ZeitSprünge - Wie Filme Geschichte(n) erzählen
Kinostart:
01.01.2004
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Eine kurze Geschichte der (Film)Zeit
Die Beschleunigung der Umwelt und der zunehmend industrialisierte Zeitbegriff des 20. Jahrhunderts haben auch einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des Films – des Zeitmediums schlechthin – und damit auch auf die Wahrnehmung von Zeit gehabt. So waren für die zeitgenössischen Zuschauer in den Anfangstagen des Films die ersten Rückwärtsprojektionen ebenso erstaunlich (und mitunter auch beängstigend) wie Zeitraffer oder die ersten Ansätze einer Montage. Die Rezipienten mussten sich erst langsam an den neuen Umgang mit der Zeit und ihre filmischen Darstellungsformen gewöhnen und sich richtiggehend erlernen. So lässt sich unter anderem vermuten, dass das Kino auch deshalb so erfolgreich war, weil es die neuen Zeitverhältnisse adaptierte und reflektierte.
Seitdem hat sich mit der explosionsartigen Ausbreitung des Films als Medium auch die Darstellung des Phänomens Zeit rasant verändert – sprich beschleunigt. Eine Rasanz, die durch die Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung von Filmbildern noch zugenommen hat. Doch es gibt auch eine Gegenbewegung der bewussten Verlangsamung oder Stillstellung von filmischer Zeit und die filmische Behandlung vergangener Zeit als Erinnerung oder zukünftiger Zeit als Vision.
Auch das Innenleben des Einzelnen, das Denken, Erinnern und das eigene Zeitempfinden sind untrennbar mit dem Medium Film verknüpft, das einerseits menschliche Denkschemata imitiert und sie andererseits manipuliert, um eine als angenehm empfundene Kontinuität zu konstruieren. Klar, dass jeder (filmische) Ausbruch aus diesem klar reglementierten Zeitgefüge für Verunsicherung und Irritationen sorgt. Und ebenso symptomatisch ist es, dass seit etwa 20 Jahren genau diese diskontinuierlichen Darstellungsformen (etwa bei Filmen wie Lost Highway oder Memento) zunehmen und auf diese Weise die steigende Angst und zeitliche Desorientierungen des postmodernen Menschen spiegeln.
Das Buch „ZeitSprünge – Wie Filme Geschichte(n) erzählen“, entstanden als Ergebnis des 8. Bremer Symposiums zum Film, nimmt die vielfältigen Verknüpfungen zwischen Film und Zeit genauer unter die Lupe und bietet einen guten Überblick auf die filmpublizistische und medienwissenschaftliche Beschäftigung mit der Materie. Es enthält eine Vielzahl verschiedener Beiträge und Essays von Autoren wie Klaus Kreimeier, Hans Beller, Harun Farocki, Georg Seeßlen, Thomas Elsaesser und vielen anderen. Behandelt werden dabei Filme wie Letztes Jahr in Marienbad, Memento, Stalker, Der Spiegel, American Beauty, Sunset Boulevard und Lost Highway. Keine leichte Kost, aber ein überaus interessantes und vielfältiges Buch.
Seitdem hat sich mit der explosionsartigen Ausbreitung des Films als Medium auch die Darstellung des Phänomens Zeit rasant verändert – sprich beschleunigt. Eine Rasanz, die durch die Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung von Filmbildern noch zugenommen hat. Doch es gibt auch eine Gegenbewegung der bewussten Verlangsamung oder Stillstellung von filmischer Zeit und die filmische Behandlung vergangener Zeit als Erinnerung oder zukünftiger Zeit als Vision.
Auch das Innenleben des Einzelnen, das Denken, Erinnern und das eigene Zeitempfinden sind untrennbar mit dem Medium Film verknüpft, das einerseits menschliche Denkschemata imitiert und sie andererseits manipuliert, um eine als angenehm empfundene Kontinuität zu konstruieren. Klar, dass jeder (filmische) Ausbruch aus diesem klar reglementierten Zeitgefüge für Verunsicherung und Irritationen sorgt. Und ebenso symptomatisch ist es, dass seit etwa 20 Jahren genau diese diskontinuierlichen Darstellungsformen (etwa bei Filmen wie Lost Highway oder Memento) zunehmen und auf diese Weise die steigende Angst und zeitliche Desorientierungen des postmodernen Menschen spiegeln.
Das Buch „ZeitSprünge – Wie Filme Geschichte(n) erzählen“, entstanden als Ergebnis des 8. Bremer Symposiums zum Film, nimmt die vielfältigen Verknüpfungen zwischen Film und Zeit genauer unter die Lupe und bietet einen guten Überblick auf die filmpublizistische und medienwissenschaftliche Beschäftigung mit der Materie. Es enthält eine Vielzahl verschiedener Beiträge und Essays von Autoren wie Klaus Kreimeier, Hans Beller, Harun Farocki, Georg Seeßlen, Thomas Elsaesser und vielen anderen. Behandelt werden dabei Filme wie Letztes Jahr in Marienbad, Memento, Stalker, Der Spiegel, American Beauty, Sunset Boulevard und Lost Highway. Keine leichte Kost, aber ein überaus interessantes und vielfältiges Buch.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
ZeitSprünge - Wie Filme Geschichte(n) erzählen
Autor:
Christine Rüffert, Irmbert Schenk, Karl-Heinz Schmid, Alfred Tews, Bremer Symposium zum Film (Hg.)
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
192 Seiten
Verlag:
Bertz Verlag
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