Wie im Film. Zur Analyse populärer Medienereignisse
Kinostart:
15.03.2005
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Im Finale von Fight Club (1999) stürzen als Folge eines Terroranschlags Zwillingstürme in sich zusammen. Angesichts der Bilder von brennenden und einstürzenden Hochhäusern in New York und von Menschen, die der Katastrophe zu entkommen versuchen, wirkt Independence Day (1998) heute streckenweise wie eine technisch verbesserte Dokumentation der Anschläge vom 11.9.2001. "Das ist wie im Film!" war eine häufig zu vernehmende Beschreibungsformel der Anschläge auf das World Trade Center. Und wie auch sollten wir das, was im September 2001 in ungezählten Wiederholungen zu sehen war, überhaupt noch trennen können von all den vielen entsprechenden Filmbildern, die schon Jahre vor 9/11 in den Kinos und im Fernsehen gezeigt wurden?
"Können öffentliche und private Handlungen überhaupt noch anders ausfallen als irgendwie mediengerecht bzw. filmgerecht?" fragen Bernd Scheffer und Oliver Jahraus, die Herausgeber des Bandes Wie im Film, in ihrem Vorwort. "Lehrt insbesondere der Film eine Art des filmischen Denkens, Fühlens und Handelns auch für die Realität? Kann sich denn überhaupt noch etwas Auffälliges in unserer Welt ereignen (vom Liebesglück bis zur gewaltsamen Katastrophe), das nicht in großen Teilen wie eine zitathafte Wiederholung filmischer Szenarien erscheint? Mag man sich andernorts noch darüber streiten, welche politischen Systeme nach der Weltherrschaft streben, eine spezielle Art der Weltherrschaft dürfte sich längst global etabliert haben: Die Weltherrschaft des Films."
Die zehn Beiträge des Buches bieten - auf verschiedenen Ebenen, anhand zahlreicher Beispiele und nicht nur auf den 11.9. bezogen - Überlegungen zur außerordentlichen Macht audiovisueller Medien, insbesondere zu der des Films. Sie bieten Analysen unter anderem von Matrix, Lost Highway und Die fabelhafte Welt der Amélie und untersuchen die Wahrnehmungsform des "wie im Film".
(Stefan Otto)
"Können öffentliche und private Handlungen überhaupt noch anders ausfallen als irgendwie mediengerecht bzw. filmgerecht?" fragen Bernd Scheffer und Oliver Jahraus, die Herausgeber des Bandes Wie im Film, in ihrem Vorwort. "Lehrt insbesondere der Film eine Art des filmischen Denkens, Fühlens und Handelns auch für die Realität? Kann sich denn überhaupt noch etwas Auffälliges in unserer Welt ereignen (vom Liebesglück bis zur gewaltsamen Katastrophe), das nicht in großen Teilen wie eine zitathafte Wiederholung filmischer Szenarien erscheint? Mag man sich andernorts noch darüber streiten, welche politischen Systeme nach der Weltherrschaft streben, eine spezielle Art der Weltherrschaft dürfte sich längst global etabliert haben: Die Weltherrschaft des Films."
Die zehn Beiträge des Buches bieten - auf verschiedenen Ebenen, anhand zahlreicher Beispiele und nicht nur auf den 11.9. bezogen - Überlegungen zur außerordentlichen Macht audiovisueller Medien, insbesondere zu der des Films. Sie bieten Analysen unter anderem von Matrix, Lost Highway und Die fabelhafte Welt der Amélie und untersuchen die Wahrnehmungsform des "wie im Film".
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Wie im Film. Zur Analyse populärer Medienereignisse
Erscheinungsort:
Bielefeld
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
256
Verlag:
Aisthesis Verlag
ISBN:
3-89528-458-0
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