Winfried Pauleit: Filmstandbilder - Passagen zwischen Kunst und Kino
Kinostart:
23.06.2004
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Bilder zwischen Stillstand und Bewegung
Auf der Schwelle von Stadtraum und Kinosaal, dort, wo der Blick auf die Fassade des Kinos verloren geht, der Saal aber noch nicht erreicht ist, werden Aushangfotos ausgestellt. In diesem Vorraum, wo auch das Geld für die Eintrittskarten den Besitzer wechselt, versprechen Filmstandbilder die Teilhabe am Ereignis der laufenden Bilder. Man begegnet film stills außerdem in Filmbüchern, Filmzeitschriften, im Internet und in Fernsehillustrierten. Mit dem Filmstandbild, das "sowohl dem bewegten wie auch dem stehenden Bild sich verpflichtet weiß, aber gleichzeitig mehr mit der Alltagskultur als mit den Künsten verbunden ist, lassen sich Passagen öffnen, die über die Grenzlinie zwischen den Bildern führen", schreibt der Autor Winfried Pauleit.
Mit Filmstandbilder - Passagen zwischen Kunst und Kino liegt nun die Dissertation des Künstlers, Kunstwissenschaftlers, Filmwissenschaftlers und Bremer Professors für Kunstwissenschaft/Kunstpädagogik vor. Der Stroemfeld Verlag veröffentlicht die sowohl fundierte als auch grundlegende, umfassende, geradezu erschöpfende Untersuchung in einer schönen und stimmig bebilderten Ausgabe.
Pauleit diskutiert Filmstandbilder in der Theorie und der bildenden Kunst. Er macht es sich zur Aufgabe, action und publicity stills theoretisch zu definieren, zu positionieren und neu zu bewerten. Er verhandelt stills in den unterschiedlichen Kontexten der kinematografischen Produktion und Rezeption, behandelt Lektüresituationen und Funktionen und stößt dabei immer wieder auf das Problem einer Grenzbestimmung im Feld der Bilder. Es geht ihm, nach eigenen Worten, "auch darum, die Bildkategorie Filmstandbilder, an der Roland Barthes seine Erkenntnisse gewann, in die theoretische Diskussion zurückzuholen." Pauleit denkt Filmstandbilder als Metabilder, die das kinematografische Ereignis abbildbar und reflektierbar machen und schlägt damit eine Verkehrung innerhalb der Bedeutungshierarchie zwischen dem Film und seinen Standbildern vor.
Pauleits Thema ist auch die Aufwertung des Phänomens Filmstandbilder zum Kunstwerk. An den Beispielen Cindy Sherman, John Baldessari und Richard Hamilton untersucht er verschiedene künstlerische Haltungen zum still, das er letztlich als "Übersetzer" sieht, das in einem interbildlichen Diskurs zwischen den Disziplinen bildende Kunst und Kinematografie agiert. "Mit den Filmstandbildern", schreibt Pauleit, "taucht [...] ein neues Medium auf, das inzwischen den Anspruch auf eine eigenständige Kunstform jenseits von Film und bildender Kunst erheben könnte und sich dazu in einem Akt theoretischer Begründung manifestieren müsste."
Mit Filmstandbilder - Passagen zwischen Kunst und Kino liegt nun die Dissertation des Künstlers, Kunstwissenschaftlers, Filmwissenschaftlers und Bremer Professors für Kunstwissenschaft/Kunstpädagogik vor. Der Stroemfeld Verlag veröffentlicht die sowohl fundierte als auch grundlegende, umfassende, geradezu erschöpfende Untersuchung in einer schönen und stimmig bebilderten Ausgabe.
Pauleit diskutiert Filmstandbilder in der Theorie und der bildenden Kunst. Er macht es sich zur Aufgabe, action und publicity stills theoretisch zu definieren, zu positionieren und neu zu bewerten. Er verhandelt stills in den unterschiedlichen Kontexten der kinematografischen Produktion und Rezeption, behandelt Lektüresituationen und Funktionen und stößt dabei immer wieder auf das Problem einer Grenzbestimmung im Feld der Bilder. Es geht ihm, nach eigenen Worten, "auch darum, die Bildkategorie Filmstandbilder, an der Roland Barthes seine Erkenntnisse gewann, in die theoretische Diskussion zurückzuholen." Pauleit denkt Filmstandbilder als Metabilder, die das kinematografische Ereignis abbildbar und reflektierbar machen und schlägt damit eine Verkehrung innerhalb der Bedeutungshierarchie zwischen dem Film und seinen Standbildern vor.
Pauleits Thema ist auch die Aufwertung des Phänomens Filmstandbilder zum Kunstwerk. An den Beispielen Cindy Sherman, John Baldessari und Richard Hamilton untersucht er verschiedene künstlerische Haltungen zum still, das er letztlich als "Übersetzer" sieht, das in einem interbildlichen Diskurs zwischen den Disziplinen bildende Kunst und Kinematografie agiert. "Mit den Filmstandbildern", schreibt Pauleit, "taucht [...] ein neues Medium auf, das inzwischen den Anspruch auf eine eigenständige Kunstform jenseits von Film und bildender Kunst erheben könnte und sich dazu in einem Akt theoretischer Begründung manifestieren müsste."
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Winfried Pauleit: Filmstandbilder - Passagen zwischen Kunst und Kino
Autor:
Winfried Pauleit
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main, Basel
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
335
Verlag:
Stroemfeld
ISBN:
3-87877-934-8
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