Timecrimes - Mord ist nur eine Frage der Zeit
Originaltitel:
Los cronocrímenes
DVD-Start:
08.07.2011
FSK:
16
Genre:
Thriller, Science Fiction
Leserbewertung:
Noch nicht genügend Bewertungen
Die Jagd nach sich selbst
Alles fängt ganz harmlos an: Héctor (Karra Elejalde) freut sich auf das Wochenende in seinem neuen Haus auf dem Land. Als seine Frau Clara (Candela Fernández) für einige Besorgungen ins Dorf fährt, beobachtet Hector durch sein Fernglas eine halbnackte Frau im Wald und macht sich auf die Suche nach ihr. Nachdem er sie völlig entkleidet und bewusstlos vorfindet, wird er urplötzlich von einem Vermummten attackiert und flieht in heller Panik auf ein umzäuntes Gelände, in dem sich ein Forschungslabor befindet. Gelotst von einem Angestellten des Labors (gespielt von Nacho Vigalondo, dem Regisseur höchstselbst) gelingt es Hector, sich in dem Tank einer Maschine zu verstecken. Was er aber nicht ahnt: Die Maschine ist eine Vorrichtung, die Zeitreisen ermöglicht. Als Hector wieder aus dem Becken herauskrabbelt, findet er sich plötzlich um eineinhalb Stunden in die Vergangenheit versetzt. Und noch schlimmer – es gibt nun nicht einen Hector, sondern zwei, denn er kann sich selbst beobachtet, wie er friedlich und nichtsahnend im Gartenstuhl sitzt. Doch das ist bei weitem nicht die einzige Überraschung, die auf Hector wartet...
Wie ist das, wenn man sich selbst begegnet, wenn man plötzlich feststellen muss, dass die scheinbar umumstößliche Tatsache der eigenen Individualität sich als Illusion herausstellt und es einen Doppelgänger gibt, der nach dem eigenen, bislang sicher geglaubten Leben greift? Duncan Jones hat sich in seinem Film Moon mit dieser Frage beschäftigt und Nacho Vigalondo treibt das Spiel mit den mutliplen Persönlichkeiten noch ein Stückchen weiter, indem er die Story aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Mit schmalen Budget, kleinem Setting (ein Haus, der Wald und das Labor, mehr braucht es nicht) und sehr zurückgenommen inszeniert ist sein Film Timecrimes / Los cronocrímenes aus dem Jahre 2007 ein in seiner Schlichtheit ungeheuer effizienter Film, der mit seinem wilden Umherspringen zwischen den verschiedenen Zeitebenen und Inkarnationen von Hector ungeheuer viel Spaß macht.
Trotz mancher Logiklöcher ist Timecrimes ein überaus spannender Film, der sich näher am phantastischen Thriller als am Science Fiction bewegt. Und genau deswegen akzeptiert es man als Zuschauer gerne, dass der Ablauf der Geschichte einer rein logischen Analyse nicht in jedem Moment standhält.
Von den Qualitäten des Films ist mittlerweile auch Hollywood überzeugt. Obwohl Timecrimes in den USA nur im kleinen Rahmen zu sehen war, zugleich aber auf verschiedenen Festivals fürs Furore sorgte, halten sich seit 2008 hartnäckig Gerüchte, dass es ein amerikanisches Remake geben soll. Nun soll es im nächsten Jahr soweit sein. DreamWorks wird das Remake produzieren, als Drehbuchautor konnte immerhin ein Mann wie Steve Zaillian (Schindlers Liste) gewonnen werden. Über die Besetzung ist bislang noch nichts bekannt, in einem Interview gab Vigalondo aber zu Protokoll, dass man in Gesprächen mit David Cronenberg sei. Sollte sich das bewahrheiten, kann es gut sein, dass das Remake ungleich mehr Aufmerksamkeit erhalten wird als das Original. Bis es aber soweit ist, kann und muss man sich mit Vigalondos Version des Stoffes begnügen. Und das ist wahrlich keine schlechte Wahl.
(Joachim Kurz)
Wie ist das, wenn man sich selbst begegnet, wenn man plötzlich feststellen muss, dass die scheinbar umumstößliche Tatsache der eigenen Individualität sich als Illusion herausstellt und es einen Doppelgänger gibt, der nach dem eigenen, bislang sicher geglaubten Leben greift? Duncan Jones hat sich in seinem Film Moon mit dieser Frage beschäftigt und Nacho Vigalondo treibt das Spiel mit den mutliplen Persönlichkeiten noch ein Stückchen weiter, indem er die Story aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Mit schmalen Budget, kleinem Setting (ein Haus, der Wald und das Labor, mehr braucht es nicht) und sehr zurückgenommen inszeniert ist sein Film Timecrimes / Los cronocrímenes aus dem Jahre 2007 ein in seiner Schlichtheit ungeheuer effizienter Film, der mit seinem wilden Umherspringen zwischen den verschiedenen Zeitebenen und Inkarnationen von Hector ungeheuer viel Spaß macht.
Trotz mancher Logiklöcher ist Timecrimes ein überaus spannender Film, der sich näher am phantastischen Thriller als am Science Fiction bewegt. Und genau deswegen akzeptiert es man als Zuschauer gerne, dass der Ablauf der Geschichte einer rein logischen Analyse nicht in jedem Moment standhält.
Von den Qualitäten des Films ist mittlerweile auch Hollywood überzeugt. Obwohl Timecrimes in den USA nur im kleinen Rahmen zu sehen war, zugleich aber auf verschiedenen Festivals fürs Furore sorgte, halten sich seit 2008 hartnäckig Gerüchte, dass es ein amerikanisches Remake geben soll. Nun soll es im nächsten Jahr soweit sein. DreamWorks wird das Remake produzieren, als Drehbuchautor konnte immerhin ein Mann wie Steve Zaillian (Schindlers Liste) gewonnen werden. Über die Besetzung ist bislang noch nichts bekannt, in einem Interview gab Vigalondo aber zu Protokoll, dass man in Gesprächen mit David Cronenberg sei. Sollte sich das bewahrheiten, kann es gut sein, dass das Remake ungleich mehr Aufmerksamkeit erhalten wird als das Original. Bis es aber soweit ist, kann und muss man sich mit Vigalondos Version des Stoffes begnügen. Und das ist wahrlich keine schlechte Wahl.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Timecrimes - Mord ist nur eine Frage der Zeit
Originaltitel:
Los cronocrímenes
Produktionsland:
Spanien
Produktionsjahr:
2007
Länge:
89 (Min.)
Erschienen bei:
Koch Media
Bildformat:
16:9
Ton/Sprache:
Dolby Digital 5.1, Deutsch, Spanisch
Extras:
Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
08.07.2011
CAST & CREW
Regie:
Nacho Vigalondo
Drehbuch:
Nacho Vigalondo
Kamera:
Flavio Martínez Labiano
Schnitt:
Jose Luis Romeu
Musik:
Eugenio Mira, Chucky Namanera
Hauptdarsteller:
Karra Elejalde, Candela Fernández, Bárbara Goenaga, Nacho Vigalondo, Juan Inciarte
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