Zwei Bücher über Karl Valentin
Kinostart:
11.09.2007
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Der Stolz von der Au - Leben und Werk
Mindestens zwei Bücher sind zu Karl Valentins 125. Geburtstag (4.6.2007) erschienen: die Biografie Karl Valentin von Monika Dimpfl und Karl Valentin - Filmpionier und Medienhandwerker, der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt/Main. Fast so, als wäre das abgemacht gewesen, ergänzen sich die Jubiläumsschriften trefflich.
In der einen, kleineren, dafür doppelt so dicken, zeichnet Dimpfl Valentins Leben zuverlässig und sehr gut lesbar nach. Mit vielen - dabei durchaus aussagekräftigen - Anekdoten, verortet sie es im Münchner Umfeld seiner Zeit (1882-1948). Wiederholt zitiert sie auch Klaus Gronenborn, den Hauptautor des ungefähr gleichzeitig erschienen Ausstellungskatalogs. In seinem großformatigen, reich bebilderten und sehr ansprechend gestalteten Buch unterzieht er Valentins Rollen "auf dem Brettl" und im Film einer umfänglichen Nachbetrachtung. Weniger als Dimpfl widmet er sich dem Leben, etwas intensiver dafür dem Werk. Er beschreibt Valentins "Medienexperimente zwischen Bühne und Leinwand" und die Produktionsbedingungen, unter denen sie entstanden.
Beide Biografien machen deutlich, dass Karl Valentin jemand war, der die damals neuen technischen Möglichkeiten von Film und Funk, von Fotografie und Schallplatte intensiv nutzte. Ein "intermedial agierender Künstler" (Gronenborn), der in seinen komischen Szenen, seinen Couplets, Monologen, Dialogen, Gesängen und Stücken, auf der Bühne und im Film die Wirklichkeit demontierte. Daneben trug der planvolle und improvisierende, sprachkomische und erfindungsreiche Münchner Original-Humorist eine große Monacensia-Sammlung zusammen, für die ihm die Stadt 20 000 Reichsmark zahlte. Er richtete ein Panoptikum ein, er gründete ein "Musäum", er betrieb eigene Theaterbühnen, er war unternehmerisch tätig - Scheitern inbegriffen.
(Stefan Otto)
Monika Dimpfl: Karl Valentin. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2007, 320 Seiten, ISBN 978-3-423-24611-8
Klaus Gronenborn: Karl Valentin - Filmpionier und Medienhandwerker, Henschel Verlag, Berlin 2007, 160 Seiten, ISBN 978-3-89487-588-6
In der einen, kleineren, dafür doppelt so dicken, zeichnet Dimpfl Valentins Leben zuverlässig und sehr gut lesbar nach. Mit vielen - dabei durchaus aussagekräftigen - Anekdoten, verortet sie es im Münchner Umfeld seiner Zeit (1882-1948). Wiederholt zitiert sie auch Klaus Gronenborn, den Hauptautor des ungefähr gleichzeitig erschienen Ausstellungskatalogs. In seinem großformatigen, reich bebilderten und sehr ansprechend gestalteten Buch unterzieht er Valentins Rollen "auf dem Brettl" und im Film einer umfänglichen Nachbetrachtung. Weniger als Dimpfl widmet er sich dem Leben, etwas intensiver dafür dem Werk. Er beschreibt Valentins "Medienexperimente zwischen Bühne und Leinwand" und die Produktionsbedingungen, unter denen sie entstanden.
Beide Biografien machen deutlich, dass Karl Valentin jemand war, der die damals neuen technischen Möglichkeiten von Film und Funk, von Fotografie und Schallplatte intensiv nutzte. Ein "intermedial agierender Künstler" (Gronenborn), der in seinen komischen Szenen, seinen Couplets, Monologen, Dialogen, Gesängen und Stücken, auf der Bühne und im Film die Wirklichkeit demontierte. Daneben trug der planvolle und improvisierende, sprachkomische und erfindungsreiche Münchner Original-Humorist eine große Monacensia-Sammlung zusammen, für die ihm die Stadt 20 000 Reichsmark zahlte. Er richtete ein Panoptikum ein, er gründete ein "Musäum", er betrieb eigene Theaterbühnen, er war unternehmerisch tätig - Scheitern inbegriffen.
(Stefan Otto)
Monika Dimpfl: Karl Valentin. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2007, 320 Seiten, ISBN 978-3-423-24611-8
Klaus Gronenborn: Karl Valentin - Filmpionier und Medienhandwerker, Henschel Verlag, Berlin 2007, 160 Seiten, ISBN 978-3-89487-588-6
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