Das Lied ist aus
Vor 30 Jahren, am 11. August 1980, starb Willi Forst. Der letzte Film des Wieners war bezeichnenderweise Wien, du Stadt meiner Träume; er drehte ihn 1957. Danach wurde es bereits still um den 1903 geborenen Schauspieler und Regisseur, der einst zu den Großen des deutschen Films gezählt hatte.
Nach einer Karriere als Schauspieler (Zwei Herzen im ¾-Takt, Peter Voss, der Millionendieb, Ein blonder Traum), gerne im Frack, mit Stock und Zylinder, stieg er Anfang der dreißiger Jahre zu einem Spielleiter von internationalem Rang auf. Seine Filme Maskerade (1934) und Mazurka (1935) wurden in Hollywood neu gedreht und sein Werk beschäftigte die europäische Filmkritik. Während des 2. Weltkriegs erreichte seine Laufbahn ihren Höhepunkt mit Bel ami und der "Wiener Trilogie" aus Operette, Wiener Blut und Wiener Mädeln.
Es folgte ein Niedergang. Die Sünderin, der erste Film, den Willi Forst nach dem Krieg drehte, wurde allgemein angegriffen und löste den bekannten Skandal aus. Dem Regisseur wie auch dem Schauspieler gelang es in den fünfziger Jahren nicht, an seine früheren Erfolge anzuschließen. Sein Stil wirkte passé und die sechs Filme, die er noch inszenierte, wurden in der Presse als missglückt abgetan. Forst war jetzt selbst zu einem Teil der "guten, alten Zeit" geworden, die er in seinen Filmen nostalgisch feierte.
Als Meister der leichten Muse ist Forst anerkannt, doch der Römer Francesco Bono blickt in seinem sehr anregenden und verdienstvollen Buch aus einer neuen Perspektive auf den Wiener. Bono, Professor für Film, Fotografie und Fernsehen an der Università in Perugia, entdeckt ein vielschichtiges Werk, in dem zugleich die Vergangenheit gefeiert wird und doch das Bewusstsein anklingt, dass alles vergänglich und illusorisch ist. Die süßen Träume, die auf der Leinwand aufscheinen, werden im gleichen Zug in Frage gestellt, die Bilder und die Inszenierung demaskiert. Es ist erstaunlicherweise ganz wie in dem Lied, das Forst auf dem sinkenden Dampfer "Atlantic" schon in seinem ersten Tonfilm sang: "Es wird ein Wein sein, und mir wer'n nimmer sein (...) 'S wird schöne Maderln geb'n, und wir werd'n nimmer leben".
(Stefan Otto)
Nach einer Karriere als Schauspieler (Zwei Herzen im ¾-Takt, Peter Voss, der Millionendieb, Ein blonder Traum), gerne im Frack, mit Stock und Zylinder, stieg er Anfang der dreißiger Jahre zu einem Spielleiter von internationalem Rang auf. Seine Filme Maskerade (1934) und Mazurka (1935) wurden in Hollywood neu gedreht und sein Werk beschäftigte die europäische Filmkritik. Während des 2. Weltkriegs erreichte seine Laufbahn ihren Höhepunkt mit Bel ami und der "Wiener Trilogie" aus Operette, Wiener Blut und Wiener Mädeln.
Es folgte ein Niedergang. Die Sünderin, der erste Film, den Willi Forst nach dem Krieg drehte, wurde allgemein angegriffen und löste den bekannten Skandal aus. Dem Regisseur wie auch dem Schauspieler gelang es in den fünfziger Jahren nicht, an seine früheren Erfolge anzuschließen. Sein Stil wirkte passé und die sechs Filme, die er noch inszenierte, wurden in der Presse als missglückt abgetan. Forst war jetzt selbst zu einem Teil der "guten, alten Zeit" geworden, die er in seinen Filmen nostalgisch feierte.
Als Meister der leichten Muse ist Forst anerkannt, doch der Römer Francesco Bono blickt in seinem sehr anregenden und verdienstvollen Buch aus einer neuen Perspektive auf den Wiener. Bono, Professor für Film, Fotografie und Fernsehen an der Università in Perugia, entdeckt ein vielschichtiges Werk, in dem zugleich die Vergangenheit gefeiert wird und doch das Bewusstsein anklingt, dass alles vergänglich und illusorisch ist. Die süßen Träume, die auf der Leinwand aufscheinen, werden im gleichen Zug in Frage gestellt, die Bilder und die Inszenierung demaskiert. Es ist erstaunlicherweise ganz wie in dem Lied, das Forst auf dem sinkenden Dampfer "Atlantic" schon in seinem ersten Tonfilm sang: "Es wird ein Wein sein, und mir wer'n nimmer sein (...) 'S wird schöne Maderln geb'n, und wir werd'n nimmer leben".
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Willi Forst - Ein filmkritisches Porträt
Autor:
Francesco Bono
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2010
Seiten:
341
Verlag:
edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag
ISBN:
978-3-86916-054-2
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