Wie haben Sie’s gemacht…?
Kinostart:
29.01.2005
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Babelsberger Kameramänner öffnen ihre Trickkiste
Wenn Babelsberger Kameramänner ihre Trickkiste öffnen wird es theoretisch. Sie fachsimpeln über die Vor- und Nachteile der Rückpro, der Spiegeltechnik, der Modellaufnahme oder lassen sich in epischer Breite über das Arbeiten mit der optischen Kopiermaschine und der optischen Bank aus. Kein Buch für Nicht-Kameramänner, so glaubt man auf den ersten Blick. Doch wer sich die Zeit nimmt nur zwei oder drei Sätze in diesem Buch zu lesen, wird ruckzuck eines Besseren belehrt: Denn der schnell faszinierte Leser erfährt neben allerlei technischen Hintergründen, die ausnahmslos so aufbereitet sind, dass sie auch von Laien verstanden werden können, auch fantastische Einblicke in die so bewegte Geschichte der Babelsberger Studios. Die teilweise fiktiven Gespräche mit den Lichtgestalten der deutschen Filmtrickgeschichte, werden durch an den Rand gestellte Zitate, Briefwechsel und Eckdaten ergänzt. Alles so aufbereitet, dass auch Nicht-Cineasten schnell gefesselt sind und nicht anders können als weiter zu schmökern.
Uwe Fleischer und Helge Trimpert – selbst den Babelsberger Studios eng verbunden – sind die Herausgeber. Uwe Fleischer arbeitet seit 1970 in unterschiedlichen Funktionen für die Studios und unterrichtet zudem an der Babelsberger Filmhochschule Konrad Wolf. Helge Trimpert war bis 1990 zunächst als Regie-Assistent dann als Regisseur für Babelsberg zuständig und arbeitet seither als Freier Autor und Regisseur. Gemeinsam haben sie sich auf die Spurensuche gemacht und sich die Aufgabe gestellt auf vergleichsweise bescheidenen 176 Seiten die Jahrzehnte der Filmstudios zusammen zu tragen und die Filmpioniere so authentisch wie möglich zu Wort kommen zu lassen.
Begonnen wird streng chronologisch bei den Anfängen. Jener Zeit, als Filmschaffende noch Autodidakten und von Grund auf Besessene ihres Fachs waren. Und wer würde für diesen Auftakt besser passen als Guido Seeber (1879 – 1940). Der Kameramann, Filmtechniker und Publizist war seines Zeichens mitverantwortlich für die Standortwahl der Neubabelsberger Filmstudios. Sein 1927 veröffentlichtes Werk Der Trickfilm in seinen grundsätzlichen Möglichkeiten gilt bis heute als grundlegendes Werk zum Filmtrick. Und so wirkt auch das fiktive Interview wie eine Anleitung zum Selbermachen. Fast ist man versucht zur Kamera zu greifen und sich einmal selbst an Einzelbildaufnahmen oder Doppelgängeraufnahmen zu versuchen.
Weiter geht es mit Eugen Schüfftan (1886 – 1977), der für Fritz Lang bei den Nibelungen und schließlich auch bei Metropolis mit arbeitete und gemeinsam mit Ernst Kunstmann ein nach ihm benanntes Einspiegelungsverfahren zur Kombination von realen Objekten und Modellen – das sogenannte Schüfftan-Verfahren – entwickelte. Besonders amüsant und informativ ist das Gespräch mit Ernst Kunstmann (1898 – 1995), bei dem man das Gefühl hat, es hätte dieses Gespräch tatsächlich gegeben. Ernst Kunstmann, der in seinem langen und arbeitsreichen Leben sowohl schöne als auch schwierige Zeiten während, zwischen und nach zwei Weltkriegen in Babelsberg erlebte berichtet auf sehr humorige Weise von insgesamt 45 Jahren in Babelsberg. Natürlich dürfen Gespräche mit Gerhard Hutulla, Erich Günther, Kurt Marks oder Dr. Rolf Giesen nicht fehlen.
Insgesamt ist Wie haben Sie’s gemacht? ein wunderbares Buch, das einen Blick hinter die Kulissen der Potsdamer Traumfabrik erlaubt und eine Ahnung von den Wirren der Anfänge in der Kameratechnik vermittelt – dem abenteuerlichen Ausprobieren, Versuchen, Verwerfen, Planen und Tüfteln. Denn erstaunlicherweise waren schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts alle wichtigen Filmtricks, die bis heute die Zuschauer in ihren Bann ziehen, von Filmpionieren erfunden worden und wurden in der Folgezeit nur noch modifiziert.
(Jasmin Haery)
Uwe Fleischer und Helge Trimpert – selbst den Babelsberger Studios eng verbunden – sind die Herausgeber. Uwe Fleischer arbeitet seit 1970 in unterschiedlichen Funktionen für die Studios und unterrichtet zudem an der Babelsberger Filmhochschule Konrad Wolf. Helge Trimpert war bis 1990 zunächst als Regie-Assistent dann als Regisseur für Babelsberg zuständig und arbeitet seither als Freier Autor und Regisseur. Gemeinsam haben sie sich auf die Spurensuche gemacht und sich die Aufgabe gestellt auf vergleichsweise bescheidenen 176 Seiten die Jahrzehnte der Filmstudios zusammen zu tragen und die Filmpioniere so authentisch wie möglich zu Wort kommen zu lassen.
Begonnen wird streng chronologisch bei den Anfängen. Jener Zeit, als Filmschaffende noch Autodidakten und von Grund auf Besessene ihres Fachs waren. Und wer würde für diesen Auftakt besser passen als Guido Seeber (1879 – 1940). Der Kameramann, Filmtechniker und Publizist war seines Zeichens mitverantwortlich für die Standortwahl der Neubabelsberger Filmstudios. Sein 1927 veröffentlichtes Werk Der Trickfilm in seinen grundsätzlichen Möglichkeiten gilt bis heute als grundlegendes Werk zum Filmtrick. Und so wirkt auch das fiktive Interview wie eine Anleitung zum Selbermachen. Fast ist man versucht zur Kamera zu greifen und sich einmal selbst an Einzelbildaufnahmen oder Doppelgängeraufnahmen zu versuchen.
Weiter geht es mit Eugen Schüfftan (1886 – 1977), der für Fritz Lang bei den Nibelungen und schließlich auch bei Metropolis mit arbeitete und gemeinsam mit Ernst Kunstmann ein nach ihm benanntes Einspiegelungsverfahren zur Kombination von realen Objekten und Modellen – das sogenannte Schüfftan-Verfahren – entwickelte. Besonders amüsant und informativ ist das Gespräch mit Ernst Kunstmann (1898 – 1995), bei dem man das Gefühl hat, es hätte dieses Gespräch tatsächlich gegeben. Ernst Kunstmann, der in seinem langen und arbeitsreichen Leben sowohl schöne als auch schwierige Zeiten während, zwischen und nach zwei Weltkriegen in Babelsberg erlebte berichtet auf sehr humorige Weise von insgesamt 45 Jahren in Babelsberg. Natürlich dürfen Gespräche mit Gerhard Hutulla, Erich Günther, Kurt Marks oder Dr. Rolf Giesen nicht fehlen.
Insgesamt ist Wie haben Sie’s gemacht? ein wunderbares Buch, das einen Blick hinter die Kulissen der Potsdamer Traumfabrik erlaubt und eine Ahnung von den Wirren der Anfänge in der Kameratechnik vermittelt – dem abenteuerlichen Ausprobieren, Versuchen, Verwerfen, Planen und Tüfteln. Denn erstaunlicherweise waren schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts alle wichtigen Filmtricks, die bis heute die Zuschauer in ihren Bann ziehen, von Filmpionieren erfunden worden und wurden in der Folgezeit nur noch modifiziert.
(Jasmin Haery)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Wie haben Sie’s gemacht…?
Erscheinungsort:
Marburg
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
176
Verlag:
Schüren Verlag
ISBN:
3-89472-384-X
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