Hollywood Babylon
Zu den Film Noir der Stunde (Zodiac, Die schwarze Dahlie, Lonely Hearts Killers) gesellt sich ein weiteres Highlight. Die Hollywood-Verschwörung von Serienregisseur Allen Coulter (Die Sopranos, Sex and the City) besticht als toll ausgestattetes Sittengemälde der 40er und 50er Jahre und mit einer außerordentlich guten A-Liga-Besetzung. Wer ganz besonders positiv auffällt, ist Ben Affleck, der nach langer Durststrecke mit teuren Flops der Marke Gigli, Paycheck und Jersey Girl und ärgerlichem Medien-Tohuwabohu (seine Liason mit Jennifer Lopez) endlich wieder in einem guten Film mit noch besserer Leistung glänzen kann. Ihm zur Seite stehen mit Adrien Brody (Der Pianist), Diane Lane (Judge Dredd) und Bob Hoskins (Stay) weitere hochkarätige Schauspieler.
Im Jahr 1959 hangelt sich Privatschnüffler Louis Simo (Adrien Brody) von einem erbärmlichen Fall zum nächsten und muss nebenher noch die Beziehung zur Ex-Frau und dem kleinen Sohn aufrecht halten. Über den Tipp eines Kollegen kommt er an den vermeintlichen Selbstmord des Superman-Darstellers George Reeves (Ben Affleck). Allzu viele Ungereimtheiten lassen Simo Blut lecken und so macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Parallel hierzu erleben wir die 40er, in denen Reeves Einstieg ins Business und seine ersten Erfolge gezeigt werden. Mit dem Einstieg in die Superman-Serie beginnt auch Reeves große Zeit – jedoch nur bei den Kids. Der ganz große Durchbruch im Spielfilm bleibt Reeves versagt. Doch Reeves hat große Pläne und die Absetzung der Superman-Serie soll für diese der Startschuss sein. Das er seiner Geliebten Toni Mannix (Diane Lane), der Gattin von Produzent Eddie Mannix (Bob Hoskins), den Laufpass gibt, beschleunigt seinen Fall nur…
Das wirklich großartige an Die Hollywood-Verschwörung ist die Struktur, in der der Zuschauer die Ermittlungsergebnisse Simos als Rückblende aufgerollt bekommt. Das ist nicht nur unterhaltsam und clever, sondern auch unterstreicht das harte Leben in der Traumfabrik. Trotz Kontakten und Geld, muss sich der gutmütige Reeves immerzu abstrampeln, greift immer häufiger zur Flasche. Allein die Super-8-Aufnahmen, mit denen sich Reeves bei einer neuen Serie anbiedern will, sprechen Bände und zeugen von Afflecks wieder gefundener großartiger Schauspielkunst. Was er allein in diesen kurzen Momenten an Hilflosigkeit rüberbringt, ist phänomenal.
Das der schöne Originaltitel "Hollywoodland" in den plakativeren Die Hollywood-Verschwörung geändert wurde, zeugt jedoch nicht von besonderer Cleverness. Spiegelt "Hollywoodland" doch eine ganze Epoche, eine ganze Generation wider. Über jeden Zweifel erhaben ist jedoch die grandiose Kameraarbeit von Jonathan Freeman (Rome) und das schnörkellose Drehbuch Paul Bernbaum (Next). Von diesen Beiden wird man sicher noch hören. Wer auf Kenneth Angers Hollywood Babylon-Bücher steht, ist bei der Hollywood-Verschwörung goldrichtig.
(Renatus Töpke)
Im Jahr 1959 hangelt sich Privatschnüffler Louis Simo (Adrien Brody) von einem erbärmlichen Fall zum nächsten und muss nebenher noch die Beziehung zur Ex-Frau und dem kleinen Sohn aufrecht halten. Über den Tipp eines Kollegen kommt er an den vermeintlichen Selbstmord des Superman-Darstellers George Reeves (Ben Affleck). Allzu viele Ungereimtheiten lassen Simo Blut lecken und so macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Parallel hierzu erleben wir die 40er, in denen Reeves Einstieg ins Business und seine ersten Erfolge gezeigt werden. Mit dem Einstieg in die Superman-Serie beginnt auch Reeves große Zeit – jedoch nur bei den Kids. Der ganz große Durchbruch im Spielfilm bleibt Reeves versagt. Doch Reeves hat große Pläne und die Absetzung der Superman-Serie soll für diese der Startschuss sein. Das er seiner Geliebten Toni Mannix (Diane Lane), der Gattin von Produzent Eddie Mannix (Bob Hoskins), den Laufpass gibt, beschleunigt seinen Fall nur…
Das wirklich großartige an Die Hollywood-Verschwörung ist die Struktur, in der der Zuschauer die Ermittlungsergebnisse Simos als Rückblende aufgerollt bekommt. Das ist nicht nur unterhaltsam und clever, sondern auch unterstreicht das harte Leben in der Traumfabrik. Trotz Kontakten und Geld, muss sich der gutmütige Reeves immerzu abstrampeln, greift immer häufiger zur Flasche. Allein die Super-8-Aufnahmen, mit denen sich Reeves bei einer neuen Serie anbiedern will, sprechen Bände und zeugen von Afflecks wieder gefundener großartiger Schauspielkunst. Was er allein in diesen kurzen Momenten an Hilflosigkeit rüberbringt, ist phänomenal.
Das der schöne Originaltitel "Hollywoodland" in den plakativeren Die Hollywood-Verschwörung geändert wurde, zeugt jedoch nicht von besonderer Cleverness. Spiegelt "Hollywoodland" doch eine ganze Epoche, eine ganze Generation wider. Über jeden Zweifel erhaben ist jedoch die grandiose Kameraarbeit von Jonathan Freeman (Rome) und das schnörkellose Drehbuch Paul Bernbaum (Next). Von diesen Beiden wird man sicher noch hören. Wer auf Kenneth Angers Hollywood Babylon-Bücher steht, ist bei der Hollywood-Verschwörung goldrichtig.
(Renatus Töpke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Die Hollywood-Verschwörung (DVD)
Originaltitel:
Hollywoodland
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2006
Länge:
121 (Min.)
Erschienen bei:
Studiocanal
Bildformat:
16:9
Ton/Sprache:
Dolby Digital 5.1, Deutsch, Englisch
Extras:
Der Glamour des alten Hollywood, Hinter den Schlagzeilen, Hollywood damals und heute, Zusätzliche Szenen, Trailer, Wendecover
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
22.09.2011
CAST & CREW
Regie:
Allen Coulter
Drehbuch:
Paul Bernbaum
Kamera:
Jonathan Freeman
Schnitt:
Michael Berenbaum
Musik:
Marcelo Zarvos
Hauptdarsteller:
Diane Lane, Bob Hoskins, Ben Affleck, Robin Tunney, Adrien Brody
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