Salzburger Schmäh
Rex ist Kult: Er kann Wurstsemmeln verstecken, Wäschestücke sortieren, hechtet durch Glasscheiben, kann auf Befehl einen Mann umwerfen oder sich gar tot stellen. Rex ist ein Genie. Als sein einzig wahres Herrchen akzeptierten die Zuschauer nur Tobias Moretti in der Rolle des Richie Moser. In seine Fußstapfen trat danach Gedeon Burkhard. Der Wiener Charme von Kommissar Rex schwand jedoch stetig auf den Mattscheiben.
Und der Einzige aus dem Ermittlerteam, der vor Rex wirklich Angst hatte, war Karl Markovics, alias Ernst Stockinger. Klar, der pfiffige Hund nutzte die Situation gnadenlos aus, um dem Assistenten seines Herrchens ewig die Wurstsemmeln zu klauen. Kein Wunder also, daß Stockinger 1996 Reißaus nahm und fortan im beschaulicheren Salzkammergut ermittelte. Dem "Spin-Off" war nur eine kurze Halbwertszeit beschieden. Das mag zum einen an den äußerst skurril und komisch inszenierten Morden im wohl schönsten Landstrich Österreichs gelegen haben, zum anderen fehlte ihm das Zugtier. Ohne Hund blieb die Quote mau. Auch verkörperte Karl Makcovics mit seinen traurigen Augen und der hohen Stirn eher einen Antitypen, der im Gegensatz zum charismatischen Tobias Moretti immer leicht daneben wirkte. Dabei bewies Markovics stets ein schön großes und gehöriges Gespür für Situationskomik.
Wer sich nicht weiter auf das TV-Wiederholungen verlassen will, kann sich Stockingers Abenteuer in einer kompletten, 12-stündigen Serie auf DVD zu jeder Tages- oder Nachtzeit vom Münchener Anbieter Koch Media zu Gemüte führen. Besonders effektiv waren die Macher des Chaos-Kommissars auch bei der Musikuntermalung des Menüs. Beim Auswählen der Folgen kommt Becks Hit Loser aus den Frontboxen, was natürlich noch zu mehr Sympathiebekundungen mit dem schrägen alpenländischen Bezirksinspektors führt. Der schön gestaltete Schuber birgt sieben DVDs in ansprechender Bild- und Tonqualität. Nicht nur für Fans ein Muss.
Qualität beweist auch insbesondere der Protagonist: Mit seiner schiefen Nase in der zerfurchten Visage plus engen Lippen, zählt der Ösi zu den renommierten und wandelbaren deutschsprachigen Charakterschauspielern der Gegenwart. Ob in Uniform oder in Zivil, als Schurke, Reporter, Arzt, Offizier oder Wirt. Mit seiner knuffig-knorrigen Art vermag er ebenso zu überzeugen wie als Psychopath oder Erzherzog. Markovics gestaltet alle Typenmuster bestens. Einmal elegant komisch, anderseits bösartig und schmierig. Im Grunde genommen aber eher der Saubermann von nebenan für alle Lebenslagen. Kein Wunder, der 43jährige gebürtige Wiener hat in Tübingen und auf allen Wiener Bühnen gespielt, vom Serapions-Theater bis zum Volkstheater Wien.
(Jean Lüdeke)
Und der Einzige aus dem Ermittlerteam, der vor Rex wirklich Angst hatte, war Karl Markovics, alias Ernst Stockinger. Klar, der pfiffige Hund nutzte die Situation gnadenlos aus, um dem Assistenten seines Herrchens ewig die Wurstsemmeln zu klauen. Kein Wunder also, daß Stockinger 1996 Reißaus nahm und fortan im beschaulicheren Salzkammergut ermittelte. Dem "Spin-Off" war nur eine kurze Halbwertszeit beschieden. Das mag zum einen an den äußerst skurril und komisch inszenierten Morden im wohl schönsten Landstrich Österreichs gelegen haben, zum anderen fehlte ihm das Zugtier. Ohne Hund blieb die Quote mau. Auch verkörperte Karl Makcovics mit seinen traurigen Augen und der hohen Stirn eher einen Antitypen, der im Gegensatz zum charismatischen Tobias Moretti immer leicht daneben wirkte. Dabei bewies Markovics stets ein schön großes und gehöriges Gespür für Situationskomik.
Wer sich nicht weiter auf das TV-Wiederholungen verlassen will, kann sich Stockingers Abenteuer in einer kompletten, 12-stündigen Serie auf DVD zu jeder Tages- oder Nachtzeit vom Münchener Anbieter Koch Media zu Gemüte führen. Besonders effektiv waren die Macher des Chaos-Kommissars auch bei der Musikuntermalung des Menüs. Beim Auswählen der Folgen kommt Becks Hit Loser aus den Frontboxen, was natürlich noch zu mehr Sympathiebekundungen mit dem schrägen alpenländischen Bezirksinspektors führt. Der schön gestaltete Schuber birgt sieben DVDs in ansprechender Bild- und Tonqualität. Nicht nur für Fans ein Muss.
Qualität beweist auch insbesondere der Protagonist: Mit seiner schiefen Nase in der zerfurchten Visage plus engen Lippen, zählt der Ösi zu den renommierten und wandelbaren deutschsprachigen Charakterschauspielern der Gegenwart. Ob in Uniform oder in Zivil, als Schurke, Reporter, Arzt, Offizier oder Wirt. Mit seiner knuffig-knorrigen Art vermag er ebenso zu überzeugen wie als Psychopath oder Erzherzog. Markovics gestaltet alle Typenmuster bestens. Einmal elegant komisch, anderseits bösartig und schmierig. Im Grunde genommen aber eher der Saubermann von nebenan für alle Lebenslagen. Kein Wunder, der 43jährige gebürtige Wiener hat in Tübingen und auf allen Wiener Bühnen gespielt, vom Serapions-Theater bis zum Volkstheater Wien.
(Jean Lüdeke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Stockinger
Produktionsland:
Österreich
Produktionsjahr:
1996
Länge:
714 (Min.)
Erschienen bei:
Koch Media GmBH
Bildformat:
1.33:1
Ton/Sprache:
Dolby Digital 2.0, Deutsch
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
26.08.2006
CAST & CREW
Regie:
Diverse
Hauptdarsteller:
Karl Markovics, Harald Posch, Dietrich Siegl, Anja Schiller, Sandra Cervik
FILMBEWERTUNG
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