Das TV-Original zum Kino-Remake
Wer im letzten halben Jahr öfter mal im Kino war und wer jetzt über diesen Film stolpert, der hat gute Chancen, ein echtes Déja-vu zu erleben. Denn Kevin McDonalds Film State of Play – Stand der Dinge mit Russell Crowe, Hellen Mirren, Ben Affleck und Rachel McAdams, am 18.6. 2009 in den deutschen Kinos startete, war das Remake dieser hervorragenden BBC-Miniserie aus dem Jahr 2003, die nun dankenswerterweise auf DVD erschienen ist.
Wer die Handlung des Kinofilms kennt, weiß bereits, um was es in Mord auf Seite eins geht: Die Geschichte beginnt mit zwei Todesfällen in London, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Denn sie spielen in zwei so unterschiedlichen Milieus der britischen Hauptstadt London, dass unmöglich ein Zusammenhang bestehen kann. Der erschossene farbige Teenager, der neben einem Müllcontainer regelrecht hingerichtet wird, ist für die Polizei ein klarer Fall – eine Abrechnung im Drogenmilieu. Wesentlich mysteriöser ist da schon der angebliche Selbstmord von Sonia Baker, der Assistentin des aufstrebenden Parlamentsabgeordneten Stephen Collins (David Morrissey), der die Energiekommission leitet und dem eine glänzende politische Karriere vorhergesagt wird. Dumm nur, dass Collins eine Affäre mit seiner Assistentin hatte, die ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird. Stephen glaubt nicht an den Selbstmord seiner Geliebten, ebenso wenig wie sein alter Freund, der Journalist Cal McCaffrey (John Simm), der gemeinsam mit seinen Kollegen vom Herald an der Story arbeitet.
Schnell kommen die Journalisten einer gigantischen Verschwörung auf die Spur, in der skrupellose Parteiinteressen, Energielobbyisten und private Leidenschaften eine wichtige Rolle spielen. Und Cal sitzt schon bald zwischen allen Stühlen: Sein journalistischer Ehrenkodex, seine alte Freundschaft zu Stephen und eine Affäre mit dessen Frau Anne machen die sowieso schon komplexe Story zu einem Sumpf aus Leidenschaft, Intrigen und Verrat.
Das schöne an dieser Doppel-DVD: Obwohl es sich hierbei "nur" um eine Fernsehproduktion handelt, ist Mord auf Seite Eins ein Film, der locker mit dem Kino-Remake mithalten kann und der seltsamerweise trotz 300 Minuten wesentlich konzentrierter und glaubwürdiger wirkt als die Neufassung für die große Leinwand. Wo sich nämlich die US-Version völlig unnötigerweise zu einer manchmal peinlichen und am Ende ziemlich pathetischen Eloge auf den guten alten Printjournalismus aufschwingt, geht die BBC-Serie sehr viel subtiler in ihrer Medienkritik vor.
Wer britische TV-Krimis oberster Güteklasse und spannende Politikthriller mag, der wird Mord auf Seite eins mit ziemlicher Sicherheit lieben. Zumal der Film atmosphärisch dicht inszeniert und mit derart grandiosen Darstellern besetzt ist, dass man das Remake glatt vergisst.
(Joachim Kurz)
Wer die Handlung des Kinofilms kennt, weiß bereits, um was es in Mord auf Seite eins geht: Die Geschichte beginnt mit zwei Todesfällen in London, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Denn sie spielen in zwei so unterschiedlichen Milieus der britischen Hauptstadt London, dass unmöglich ein Zusammenhang bestehen kann. Der erschossene farbige Teenager, der neben einem Müllcontainer regelrecht hingerichtet wird, ist für die Polizei ein klarer Fall – eine Abrechnung im Drogenmilieu. Wesentlich mysteriöser ist da schon der angebliche Selbstmord von Sonia Baker, der Assistentin des aufstrebenden Parlamentsabgeordneten Stephen Collins (David Morrissey), der die Energiekommission leitet und dem eine glänzende politische Karriere vorhergesagt wird. Dumm nur, dass Collins eine Affäre mit seiner Assistentin hatte, die ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird. Stephen glaubt nicht an den Selbstmord seiner Geliebten, ebenso wenig wie sein alter Freund, der Journalist Cal McCaffrey (John Simm), der gemeinsam mit seinen Kollegen vom Herald an der Story arbeitet.
Schnell kommen die Journalisten einer gigantischen Verschwörung auf die Spur, in der skrupellose Parteiinteressen, Energielobbyisten und private Leidenschaften eine wichtige Rolle spielen. Und Cal sitzt schon bald zwischen allen Stühlen: Sein journalistischer Ehrenkodex, seine alte Freundschaft zu Stephen und eine Affäre mit dessen Frau Anne machen die sowieso schon komplexe Story zu einem Sumpf aus Leidenschaft, Intrigen und Verrat.
Das schöne an dieser Doppel-DVD: Obwohl es sich hierbei "nur" um eine Fernsehproduktion handelt, ist Mord auf Seite Eins ein Film, der locker mit dem Kino-Remake mithalten kann und der seltsamerweise trotz 300 Minuten wesentlich konzentrierter und glaubwürdiger wirkt als die Neufassung für die große Leinwand. Wo sich nämlich die US-Version völlig unnötigerweise zu einer manchmal peinlichen und am Ende ziemlich pathetischen Eloge auf den guten alten Printjournalismus aufschwingt, geht die BBC-Serie sehr viel subtiler in ihrer Medienkritik vor.
Wer britische TV-Krimis oberster Güteklasse und spannende Politikthriller mag, der wird Mord auf Seite eins mit ziemlicher Sicherheit lieben. Zumal der Film atmosphärisch dicht inszeniert und mit derart grandiosen Darstellern besetzt ist, dass man das Remake glatt vergisst.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Mord auf Seite eins
Originaltitel:
State of Play
Produktionsland:
Großbritannien
Produktionsjahr:
2003
Länge:
300 (Min.)
Erschienen bei:
Polyband
Ton/Sprache:
Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
28.08.2009
CAST & CREW
Regie:
David Yates
Drehbuch:
Paul Abbott
Kamera:
Chris Seager
Schnitt:
Mark Day
Musik:
Nicholas Hooper
Hauptdarsteller:
Bill Nighy, Kelly MacDonald, David Morrissey, John Simm, Amelia Bullmore
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