In den Tag hinein
DVD-Start:
04.07.2008
FSK:
12
Leserbewertung:
Noch nicht genügend Bewertungen
Treiben im Trieb
Im Gegensatz zum weithin vorherrschenden Ideal, dass der junge, moderne und aufstrebende Mensch seinen möglichst lückenlos überfüllten Lebenslauf plangemäß verfolgt, lässt sich diese unspektakuläre Filmheldin schlicht treiben. Ihre anscheinend lieblos ausgewählten Jobs in einer Kantine und abends als sexy Tänzerin in einer Diskothek reißt Lynn (Sabine Timoteo) routiniert ab, doch ihre übrige Lebenszeit verbringt die 22jährige, oftmals melancholische Frau in einem holprigen Tag- und Nachtrhythmus ganz nach Laune und vor allem spontaner Lust. Ihr Freund David (Florian Müller-Mohrungen) führt als Leistungsschwimmer ein diszipliniertes Leben, und in den Tagesablauf der Familie ihres Bruders, bei dem sie lebt, lässt sich Lynn kaum einbinden. Mit ihrer Kollegin Marie (Sabina Riedel) verbindet sie eine lockere, doch herzliche Freundschaft, und die beiden teilen manch Ausgelassenheit und manchen Joint miteinander. Veränderungen zeichnen sich nicht ab, so sehr Lynn auch manchmal für einen Augenblick die Sehnsucht nach einer drastischen Wendung in ihrem Dasein zu haben scheint, und es sieht ganz so aus, als könne sie unendlich weiter auf diese Weise in den Tag hinein leben.
Dann begegnet Lynn dem japanischen Studenten Koji (Hiroki Mano), und obwohl dessen Deutschkenntnisse noch recht karg sind, erkennen sich die beiden rasch als verwandte Wesen, deren vage Unrast sich gleichermaßen in einer Vorliebe für das Herumvagabundieren äußert, das sie nun immer häufiger im nächtlichen Berlin miteinander teilen. Doch ihre Anziehung ist ebenso stark durch das Verlangen nach symbiotischer Nähe und erotischer Körperlichkeit geprägt, und es entsteht eine Zuneigung, die nicht mehr lange mit der Beziehung Lynns zu ihrem Freund David vereinbar sein wird, so sehr diese auch daran festzuhalten bestrebt ist. Doch Entscheidungen sind nicht Lynns Terrain, und so zieht sie mit Koji durch die Nacht, gefangen in der beleuchteten Urbanität, die offensichtlich ihr Schicksal ist.
In den Tag hinein ist der erste Spielfilm der Regisseurin Maria Speth, die im letzten Jahr mit Madonnen erneut von sich reden machte und wiederum Auszeichnungen für ihre Arbeit erhielt. Es sind die unbehaglichen, schwierig zu fassenden Emotionen, denen sich die Filmemacherin in beiden Filmen widmet, deren Tristesse sich vornehmlich in starken Bildern manifestiert und weniger in den Dialogen, die häufig den Hauch einer Beliebigkeit transportieren. Die Dramaturgie von In den Tag hinein scheint sich ebenso wahllos zu entwickeln wie die Haltung der Heldin, treibt wie diese dahin, bis zum unvermeidlichen Ende, das den Zuschauer ein wenig ratlos zurücklässt und die Frage aufwirft, ob darin nicht etwa eine knallharte moralische Wertung enthalten ist, nach dem Motto: Wer so lebt, endet eben so! Doch im Grunde ist diese der Regisseurin, die auch die Drehbücher zu ihren beiden Spielfilmen selbst schrieb, kaum zuzutrauen, denn ihre Geschichten zeugen trotz einiger ungeschminkter Härten von einer authentischen Feinfühligkeit und gewaltigem Verständnis für ihre jungen, orientierungslosen Protagonistinnen.
(Marie Anderson)
Dann begegnet Lynn dem japanischen Studenten Koji (Hiroki Mano), und obwohl dessen Deutschkenntnisse noch recht karg sind, erkennen sich die beiden rasch als verwandte Wesen, deren vage Unrast sich gleichermaßen in einer Vorliebe für das Herumvagabundieren äußert, das sie nun immer häufiger im nächtlichen Berlin miteinander teilen. Doch ihre Anziehung ist ebenso stark durch das Verlangen nach symbiotischer Nähe und erotischer Körperlichkeit geprägt, und es entsteht eine Zuneigung, die nicht mehr lange mit der Beziehung Lynns zu ihrem Freund David vereinbar sein wird, so sehr diese auch daran festzuhalten bestrebt ist. Doch Entscheidungen sind nicht Lynns Terrain, und so zieht sie mit Koji durch die Nacht, gefangen in der beleuchteten Urbanität, die offensichtlich ihr Schicksal ist.
In den Tag hinein ist der erste Spielfilm der Regisseurin Maria Speth, die im letzten Jahr mit Madonnen erneut von sich reden machte und wiederum Auszeichnungen für ihre Arbeit erhielt. Es sind die unbehaglichen, schwierig zu fassenden Emotionen, denen sich die Filmemacherin in beiden Filmen widmet, deren Tristesse sich vornehmlich in starken Bildern manifestiert und weniger in den Dialogen, die häufig den Hauch einer Beliebigkeit transportieren. Die Dramaturgie von In den Tag hinein scheint sich ebenso wahllos zu entwickeln wie die Haltung der Heldin, treibt wie diese dahin, bis zum unvermeidlichen Ende, das den Zuschauer ein wenig ratlos zurücklässt und die Frage aufwirft, ob darin nicht etwa eine knallharte moralische Wertung enthalten ist, nach dem Motto: Wer so lebt, endet eben so! Doch im Grunde ist diese der Regisseurin, die auch die Drehbücher zu ihren beiden Spielfilmen selbst schrieb, kaum zuzutrauen, denn ihre Geschichten zeugen trotz einiger ungeschminkter Härten von einer authentischen Feinfühligkeit und gewaltigem Verständnis für ihre jungen, orientierungslosen Protagonistinnen.
(Marie Anderson)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
In den Tag hinein
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2001
Länge:
114 (Min.)
Erschienen bei:
Filmgalerie 451
Bildformat:
16:9
Ton/Sprache:
Dolby Digital 2.0, Deutsch
Extras:
Keine
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
04.07.2008
CAST & CREW
Regie:
Maria Speth
Hauptdarsteller:
Sabine Timoteo, Hiroki Mano, Florian Müller-Mohrungen, Kim Andrzejewski, Sabina Riedel
FILMBEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
WEITERE INHALTE AUF kino-zeit.de
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)






