Welt der Operette - Glamour, Stars und Showbusiness
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Das Land des Lächelns
Im Österreichischen Theatermuseum in Wien eröffnet am 2. Februar 2012 die Ausstellung Welt der Operette - Glamour, Stars und Showbusiness. Vorab ist ein großformatiges und gut bebildertes Buch mit demselben Titel erschienen, herausgegeben von den Kuratoren Marie-Theres Arnbom, Kevin Clarke und Thomas Trabitsch, dem Direktor des Hauses im 1. Wiener Gemeindebezirk.
Das besondere Anliegen der Autoren ist es, zu zeigen, dass Operetten nicht so verstaubt sind, wie sie heute manchmal gesehen werden, dass sie nicht nur altmodisch sind oder wenigstens viel besser als ihr Ruf. "Wir möchten neugierig machen auf eine Theaterform, die schon oft totgesagt wurde, deren volles Potenzial die meisten Totengräber aber gar nicht kennen", schreiben Arnbom und Clarke in ihrem Vorwort. Dass die Nazis einen Großteil der Operettenproduktion als "entartet" einstuften, kommt ihrer Argumentation zugute. Dass neben Richard Wagner der silberne Operettenkönig Franz Lehár ein erklärter Lieblingskomponist Hitlers war, weniger. Macht aber nichts, denn Welt der Operette stellt das 'genre maudit' auch in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und Gegensätzlichkeit dar und in den verschiedenen Formen und Spielweisen für unterschiedliche Zielgruppen.
Der Band bietet den großen und doch oftmals auch ausführlichen Überblick über die Geschichte der deutschsprachigen Operette in all ihren Facetten. Vom Beginn in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als von der "Liederlichkeit (...) des ganzen Genres" die Rede war und man mit "Besorgnis" auf die neue Musiktheatergattung des jüdischen, deutsch-französischen "sittengefährdenden Komponisten" Jacques Offenbach blickte, dessen Werke "die Negation aller sittlichen und rechtlichen Ordnung" darstellten, über die große Zeit der Wiener Operetten von Franz von Suppé, Johann Strauss (Sohn) und Lehár, die Roaring Twenties, die Zeit der "entarteten" Kunst, die des "heiteren Musiktheaters" in der DDR und die danach bis heute.
Das Buch legt auch dar, dass Operetten bisweilen dicht am Puls ihrer jeweiligen Zeit waren und sich die neuesten technischen Entwicklungen zu Nutze machten, besonders das Radio, die Schallplatte - und den Film. So wird der Leser unter anderem erinnert an Erich von Stroheims Stummfilmversion der Lustigen Witwe (The Merry Widow, 1925), bei deren Pariser Erstaufführung Franz Lehár selbst das Orchester leitete.
(Stefan Otto)
Das besondere Anliegen der Autoren ist es, zu zeigen, dass Operetten nicht so verstaubt sind, wie sie heute manchmal gesehen werden, dass sie nicht nur altmodisch sind oder wenigstens viel besser als ihr Ruf. "Wir möchten neugierig machen auf eine Theaterform, die schon oft totgesagt wurde, deren volles Potenzial die meisten Totengräber aber gar nicht kennen", schreiben Arnbom und Clarke in ihrem Vorwort. Dass die Nazis einen Großteil der Operettenproduktion als "entartet" einstuften, kommt ihrer Argumentation zugute. Dass neben Richard Wagner der silberne Operettenkönig Franz Lehár ein erklärter Lieblingskomponist Hitlers war, weniger. Macht aber nichts, denn Welt der Operette stellt das 'genre maudit' auch in seiner ganzen Widersprüchlichkeit und Gegensätzlichkeit dar und in den verschiedenen Formen und Spielweisen für unterschiedliche Zielgruppen.
Der Band bietet den großen und doch oftmals auch ausführlichen Überblick über die Geschichte der deutschsprachigen Operette in all ihren Facetten. Vom Beginn in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als von der "Liederlichkeit (...) des ganzen Genres" die Rede war und man mit "Besorgnis" auf die neue Musiktheatergattung des jüdischen, deutsch-französischen "sittengefährdenden Komponisten" Jacques Offenbach blickte, dessen Werke "die Negation aller sittlichen und rechtlichen Ordnung" darstellten, über die große Zeit der Wiener Operetten von Franz von Suppé, Johann Strauss (Sohn) und Lehár, die Roaring Twenties, die Zeit der "entarteten" Kunst, die des "heiteren Musiktheaters" in der DDR und die danach bis heute.
Das Buch legt auch dar, dass Operetten bisweilen dicht am Puls ihrer jeweiligen Zeit waren und sich die neuesten technischen Entwicklungen zu Nutze machten, besonders das Radio, die Schallplatte - und den Film. So wird der Leser unter anderem erinnert an Erich von Stroheims Stummfilmversion der Lustigen Witwe (The Merry Widow, 1925), bei deren Pariser Erstaufführung Franz Lehár selbst das Orchester leitete.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Welt der Operette - Glamour, Stars und Showbusiness
Erscheinungsort:
Wien
Erscheinungsdatum:
2011
Seiten:
293
Verlag:
Christian Brandstätter Verlag
ISBN:
978-3-85033-581-2
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