Stättenführer
Gerade für Berlin sind in letzter Zeit mehrere Bücher erschienen, die ihre Leser zu Orten führen, wo etwas stattgefunden hat. Wo historisch gewordene Szenen sich abspielten oder prominente Persönlichkeiten wohnten. Interessant im Bereich Film waren die Titel: Berlin - der spezielle Reiseführer, Filmstadt Berlin, Drehort Berlin - Wo berühmte Filme entstanden und Das ist Berlin - Eine Stadt und ihre Stars.
Mit Wer lebte wo in Berlin kommt nun ein weiterer Führer dazu. Einer, in dem es nicht nur um die Leute vom Film geht. "Immer war Berlin Lebensmittelpunkt ungewöhnlicher Persönlichkeiten und zog vor allem Künstler, Wissenschaftler, Industrielle und Politiker an", heißt es in Christiane Kruses Vorwort, und demgemäß stellt die Autorin eine breite Auswahl von 102 Berliner Prominenten vor. Vom Kupferstecher Adalbert Begas über die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer und Claus Graf Schenk von Stauffenberg, die Schriftstellerinnen Hedwig Courths-Mahler und Anna Seghers, die Komponisten Richard Strauss und Hanns Eisler bis zum Generalfeldmarschall Friedrich Heinrich Ernst Graf von Wrangel. Doch auch Schauspieler wie Ernst Busch, Heinrich George, Harald Juhnke, Lilli Palmer und Regisseure wie Lang, Murnau, Reinhardt und Riefenstahl. "Ihr repräsentatives Schmargendorfer Haus im damals beliebten 'Alpenstil' leistete sich Leni Riefenstahl von ihren Gagen", erfahren die Leser, "es kursierte jedoch das Gerücht, Hitler habe es ihr geschenkt. Es entsprach ganz dem Status einer NS-Staatskünstlerin: großzügige Privaträume im Obergeschoss, ein nach hinten gelegener Trakt für Gäste und Personal und eine große Wohnhalle im Erdgeschoss, in der Filme vorgeführt werden konnten, wenn hochrangige Gäste (...) zu Gast waren."
Mittels Kurzbiografien, die auch auf die Wohnstätten selbst eingehen, führt Wer lebte wo in Berlin quer durch die Stadt: zu Gründerzeitbauten am Ku'damm, in die Nobelviertel Grunewald und Zehlendorf, in das Pankower "Funktionärsghetto" der Politprominenz der DDR, in den Arbeiterbezirk Wedding und in die alte Mitte Berlins. Wie nebenbei skizziert Christian Kruse zugleich eine unterhaltsame und lehrreiche Berliner Kulturgeschichte vom 16. Jahrhundert bis fast heute.
(Stefan Otto)
Mit Wer lebte wo in Berlin kommt nun ein weiterer Führer dazu. Einer, in dem es nicht nur um die Leute vom Film geht. "Immer war Berlin Lebensmittelpunkt ungewöhnlicher Persönlichkeiten und zog vor allem Künstler, Wissenschaftler, Industrielle und Politiker an", heißt es in Christiane Kruses Vorwort, und demgemäß stellt die Autorin eine breite Auswahl von 102 Berliner Prominenten vor. Vom Kupferstecher Adalbert Begas über die Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer und Claus Graf Schenk von Stauffenberg, die Schriftstellerinnen Hedwig Courths-Mahler und Anna Seghers, die Komponisten Richard Strauss und Hanns Eisler bis zum Generalfeldmarschall Friedrich Heinrich Ernst Graf von Wrangel. Doch auch Schauspieler wie Ernst Busch, Heinrich George, Harald Juhnke, Lilli Palmer und Regisseure wie Lang, Murnau, Reinhardt und Riefenstahl. "Ihr repräsentatives Schmargendorfer Haus im damals beliebten 'Alpenstil' leistete sich Leni Riefenstahl von ihren Gagen", erfahren die Leser, "es kursierte jedoch das Gerücht, Hitler habe es ihr geschenkt. Es entsprach ganz dem Status einer NS-Staatskünstlerin: großzügige Privaträume im Obergeschoss, ein nach hinten gelegener Trakt für Gäste und Personal und eine große Wohnhalle im Erdgeschoss, in der Filme vorgeführt werden konnten, wenn hochrangige Gäste (...) zu Gast waren."
Mittels Kurzbiografien, die auch auf die Wohnstätten selbst eingehen, führt Wer lebte wo in Berlin quer durch die Stadt: zu Gründerzeitbauten am Ku'damm, in die Nobelviertel Grunewald und Zehlendorf, in das Pankower "Funktionärsghetto" der Politprominenz der DDR, in den Arbeiterbezirk Wedding und in die alte Mitte Berlins. Wie nebenbei skizziert Christian Kruse zugleich eine unterhaltsame und lehrreiche Berliner Kulturgeschichte vom 16. Jahrhundert bis fast heute.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Wer lebte wo in Berlin
Autor:
Christiane Kruse
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
128
Verlag:
Prestel Verlag
ISBN:
978-3-7913-3915-3
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