Es kann nur Eine geben
Einmal gegenüber dem Alphamädchen in der neuen Klasse nicht machtlos, nicht nur sprachlos zu sein, sich wehren zu können, einmal die Macht haben, sich wehren zu können. Es ist, ganz versteckt, eine wichtiger Moment in Luis Berdejos Thriller The New Daughter, aus der begreiflich wird, wie sich Louisa (Ivana Banquero – sie war einmal das kleine Mädchen in Pans Labyrinth von Guillermo del Toro) später verhalten wird.
Louisa ist gerade mit ihrem Vater John (Kevin Costner) und ihrem kleinen Bruder Sam (Gattlin Griffith) in ein neues Haus auf dem Land gezogen – natürlich ein klassisches, fast schon stereotypes Setting, in dem im Horrorfilm Familien von Geistern, Monstern und Visionen geplagt werden, von Poltergeist in den frühen 1980ern bis hin zu noch kürzlich The Messengers mit Kristen Stewart ist das so, und fast immer sind es zuerst die Kinder, die in Kontakt mit dem Übernatürlichen kommen.
Wie alle Neuankömmlinge ist natürlich auch die pubertierende Louisa zuerst einmal einsam, und ihr Vater, frisch geschieden und im Umgang mit seinen Kindern nicht besonders geübt, und so wird sie gleich am ersten Tag zum Opfer der Klassenzicke. Bei einer späteren Begegnung auf der Schultreppe – da stehen nur die beiden Mädchen beieinander, das ist die Schlüsselszene nach etwa einem Drittel des Films – wird sich Louisa zur Wehr setzen.
The New Daughter ist freilich keine Geschichte von Selbstermächtigung und Girl Power, ganz im Gegenteil. Denn von den Szenen des Vorspanns an baut der Film Bilderwelten von weiblicher Rivalität auf – immer wieder geht es um Ameisen und den Umstand, dass es hier in einem Staat stets nur ein einziges weibliches Wesen geben kann, die Königin. Louisas Eifersucht gegen James' neue Bekannte Cassandra (Samantha Mathis) bekommt so schon gleich einen neuen, bedrohlicheren Unterton.
Übernatürliche Kräfte sind in Berdejos Film am Werk, sie entstammen dem seltsamen Hügel, der direkt gegenüber des neuen Hauses liegt und von dem sich Louisa magisch angezogen fühlt. Von dort bekommt sie offenbar neue Kräfte und neues Selbstbewusstsein, und so wird auch ihre Motivation dafür verständlich, immer wieder dorthin zu gehen, auch nachdem ihr Vater schon misstrauisch geworden ist.
Kevin Costner spielt diesen Vater am Rande des Nervenzusammenbruchs – ein Schriftsteller, der offenbar mit seiner neuen Lebenssituation überfordert ist, sich aber redlich und ernsthaft bemüht – angenehm zurückgenommen und ohne große Allüren. Nach seinen vielen Rollen, in denen er auf immer neue Art und Weise die Welt rettete (man denke nur zuletzt an den grob unerfreulichen Jede Sekunde zählt – The Guardian), hatte man ihm solche kleineren und komplexeren Figuren (wie auch schon in Mr. Brooks) gar nicht mehr recht zugetraut.
Vor allem vermeidet er es völlig – wichtig gerade vor dem Hintergrund der mystisch beladenen Geschichte von Frauenrivalität und später Fruchtbarkeit, die sich im Vordergrund abspielen wird –, seinen John James als hilflose väterliche Witzfigur anzulegen. Stattdessen sieht man einem aufmerksamen, sorgenvollen Mann dabei zu, der über die Veränderungen seiner Tochter rätselt.
Das eigentlich Übernatürliche spielt sich in diesem Film lange Zeit in den Schatten und außerhalb des Kamerablicks ab. Berdejo wendet gekonnt die Tricks des Genres an – Türen stehen offen und fallen zu, ominös wabert und wandert Nebel, plötzlich durchqueren schlammige Fußspuren den Flur und weisen die Treppe hinauf. Dann aber gibt es irgendwann Tote, und in den letzten vielleicht zwanzig Minuten des Films wird das Übel dann nur allzu deutlich sichtbar.
Es sind dies dann tatsächlich die schwächsten Momente des Films, zum einen weil die Auflösung des Rätsels um den Hügel längst erfolgt ist, zum anderen, weil dann zwar nichts Neues mehr folgt, aber doch noch lange Jagd- und Rettungssequenzen durchstanden werden müssen bis hin zum leider viel zu konventionellen Finale.
Tatsächlich leidet The New Daughter insgesamt vor allem daran, dass der Film mehr zeigen will, als nötig wäre, um sich mit Louisa und mit ihrem Vater gleichermaßen zu sorgen – die Schrecken des Erwachsenwerdens müssen ja nicht immer Gesichter bekommen und Zähne.
(Rochus Wolff)
Louisa ist gerade mit ihrem Vater John (Kevin Costner) und ihrem kleinen Bruder Sam (Gattlin Griffith) in ein neues Haus auf dem Land gezogen – natürlich ein klassisches, fast schon stereotypes Setting, in dem im Horrorfilm Familien von Geistern, Monstern und Visionen geplagt werden, von Poltergeist in den frühen 1980ern bis hin zu noch kürzlich The Messengers mit Kristen Stewart ist das so, und fast immer sind es zuerst die Kinder, die in Kontakt mit dem Übernatürlichen kommen.
Wie alle Neuankömmlinge ist natürlich auch die pubertierende Louisa zuerst einmal einsam, und ihr Vater, frisch geschieden und im Umgang mit seinen Kindern nicht besonders geübt, und so wird sie gleich am ersten Tag zum Opfer der Klassenzicke. Bei einer späteren Begegnung auf der Schultreppe – da stehen nur die beiden Mädchen beieinander, das ist die Schlüsselszene nach etwa einem Drittel des Films – wird sich Louisa zur Wehr setzen.
The New Daughter ist freilich keine Geschichte von Selbstermächtigung und Girl Power, ganz im Gegenteil. Denn von den Szenen des Vorspanns an baut der Film Bilderwelten von weiblicher Rivalität auf – immer wieder geht es um Ameisen und den Umstand, dass es hier in einem Staat stets nur ein einziges weibliches Wesen geben kann, die Königin. Louisas Eifersucht gegen James' neue Bekannte Cassandra (Samantha Mathis) bekommt so schon gleich einen neuen, bedrohlicheren Unterton.
Übernatürliche Kräfte sind in Berdejos Film am Werk, sie entstammen dem seltsamen Hügel, der direkt gegenüber des neuen Hauses liegt und von dem sich Louisa magisch angezogen fühlt. Von dort bekommt sie offenbar neue Kräfte und neues Selbstbewusstsein, und so wird auch ihre Motivation dafür verständlich, immer wieder dorthin zu gehen, auch nachdem ihr Vater schon misstrauisch geworden ist.
Kevin Costner spielt diesen Vater am Rande des Nervenzusammenbruchs – ein Schriftsteller, der offenbar mit seiner neuen Lebenssituation überfordert ist, sich aber redlich und ernsthaft bemüht – angenehm zurückgenommen und ohne große Allüren. Nach seinen vielen Rollen, in denen er auf immer neue Art und Weise die Welt rettete (man denke nur zuletzt an den grob unerfreulichen Jede Sekunde zählt – The Guardian), hatte man ihm solche kleineren und komplexeren Figuren (wie auch schon in Mr. Brooks) gar nicht mehr recht zugetraut.
Vor allem vermeidet er es völlig – wichtig gerade vor dem Hintergrund der mystisch beladenen Geschichte von Frauenrivalität und später Fruchtbarkeit, die sich im Vordergrund abspielen wird –, seinen John James als hilflose väterliche Witzfigur anzulegen. Stattdessen sieht man einem aufmerksamen, sorgenvollen Mann dabei zu, der über die Veränderungen seiner Tochter rätselt.
Das eigentlich Übernatürliche spielt sich in diesem Film lange Zeit in den Schatten und außerhalb des Kamerablicks ab. Berdejo wendet gekonnt die Tricks des Genres an – Türen stehen offen und fallen zu, ominös wabert und wandert Nebel, plötzlich durchqueren schlammige Fußspuren den Flur und weisen die Treppe hinauf. Dann aber gibt es irgendwann Tote, und in den letzten vielleicht zwanzig Minuten des Films wird das Übel dann nur allzu deutlich sichtbar.
Es sind dies dann tatsächlich die schwächsten Momente des Films, zum einen weil die Auflösung des Rätsels um den Hügel längst erfolgt ist, zum anderen, weil dann zwar nichts Neues mehr folgt, aber doch noch lange Jagd- und Rettungssequenzen durchstanden werden müssen bis hin zum leider viel zu konventionellen Finale.
Tatsächlich leidet The New Daughter insgesamt vor allem daran, dass der Film mehr zeigen will, als nötig wäre, um sich mit Louisa und mit ihrem Vater gleichermaßen zu sorgen – die Schrecken des Erwachsenwerdens müssen ja nicht immer Gesichter bekommen und Zähne.
(Rochus Wolff)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
The New Daughter
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2009
Länge:
104 (Min.)
Erschienen bei:
Universum Film
Bildformat:
16:9
Extras:
Hinter den Kulissen, entfernte Szenen, Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
07.01.2011
CAST & CREW
Regie:
Luis Berdejo
Drehbuch:
John Travis, John Connolly
Kamera:
Checco Varese
Schnitt:
Tom Elkins, Robb Sullivan
Musik:
Javier Navarrete
Hauptdarsteller:
Ivana Baquero, Kevin Costner, Erik Palladino, Samantha Mathis, Gattlin Griffith
FILMBEWERTUNG
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Von: Stephan am: 23.01.12
stereotype Handlung. Schlecht!!
Von: Mandy am: 14.01.12
Hi, ich bin 14 Jahre alt und muss sagen, dieser Film ist ansolut kein Horrorfilm! Überhaupt nicht gruselig und die Monster sind sehr undglaubwürdig...Vor allem das offene Ende ist super doof! Nicht empfehlenswert!
Von: irnes am: 08.01.12
oh mannn so ein schrott
Von: David am: 05.11.11
Absoluter Schrott ! Finger weg.....oh Mann ! selten so eine Scheiße gesehen :-(
Wer gibt mir 100 Minuten ,meines Lebens zurück ?
Von: Mad am: 10.08.11
Habe den film gerade mit meiner freundin gesehen und muss sagen ich habe 1 stunde und 47 minuten meines lebens verschwendet. erst langweilt der film zu tode, (die erste stunde könnte man ganz weglassen) und danach kommen irgendwelche schlechte monster ins spiel. ganz ehrlich ich kann nicht verstehen warum es hier auch positive kommentare dazu gibt. ein horror film ist das bestimmt nicht.






