Die letzte Metro
DVD-Start:
17.09.2008
FSK:
12
Leserbewertung:
Noch nicht genügend Bewertungen
Auf der Bühne die, im Keller der Verschwundene
Die Liste der Auszeichnungen für dieses berühmte Werk des französischen Filmemachers François Truffaut aus dem Jahre 1980 ist mit allein zehn Césars lang, auch wenn es bei den begehrten Academy Awards lediglich eine Nominierung gab. Die letzte Metro / Le dernier métro ist in Bezug auf das markante Schauspielerensemble, die gesamte Dramaturgie, die sozialpolitischen wie historischen Aspekte, die sorgfältig installierten Details und nicht zuletzt auf die spannende Geschichte in der Tat ein ganz außergewöhnlich ansprechender Film um Theaterwelten und harte Lebensrealitäten, deren Verhältnis zueinander von mitunter fließenden Grenzverläufen geprägt ist.
Paris zur Zeit der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg: Die schöne, resolute Schauspielerin Marion Steiner (Catherine Deneuve) übernimmt an Stelle ihres Mannes Lucas (Heinz Bennent) die Leitung des Theaters Montmartre, da dieser selbst sich auf Grund seiner jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten in Sicherheit bringen muss. Während Lucas Steiner offiziell zur Tarnung nach Südamerika geflüchtet ist, hält er sich in Wirklichkeit in den abgeschotteten Kellerräumen unter dem Theater auf, von seiner Frau unauffällig versorgt, die als einzige um seinen wahren Aufenthalt weiß. Marion führt den angegriffenen Kulturbetrieb, der argwöhnisch von dem zudringlichen Kritiker Daxiat (Jean-Louis Richard), der im Dienste der deutschen Zensurbehörde steht, beobachtet wird, nach den Anweisungen ihres Mannes weiter, der durch einen Luftschacht die Proben auf der Bühne live mitverfolgen kann und dadurch vor der größten Verzweiflung in seinem unterirdischen Versteck bewahrt wird – ein gefährlicher, aufreibender Balanceakt für die attraktive, umschwärmte Frau mit der ungeheuer erotischen Ausstrahlung, die zugleich die Premiere des neuen Stücks „Die Verschwundene“ vorbereitet, in dem sie die Hauptrolle spielt, und nebenbei insgeheim so viel Zeit wie möglich mit ihrem Mann verbringt.
Mit dem Schauspieler Bernard Granger (Gérard Depardieu), der sich als hartnäckiger Frauenliebhaber präsentiert und an der Seite von Marion für die männliche Hauptrolle in dem Stück engagiert wird, betritt eine weitere schillernde Figur die Szene. Bernard ist offensichtlich ebenfalls in konspirative Aktivitäten verstrickt und meidet den Kontakt mit den deutschen Besatzern so gut es möglich ist. Zwischen ihm und Marion bahnt sich verhalten und zaghaft eine unausgesprochene Annäherung an, die unter den belastenden Umständen jedoch zunächst keinen Raum findet. Als der verschlagene Kollaborateur Daxiat eines Tages entdeckt und Marion direkt damit konfrontiert, dass Lucas Steiner offensichtlich Frankreich niemals verlassen hat, erscheinen bald darauf zwei Angehörige der Gestapo während einer Vorstellung im Theater, um Einsicht in den Keller zu fordern ...
Es ist zuvorderst die in Gesten, Worten und Bildern derart gewaltige Lebendigkeit, die diesen Film zu einer vielschichtigen, intelligent konstruierten Parabel über die Leidenschaft, das Schauspiel und die Gefahren in politisch wie sozial unruhigen Zeiten macht, in denen die Menschen nichtsdestotrotz (über)leben, lachen und lieben wollen, vielleicht sogar stärker als je zuvor. Die Reichhaltigkeit der filmischen Gestaltung, die von dokumentarisch erscheinenden Sequenzen eingefasst ist und vor allem durch das Theaterstück innerhalb der Handlung an Doppeldeutigkeit gewinnt, verleiht Die letzte Metro zudem den Charakter einer fiktiven, selbstreferentiellen und mitunter ironisch anmutenden Milieustudie, zu welcher umfangreiches, interessantes Begleitmaterial auf der DVD zu finden ist.
(Marie Anderson)
Paris zur Zeit der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg: Die schöne, resolute Schauspielerin Marion Steiner (Catherine Deneuve) übernimmt an Stelle ihres Mannes Lucas (Heinz Bennent) die Leitung des Theaters Montmartre, da dieser selbst sich auf Grund seiner jüdischen Herkunft vor den Nationalsozialisten in Sicherheit bringen muss. Während Lucas Steiner offiziell zur Tarnung nach Südamerika geflüchtet ist, hält er sich in Wirklichkeit in den abgeschotteten Kellerräumen unter dem Theater auf, von seiner Frau unauffällig versorgt, die als einzige um seinen wahren Aufenthalt weiß. Marion führt den angegriffenen Kulturbetrieb, der argwöhnisch von dem zudringlichen Kritiker Daxiat (Jean-Louis Richard), der im Dienste der deutschen Zensurbehörde steht, beobachtet wird, nach den Anweisungen ihres Mannes weiter, der durch einen Luftschacht die Proben auf der Bühne live mitverfolgen kann und dadurch vor der größten Verzweiflung in seinem unterirdischen Versteck bewahrt wird – ein gefährlicher, aufreibender Balanceakt für die attraktive, umschwärmte Frau mit der ungeheuer erotischen Ausstrahlung, die zugleich die Premiere des neuen Stücks „Die Verschwundene“ vorbereitet, in dem sie die Hauptrolle spielt, und nebenbei insgeheim so viel Zeit wie möglich mit ihrem Mann verbringt.
Mit dem Schauspieler Bernard Granger (Gérard Depardieu), der sich als hartnäckiger Frauenliebhaber präsentiert und an der Seite von Marion für die männliche Hauptrolle in dem Stück engagiert wird, betritt eine weitere schillernde Figur die Szene. Bernard ist offensichtlich ebenfalls in konspirative Aktivitäten verstrickt und meidet den Kontakt mit den deutschen Besatzern so gut es möglich ist. Zwischen ihm und Marion bahnt sich verhalten und zaghaft eine unausgesprochene Annäherung an, die unter den belastenden Umständen jedoch zunächst keinen Raum findet. Als der verschlagene Kollaborateur Daxiat eines Tages entdeckt und Marion direkt damit konfrontiert, dass Lucas Steiner offensichtlich Frankreich niemals verlassen hat, erscheinen bald darauf zwei Angehörige der Gestapo während einer Vorstellung im Theater, um Einsicht in den Keller zu fordern ...
Es ist zuvorderst die in Gesten, Worten und Bildern derart gewaltige Lebendigkeit, die diesen Film zu einer vielschichtigen, intelligent konstruierten Parabel über die Leidenschaft, das Schauspiel und die Gefahren in politisch wie sozial unruhigen Zeiten macht, in denen die Menschen nichtsdestotrotz (über)leben, lachen und lieben wollen, vielleicht sogar stärker als je zuvor. Die Reichhaltigkeit der filmischen Gestaltung, die von dokumentarisch erscheinenden Sequenzen eingefasst ist und vor allem durch das Theaterstück innerhalb der Handlung an Doppeldeutigkeit gewinnt, verleiht Die letzte Metro zudem den Charakter einer fiktiven, selbstreferentiellen und mitunter ironisch anmutenden Milieustudie, zu welcher umfangreiches, interessantes Begleitmaterial auf der DVD zu finden ist.
(Marie Anderson)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Die letzte Metro
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
1980
Länge:
126 (Min.)
Erschienen bei:
Concorde Home Entertainment
Bildformat:
1,78:1 (anamorph)
Ton/Sprache:
Dolby Digital 1.0, Deutsch, Französisch
Extras:
Audiokommentar von Gérard Depardieu und Jean-Pierre Azéma, Präsentation des Films von Serge Toubiana, Interview mit François Truffaut, "Freude am Lesen" mit François Truffaut, "Die Nacht der Césars", unveröffentlichte Szenen
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
17.09.2008
CAST & CREW
Regie:
Francois Truffaut
Hauptdarsteller:
Heinz Bennent, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Andrea Ferréol, Jean Poiret
FILMBEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
WEITERE INHALTE AUF kino-zeit.de
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Artikel zum Thema
Auf Liebe und Tod
Die süße Haut
Zwei Mädchen aus Wales und die Liebe zum Kontinent
Liebe auf der Flucht
Tisch und Bett
Geraubte Küsse
François Truffaut: Antoine-Doinel-Zyklus
Die Frau nebenan
Ein schönes Mädchen wie ich
Sie küssten und sie schlugen ihn
Die Braut trug schwarz
Schießen Sie auf den Pianisten
Fahrenheit 451- Jetzt auf DVD
Jules und Jim – TV-Tipp der Woche
Fahrenheit 451






