Das Comeback - Jetzt auf DVD
DVD-Start:
02.01.2006
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Geschichte eines wahren Helden
Dass sich mit gefühlsbetonten und realitätsnahen Boxgeschichten eine Menge Geld verdienen lässt, weiß Hollywood spätestens seit den Blockbustern Million Dollar Baby und Ali. Wenn das Produktionsteam ganz sicher gehen will, engagiert es ein, zwei bekannte Gesichter und holt einen Regisseur von Welt an Bord. Soweit die Theorie.
Glücklicherweise lassen sich Kinofilme nicht nach derart einfachen mathematischen Prinzipien arrangieren. Die neue Saga von Ron Howard hat sich nach allen Regeln der Kunst an die Vorgabe gehalten. Aus den Kinosesseln reißt den Zuschauer Das Comeback leider trotzdem nicht.
Russell Crowe in der Rolle, die ihm auf den medialen Körper geschrieben ist: Kämpfer. Diesmal sind seine Gegner keine Löwen oder durch Schizophrenie geborene Fantasiegestalten, sondern die Weltwirtschaftskrise und der eigene körperliche Verfall. Im New York der späten 20-er Jahre spielt er Jim Braddock, einen liebenden Ehemann und Familienvater, der als erfolgreicher Boxer auf dem Weg nach oben ist. Leichtfüßig, sympatisch und ungeschlagen boxt er sich in die Herzen der Zuschauer. Wenig später trifft die große Depression die bis dahin verwöhnten Amerikaner. Auch Jims Familie wird nicht verschont. Seine sportlichen Träume und Ambitionen hat Jim nach einer Reihe von Verletzungen längst begraben. Völlig außer Form kämpft er ums nackte Überleben. Als ihm zu allem Überfluss auch die notwendige Boxlizenz entzogen wird, steht für ihn, seine Frau Mae (Renée Zellweger) und die drei Kinder alles auf dem Spiel. Mit brutalen Knochenjobs im Hafen hält er die Familie über Wasser. Gerade als es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, erhält Jim ein Angebot. Sein ehemaliger Manager bietet ihm einen einzigen Boxkampf, für Jim als krassen Außenseiter. Spätestens an dieser Stelle ist der Film großes Hollywood-Kitsch-Kino. Denn – das Wunder wird wahr, Jim Braddock gewinnt, eilt von einem Sieg zum nächsten. Wenig später bekommt er die einmalige Chance, um den Weltmeistertitel im Schwergewicht zu boxen. Der Gegner ist für seine Brutalität und unfairen Methoden bekannt. Wieder geht es für Jim ums Überleben.
So spektakulär und beeindruckend Regisseur Ron Howard die Geschichte des Jim Braddock auch inszeniert – der Eindruck, man hätte das Geschehen auf der Leinwand schon ein Dutzend Mal gesehen, begleitet den Zuschauer durch den gesamten Film. Mit viel Leid und Pathos will der Film hin zu emotionaler Gefangenheit. Diese will sich aber partout nicht einstellen. Nach zwei Stunden Film ist der Zuschauer genauso erschlagen wie Jims zahlreichen Ringgegner. Das Ideal des großen amerikanischen Helden, der sich aufopfernd um seine Familie kümmert, Sozialhilfe an den Staat zurückgibt und sich über Nacht in die Herzen des Publikums boxt, ist schlichtweg zu einfach inszeniert. Russell Crowe ist weit entfernt von schauspielerischem Facettenreichtum. Auch Renée Zellweger, besser bekannt als schwergewichtige Bridget Jones oder herrlich komische Ruby in Cold Mountain, kann der Geschichte keinen Glanz verleihen. Mit Ausnahme des Managers Joe (Paul Giamatti) bleiben die Charaktere zu stereotyp; die good-guy contra bad-guy Methodik durchschaut man ohne jede Mühe.
So bleibt Das Comeback weit hinter den Erwartungen zurück. Geschichte und Darsteller sind so verwechselbar wie die zahllosen Kämpfe in Zeitlupe. Der große Held im Kino wird wie der wahre Held des Boxsports in keinem kollektiven Gedächtnis verbleiben. Jim Braddock starb 1974 in den USA.
(Gesine Grassel)
Glücklicherweise lassen sich Kinofilme nicht nach derart einfachen mathematischen Prinzipien arrangieren. Die neue Saga von Ron Howard hat sich nach allen Regeln der Kunst an die Vorgabe gehalten. Aus den Kinosesseln reißt den Zuschauer Das Comeback leider trotzdem nicht.
Russell Crowe in der Rolle, die ihm auf den medialen Körper geschrieben ist: Kämpfer. Diesmal sind seine Gegner keine Löwen oder durch Schizophrenie geborene Fantasiegestalten, sondern die Weltwirtschaftskrise und der eigene körperliche Verfall. Im New York der späten 20-er Jahre spielt er Jim Braddock, einen liebenden Ehemann und Familienvater, der als erfolgreicher Boxer auf dem Weg nach oben ist. Leichtfüßig, sympatisch und ungeschlagen boxt er sich in die Herzen der Zuschauer. Wenig später trifft die große Depression die bis dahin verwöhnten Amerikaner. Auch Jims Familie wird nicht verschont. Seine sportlichen Träume und Ambitionen hat Jim nach einer Reihe von Verletzungen längst begraben. Völlig außer Form kämpft er ums nackte Überleben. Als ihm zu allem Überfluss auch die notwendige Boxlizenz entzogen wird, steht für ihn, seine Frau Mae (Renée Zellweger) und die drei Kinder alles auf dem Spiel. Mit brutalen Knochenjobs im Hafen hält er die Familie über Wasser. Gerade als es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, erhält Jim ein Angebot. Sein ehemaliger Manager bietet ihm einen einzigen Boxkampf, für Jim als krassen Außenseiter. Spätestens an dieser Stelle ist der Film großes Hollywood-Kitsch-Kino. Denn – das Wunder wird wahr, Jim Braddock gewinnt, eilt von einem Sieg zum nächsten. Wenig später bekommt er die einmalige Chance, um den Weltmeistertitel im Schwergewicht zu boxen. Der Gegner ist für seine Brutalität und unfairen Methoden bekannt. Wieder geht es für Jim ums Überleben.
So spektakulär und beeindruckend Regisseur Ron Howard die Geschichte des Jim Braddock auch inszeniert – der Eindruck, man hätte das Geschehen auf der Leinwand schon ein Dutzend Mal gesehen, begleitet den Zuschauer durch den gesamten Film. Mit viel Leid und Pathos will der Film hin zu emotionaler Gefangenheit. Diese will sich aber partout nicht einstellen. Nach zwei Stunden Film ist der Zuschauer genauso erschlagen wie Jims zahlreichen Ringgegner. Das Ideal des großen amerikanischen Helden, der sich aufopfernd um seine Familie kümmert, Sozialhilfe an den Staat zurückgibt und sich über Nacht in die Herzen des Publikums boxt, ist schlichtweg zu einfach inszeniert. Russell Crowe ist weit entfernt von schauspielerischem Facettenreichtum. Auch Renée Zellweger, besser bekannt als schwergewichtige Bridget Jones oder herrlich komische Ruby in Cold Mountain, kann der Geschichte keinen Glanz verleihen. Mit Ausnahme des Managers Joe (Paul Giamatti) bleiben die Charaktere zu stereotyp; die good-guy contra bad-guy Methodik durchschaut man ohne jede Mühe.
So bleibt Das Comeback weit hinter den Erwartungen zurück. Geschichte und Darsteller sind so verwechselbar wie die zahllosen Kämpfe in Zeitlupe. Der große Held im Kino wird wie der wahre Held des Boxsports in keinem kollektiven Gedächtnis verbleiben. Jim Braddock starb 1974 in den USA.
(Gesine Grassel)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Das Comeback - Jetzt auf DVD
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2005
Länge:
145 (Min.)
Erschienen bei:
Touchstone
Extras:
Zusätzliche Szenen mit Einführung und optionalem Audio-Kommentar von Regisseur Ron Howard, Plätze am Boxring: Ein Rückblick der Filmemacher auf den historischen Kampf zwischen Jim Braddock und Max Baer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
02.01.2006
CAST & CREW
Regie:
Ron Howard
Hauptdarsteller:
Renée Zellweger, Paul Giamatti, Russell Crowe, Connor Price, Craig Bierko
FILMBEWERTUNG
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