Insomnia – Todesschlaf
DVD-Start:
14.11.2008
FSK:
16
Leserbewertung:
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Ein düsterer Thriller in der Helligkeit des Mittsommers
Als die 17jährige Schülerin Tanja ermordet auf einer Mülldeponie aufgefunden wird, formiert sich rasch ein Team aus schwedischen und norwegischen Experten der Polizei, um diese brutale Tat aufzuklären. In führender Position mit dabei ist der schwedische angesehene Mordexperte Jonas Engström (Stellan Skarsgård), der mit seinem Kollegen Erik Vik (Sverre Anker Ousdal) nach Norwegen reist, wo die Mittsommernachtszeit gerade ihren Höhepunkt erreicht hat – ein Umstand, der bei Engström zu einer an den Kräften zehrenden Schlaflosigkeit führt, die durch die dramatische Entwicklung der Ermittlungen noch verschärft wird.
Anfangs sieht es ganz so aus, als sei der Mord recht rasch aufzuklären, denn Engström ersinnt eine so schlichte wie wirksame Falle, um den Täter an den Ort seines Verbrechens zurückzulocken. Doch als dieser von der Polizei beobachtet tatsächlich erscheint, aber einen unbedachten Fluchtweg wählt, erschießt Engström bei der Verfolgung im Nebel aus Versehen seinen Partner Vik. Spontan vertuscht der Schwede seinen Irrtum und gibt vor, dass der Flüchtige den Polizisten getötet habe, fälscht die Beweise und führt nun einerseits offiziell die Ermittlungen weiter, während er insgheim mit dem Mörder Kontakt aufnimmt, der Zeuge seiner Manipulation geworden ist. Nun entspinnt sich ein spannungsgeladenes Machtspiel zwischen dem irrsinnig wirkenden Schriftsteller Jon Holt (Bjørn Floberg), der Engström gegenüber unumwunden zugibt, das Mädchen getötet zu haben, und dem eiskalten Ermittler, der sich bemüht, den ehemaligen Freund Tanjas (Bjørn Moan) als den Täter hinzustellen. Doch seine norwegische Kollegin Hilde Hagen (Gisken Armand) ist längst misstrauisch geworden, und Engström gerät zunehmend unter Druck, angegriffen auch von der erotischen Komponente des Mordes und der verführerischen Nähe zweier junger Mädchen, deren Präsenz ihn sogar zeitweilig die Kontrolle verlieren und übergriffig werden lässt. Um Beherrschung ringend bemüht sich der aus der Bahn geratene Ermittler, seinen Kopf aus der drohenden Schlinge zu ziehen, während die Schlaflosigkeit ihn in einen geradezu somnambulen Zustand versetzt ...
Ein aufregendes, ganz außergewöhnliches Spielfilmdebüt aus dem Jahre 1997 hat der norwegische Regisseur Erik Skjoldbjærg mit Insomnia – Todesschlaf / Insomnia vorgelegt, in dessen Mittelpunkt nicht die Aufklärung des Mordfalls steht, sondern die vielschichtige Figur und psychische Situation des nur scheinbar geradlinigen Polizisten, der keine Skrupel hat, seinen schwerwiegenden Fehler unter allen Umständen zu verbergen und dabei an die Grenze seiner Belastbarkeit und Integrität gerät. Bis in die komplexen Nebenschauplätze hinein zeichnet sich Insomnia – die Neuverfilmung des Stoffes von Christopher Nolan von 2002 mit Al Pacino in der Hauptrolle, an deren Drehbuch auch Erik Skjoldbjærg mitwirkte, ist weitaus bekannter und lief äußerst erfolgreich in den Kinos – durch eine raffiniert inszenierte Dramaturgie aus, deren kühle Atmosphäre den Zuschauer in ein Szenario bannt, in dem die klassischen Gegensätze von Recht und Unrecht destillieren. Ein absolut sehenswerter Film mit einem grandios aufspielendem Ensemble, das den Vergleich mit seinen ungleich berühmteren Nachfolgern des Remakes in keinster Weise scheuen muss.
(Marie Anderson)
Anfangs sieht es ganz so aus, als sei der Mord recht rasch aufzuklären, denn Engström ersinnt eine so schlichte wie wirksame Falle, um den Täter an den Ort seines Verbrechens zurückzulocken. Doch als dieser von der Polizei beobachtet tatsächlich erscheint, aber einen unbedachten Fluchtweg wählt, erschießt Engström bei der Verfolgung im Nebel aus Versehen seinen Partner Vik. Spontan vertuscht der Schwede seinen Irrtum und gibt vor, dass der Flüchtige den Polizisten getötet habe, fälscht die Beweise und führt nun einerseits offiziell die Ermittlungen weiter, während er insgheim mit dem Mörder Kontakt aufnimmt, der Zeuge seiner Manipulation geworden ist. Nun entspinnt sich ein spannungsgeladenes Machtspiel zwischen dem irrsinnig wirkenden Schriftsteller Jon Holt (Bjørn Floberg), der Engström gegenüber unumwunden zugibt, das Mädchen getötet zu haben, und dem eiskalten Ermittler, der sich bemüht, den ehemaligen Freund Tanjas (Bjørn Moan) als den Täter hinzustellen. Doch seine norwegische Kollegin Hilde Hagen (Gisken Armand) ist längst misstrauisch geworden, und Engström gerät zunehmend unter Druck, angegriffen auch von der erotischen Komponente des Mordes und der verführerischen Nähe zweier junger Mädchen, deren Präsenz ihn sogar zeitweilig die Kontrolle verlieren und übergriffig werden lässt. Um Beherrschung ringend bemüht sich der aus der Bahn geratene Ermittler, seinen Kopf aus der drohenden Schlinge zu ziehen, während die Schlaflosigkeit ihn in einen geradezu somnambulen Zustand versetzt ...
Ein aufregendes, ganz außergewöhnliches Spielfilmdebüt aus dem Jahre 1997 hat der norwegische Regisseur Erik Skjoldbjærg mit Insomnia – Todesschlaf / Insomnia vorgelegt, in dessen Mittelpunkt nicht die Aufklärung des Mordfalls steht, sondern die vielschichtige Figur und psychische Situation des nur scheinbar geradlinigen Polizisten, der keine Skrupel hat, seinen schwerwiegenden Fehler unter allen Umständen zu verbergen und dabei an die Grenze seiner Belastbarkeit und Integrität gerät. Bis in die komplexen Nebenschauplätze hinein zeichnet sich Insomnia – die Neuverfilmung des Stoffes von Christopher Nolan von 2002 mit Al Pacino in der Hauptrolle, an deren Drehbuch auch Erik Skjoldbjærg mitwirkte, ist weitaus bekannter und lief äußerst erfolgreich in den Kinos – durch eine raffiniert inszenierte Dramaturgie aus, deren kühle Atmosphäre den Zuschauer in ein Szenario bannt, in dem die klassischen Gegensätze von Recht und Unrecht destillieren. Ein absolut sehenswerter Film mit einem grandios aufspielendem Ensemble, das den Vergleich mit seinen ungleich berühmteren Nachfolgern des Remakes in keinster Weise scheuen muss.
(Marie Anderson)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Insomnia – Todesschlaf
Produktionsland:
Norwegen
Produktionsjahr:
1997
Länge:
92 (Min.)
Erschienen bei:
Capelight Pictures
Bildformat:
1,85:1 (anamorph)
Ton/Sprache:
Dolby Digital 2.0, Deutsch, Norwegisch
Extras:
Trailer, TV-Spot
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
14.11.2008
CAST & CREW
Regie:
Erik Skjoldbjærg
FILMBEWERTUNG
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