht mehr um Wykes Frau, sondern darum, sich als Alphatier und veritabler Platzhirsch zu beweisen…

Es ist ohne Zweifel ein Aufmarsch der Titanen, der sich hier vor den Augen des staunenden Kinopublikums vollzieht: Kenneth Branagh hinter der Kamera und Michael Caine sowie Jude Law als streitsüchtige Kontrahenten davor, dazu die Vorlage aus der Feder des Tony-Preisträgers Anthony Shaffer und die Drehbuchbearbeitung durch den Literaturnobelpreisträger Harold Pinter – perfekter kann eine Besetzung eigentlich kaum sein. Und die daraus resultierenden Erwartungen werden keineswegs enttäuscht: Caine und Law brillieren in ihren Rollen und geben reichlich Kostproben ihres schauspielerischen Könnens ab. Übrigens spielte Michael Caine bereits in der ersten Verfilmung des Stoffes mit dem Titel Mord mit kleinen Fehlern / Sleuth aus dem Jahre 1972 unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz eine der beiden Hauptrollen neben Laurence Olivier – da allerdings gab Caine den jungen Rivalen. Auch Kenneth Branaghs Regie weiß dem Remake neue Facetten abzugewinnen und immer wieder aufs Neue zu überraschen, so dass sich selbst Zuschauer, die bereits das Original kennen, in keiner Sekunde langweilen werden. Selten war ein Kammerspiel so voller Spannung und Dynamik wie in diesem Film – ein Hochgenuss für Fans gediegener und intelligent inszenierter Spannung.

(Joachim Kurz)

Daten & Fakten

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2007
Länge: 86 (Min.)
Verleih: Concorde Filmverleih
Kinostart: 20.12.2007
Extras: Prädikat „besonders wertvoll“ der Filmbewertungsstelle Wiesbaden

Cast & Crew

Regie: Kenneth Branagh
Hauptdarsteller: Jude Law, Michael Caine

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 3 von insgesamt 3)
Von: am: 10.02.08
Geniales Theater-Kino
Von: am: 28.12.07
Intelligente, witzige, bösartige Dialoge, Spannung bis zum Schluss dargebotenen von zwei brillanten Schauspielern, einfach nur weiter zu empfehlen !!!!
Von: Tomek am: 26.12.07
Die Kritik der großen Blätter viel eher bitter aus: überhöht, unglaubwürdig, konstruiert, manieristisch. Ich persönlich war überrascht. Selten sieht man einen so leisen, so feinen und doch so spannenden Film, der trotz geringen Aufwands bis zur letzten Minute zu elektrisieren versteht. In meinen Augen überraschend und unbedingt empfehlenswert. Vielleicht verdient bloß eine Anmerkung Zustimmung: "Slaight" wikt mehr als Theater denn als Kino.

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