Fußball als Kampf der Geschlechter
Deutschland war im Fußballfieber, und Fans warteten ungeduldig auf die für sie wichtigsten Tage des Jahres. Während die Vorbereitungen für die Fußballweltmeisterschaft 2006 auf Hochtouren liefen war auch im Kino zu beobachten, dass sich thematisch auf die WM eingestellt wurde.
Den erfolgreichen Anfang machte bereits vor Jahren Sönke Wortmann: Er huldigte in Das Wunder von Bern dem Sieg Deutschlands 1954, und je näher das Fußballereignis rückte, desto häufiger war der Fußball auch im Kino zu finden: Die wilden Kerle wurde vor zu einem Überraschungserfolg und hat schon zwei überaus besucherstarke Fortsetzungen nach sich gezogen. In Eine andere Liga ging es ernster zu: Für die an Krebs erkrankte Hayat ist Fußball eine Möglichkeit, ins Leben zurückzufinden. Als fußballverrückte Göre sieht sie im Sport das Ziel, dass sie die Krankheit überwinden lässt. Männer wie wir erzählt von einem schwulen Torwart, der seine Fußballehre retten will, und daher darf seine Mannschaft den Heteros zeigen, wie man das Runde ins Eckige befördert.
Die Weltmeisterschaft rückte näher, und mit FC Venus kam Film in die Kinos, in dem der Fußball im Mittelpunkt steht: Paul (Christian Ulmen) und Anna (Nora Tschirner) werden aus ihrer Berliner Großstadtidylle gerissen: Paul bekommt einen Notruf aus seiner Heimatstadt Imma: Fußballverein „Eintracht Imma“ kann nur noch mit Pauls Hilfe vor dem Abstieg gerettet werden – sagen wenigstens die Kumpels in der Kleinstadt. Mit Tricks und Mühe kann Paul seine Anna nach Imma locken. Anna kann die Fußball-Leidenschaft ihres Freundes gar nicht verstehen. Sie sieht dann auch ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Alles dreht sich hier um Fußball: In den Schlafzimmern liegt Kunstrasen, die Bettwäsche zeigt Effenberg und Hochzeiten werden ziemlich unromantisch auf dem Fußballplatz gefeiert. Und nicht nur Anna ist genervt: Auch die Frauen des Ortes sind angefressen von der Tatsache, dass das runde Leder mehr Aufmerksamkeit von den Männern bekommt als sie selber. Die Frauen wollen sich das nicht länger gefallen lassen und planen einen Gegenangriff: Mit einem Fußballspiel soll ein für allemal geklärt werden, wie es weitergehen soll: Wenn die Frauen gewinnen ist für die Männer Schluss mit Fußball; wenn aber die Männer siegen, dürfen die Frauen nie wieder meckern!
Die Männer sehen sich schon als Sieger: „Ha! Elf Hausfrauen sollt Ihr sein!“ Tatsächlich haben die Frauen erst einmal keine Ahnung vom Fußballspielen. Aber mit jeder Menge weiblichem Geschick beginnen sie zu trainieren, lernen eine Menge über Lederkicken und bekommen sogar Unterstützung von einem echten Couch, der die Frauen vom FC Venus bis zum Umfallen quält: Kondition, Technik, Ausdauer – jeden Tag volles Programm. Die Frauen trainieren so hart, dass die Männer kalte Füße bekommen. Und als das spannende Finale startet, bleibt keine Träne trocken: Der FC Venus macht den Kerlen auf dem Rasen ganz schon die Hölle heiß. „Das sind doch nur Frauen!“ brüllen sie verzweifelt und müssen merken, dass die Gattinnen mehr können als am Herd stehen!
Obwohl FC Venus vordergründig ein Film um Fußball ist, geht es im Grunde um etwas anderes: Hier wird der Geschlechterkampf zwischen Männern und Frauen auf dem Rasen mit dem runden Lederding ausgetragen: Die Frauen müssen sich gegen ihre arroganten Männer durchsetzen. Daher ist FC Venus eine tolle Komödie mit toller Musik und forschen Sprüchen, die mit allen Vorurteilen spielt, die schon immer zwischen Männer und Frauen hin und her gekickt wurden.
(Holger Lodahl)
Den erfolgreichen Anfang machte bereits vor Jahren Sönke Wortmann: Er huldigte in Das Wunder von Bern dem Sieg Deutschlands 1954, und je näher das Fußballereignis rückte, desto häufiger war der Fußball auch im Kino zu finden: Die wilden Kerle wurde vor zu einem Überraschungserfolg und hat schon zwei überaus besucherstarke Fortsetzungen nach sich gezogen. In Eine andere Liga ging es ernster zu: Für die an Krebs erkrankte Hayat ist Fußball eine Möglichkeit, ins Leben zurückzufinden. Als fußballverrückte Göre sieht sie im Sport das Ziel, dass sie die Krankheit überwinden lässt. Männer wie wir erzählt von einem schwulen Torwart, der seine Fußballehre retten will, und daher darf seine Mannschaft den Heteros zeigen, wie man das Runde ins Eckige befördert.
Die Weltmeisterschaft rückte näher, und mit FC Venus kam Film in die Kinos, in dem der Fußball im Mittelpunkt steht: Paul (Christian Ulmen) und Anna (Nora Tschirner) werden aus ihrer Berliner Großstadtidylle gerissen: Paul bekommt einen Notruf aus seiner Heimatstadt Imma: Fußballverein „Eintracht Imma“ kann nur noch mit Pauls Hilfe vor dem Abstieg gerettet werden – sagen wenigstens die Kumpels in der Kleinstadt. Mit Tricks und Mühe kann Paul seine Anna nach Imma locken. Anna kann die Fußball-Leidenschaft ihres Freundes gar nicht verstehen. Sie sieht dann auch ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Alles dreht sich hier um Fußball: In den Schlafzimmern liegt Kunstrasen, die Bettwäsche zeigt Effenberg und Hochzeiten werden ziemlich unromantisch auf dem Fußballplatz gefeiert. Und nicht nur Anna ist genervt: Auch die Frauen des Ortes sind angefressen von der Tatsache, dass das runde Leder mehr Aufmerksamkeit von den Männern bekommt als sie selber. Die Frauen wollen sich das nicht länger gefallen lassen und planen einen Gegenangriff: Mit einem Fußballspiel soll ein für allemal geklärt werden, wie es weitergehen soll: Wenn die Frauen gewinnen ist für die Männer Schluss mit Fußball; wenn aber die Männer siegen, dürfen die Frauen nie wieder meckern!
Die Männer sehen sich schon als Sieger: „Ha! Elf Hausfrauen sollt Ihr sein!“ Tatsächlich haben die Frauen erst einmal keine Ahnung vom Fußballspielen. Aber mit jeder Menge weiblichem Geschick beginnen sie zu trainieren, lernen eine Menge über Lederkicken und bekommen sogar Unterstützung von einem echten Couch, der die Frauen vom FC Venus bis zum Umfallen quält: Kondition, Technik, Ausdauer – jeden Tag volles Programm. Die Frauen trainieren so hart, dass die Männer kalte Füße bekommen. Und als das spannende Finale startet, bleibt keine Träne trocken: Der FC Venus macht den Kerlen auf dem Rasen ganz schon die Hölle heiß. „Das sind doch nur Frauen!“ brüllen sie verzweifelt und müssen merken, dass die Gattinnen mehr können als am Herd stehen!
Obwohl FC Venus vordergründig ein Film um Fußball ist, geht es im Grunde um etwas anderes: Hier wird der Geschlechterkampf zwischen Männern und Frauen auf dem Rasen mit dem runden Lederding ausgetragen: Die Frauen müssen sich gegen ihre arroganten Männer durchsetzen. Daher ist FC Venus eine tolle Komödie mit toller Musik und forschen Sprüchen, die mit allen Vorurteilen spielt, die schon immer zwischen Männer und Frauen hin und her gekickt wurden.
(Holger Lodahl)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
FC Venus (DVD)
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2005
Länge:
95 (Min.)
Erschienen bei:
Eurovideo
Bildformat:
2.35:1 (anamorph)
Ton/Sprache:
Dolby Digital 5.1, Deutsch
Extras:
FC Venus Special, Making of, Interviews, Audiokommentar von Regisseurin Ute Wieland, Kino-Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
16.11.2006
CAST & CREW
Regie:
Ute Wieland
Hauptdarsteller:
Florian Lukas, Nora Tschirner, Christian Ulmen, Leslie Malton, Heinz Hoenig
FILMBEWERTUNG
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