Nicotina - Jetzt auf DVD
DVD-Start:
23.01.2006
Leserbewertung:
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Mexico City, 21:17 – 23:49 Uhr
Dass das Rauchen die Gesundheit schädigt und die Lebenserwartung erheblich verkürzt, kann man mittlerweile in Dutzenden von Varianten auf jeder Zigarettenpackung lesen. Trotzdem rauchen die Protagonisten in dem mexikanischen Thriller Nicotina, als gäbe es kein Morgen mehr. Dass etliche von ihnen im Laufe des Echtzeit-Filmes auf der Strecke bleiben, hat aber wenig mit dem übermäßigen Genuss von Nikotin zu tun als vielmehr mit einer Reihe von Verwicklungen, die es in sich haben.
An einem Herbstabend hackt sich der Computerfreak Lolo (Diego Luna) in das System einer Schweizer Bank ein, um dort einige wohlgefüllte Konten auszuspionieren. Gemeinsam mit dem Kleinkriminellen Tomson (Jésus Ochoa) und dessen Kollegen Nene (Lucas Crespi) will Lolo dann die wertvollen Online-Daten bei dem russischen Mafioso Svoboda (Norman Sotolongo) gegen ein Säckchen Diamanten umtauschen. Dazu sind natürlich etliche Zigarettchen nötig, um das angespannte Nervenkostüm ein wenig zu beruhigen. Da Lolo aber gleichzeitig unsterblich in seine hübsche Nachbarin Andrea (Marta Belaustegui) verliebt ist und deren Wohnung mit Überwachungskameras und Mikrophonen ausgestattet hat, vergisst er schnell den eigentlichen Deal und versucht stattdessen die Rendezvous der jungen Dame zu hintertreiben.
Als einige andere Personen – darunter der Friseur Goyo (Rafael Inclán und seine geldgeile Gemahlin Carmen (Rosa María Bianchi), der reizbare Apotheker Beto (Daniel Giménez Cacho) und seine Gattin Clara (Carmen Madrid) – unversehens von dem Deal und den Diamanten Wind bekommen, ist die Gier geweckt und es beginnt eine mörderische Jagd auf die Edelsteine, in deren Verlauf so mancher auf der Strecke bleiben wird. Und so ganz nebenbei wird geraucht und philosophiert, geliebt, und gestritten, fast wie im richtigen Leben also, bis zum überraschenden Ende...
Natürlich rumpelt die schräge Echtzeit-Story, bei der die filmische Dauer annähernd so lang ist wie die dargestellte Zeit, an einigen Stellen gewaltig. Denn es gibt kaum einen Film, der diese Herausforderung einer zeitlichen 1:1-Umsetzung bislang hundertprozentig überzeugend auf die Leinwand gebracht hätte. Mancher Trick (wie etwa der geteilte Bildschirm bei jedem Telefonat) und dramaturgische Schlenker erscheint dem geübten Kinogeher als pure Spielerei oder als Taschenspielertrick und doch macht Hugo Rodriguez Film verdammt viel Spaß. Auch wenn die Vorbilder Guy Ritchie (Snatch) und Quentin Tarantino überdeutlich von der Leinwand grüßen, so ist es doch erstaunlich, wie raffiniert, unterhaltsam, verspielt und manchmal sogar philosophisch Nicotina über weite Strecken wirkt. Ein Film, den man – im Gegensatz zu mancher unnötigen Zigarette – getrost empfehlen kann; Genuss ohne Reue gewissermaßen. Übrigens war Nicotina bei den Mexican Film Awards des letzten Jahres mit sechs Auszeichnungen der große Abräumer. Und er ist der Beweis dafür, dass die mexikanische Filmszene sich langsam aus dem Schatten des großen Bruders im Norden löst und ebenso innovative wie unterhaltsame Filme herausbringt, die auch auf dem internationalen Parkett großartig bestehen können.
An einem Herbstabend hackt sich der Computerfreak Lolo (Diego Luna) in das System einer Schweizer Bank ein, um dort einige wohlgefüllte Konten auszuspionieren. Gemeinsam mit dem Kleinkriminellen Tomson (Jésus Ochoa) und dessen Kollegen Nene (Lucas Crespi) will Lolo dann die wertvollen Online-Daten bei dem russischen Mafioso Svoboda (Norman Sotolongo) gegen ein Säckchen Diamanten umtauschen. Dazu sind natürlich etliche Zigarettchen nötig, um das angespannte Nervenkostüm ein wenig zu beruhigen. Da Lolo aber gleichzeitig unsterblich in seine hübsche Nachbarin Andrea (Marta Belaustegui) verliebt ist und deren Wohnung mit Überwachungskameras und Mikrophonen ausgestattet hat, vergisst er schnell den eigentlichen Deal und versucht stattdessen die Rendezvous der jungen Dame zu hintertreiben.
Als einige andere Personen – darunter der Friseur Goyo (Rafael Inclán und seine geldgeile Gemahlin Carmen (Rosa María Bianchi), der reizbare Apotheker Beto (Daniel Giménez Cacho) und seine Gattin Clara (Carmen Madrid) – unversehens von dem Deal und den Diamanten Wind bekommen, ist die Gier geweckt und es beginnt eine mörderische Jagd auf die Edelsteine, in deren Verlauf so mancher auf der Strecke bleiben wird. Und so ganz nebenbei wird geraucht und philosophiert, geliebt, und gestritten, fast wie im richtigen Leben also, bis zum überraschenden Ende...
Natürlich rumpelt die schräge Echtzeit-Story, bei der die filmische Dauer annähernd so lang ist wie die dargestellte Zeit, an einigen Stellen gewaltig. Denn es gibt kaum einen Film, der diese Herausforderung einer zeitlichen 1:1-Umsetzung bislang hundertprozentig überzeugend auf die Leinwand gebracht hätte. Mancher Trick (wie etwa der geteilte Bildschirm bei jedem Telefonat) und dramaturgische Schlenker erscheint dem geübten Kinogeher als pure Spielerei oder als Taschenspielertrick und doch macht Hugo Rodriguez Film verdammt viel Spaß. Auch wenn die Vorbilder Guy Ritchie (Snatch) und Quentin Tarantino überdeutlich von der Leinwand grüßen, so ist es doch erstaunlich, wie raffiniert, unterhaltsam, verspielt und manchmal sogar philosophisch Nicotina über weite Strecken wirkt. Ein Film, den man – im Gegensatz zu mancher unnötigen Zigarette – getrost empfehlen kann; Genuss ohne Reue gewissermaßen. Übrigens war Nicotina bei den Mexican Film Awards des letzten Jahres mit sechs Auszeichnungen der große Abräumer. Und er ist der Beweis dafür, dass die mexikanische Filmszene sich langsam aus dem Schatten des großen Bruders im Norden löst und ebenso innovative wie unterhaltsame Filme herausbringt, die auch auf dem internationalen Parkett großartig bestehen können.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Nicotina - Jetzt auf DVD
Produktionsland:
Mexiko
Produktionsjahr:
2003
Länge:
93 (Min.)
Erschienen bei:
Sunfilm
Extras:
Making of, Biographien
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
23.01.2006
CAST & CREW
Regie:
Hugo Rodríguez
Hauptdarsteller:
Diego Luna, Daniel Giménez-Cacho, Lucas Crespi, Jesús Ochoa, Marta Belaustegui
FILMBEWERTUNG
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