Ein Album voller Leben
344 Seiten dick ist dieses Buch. 86 meist eher kleine Fotos bebildern den Text. Der Anteil der Abbildungen ist also gar nicht allzu groß und doch wirkt diese Biografie ungefähr so, als durchblättere man zusammen mit dem Autor die Fotoalben seines Lebens und als komme er dabei auf jeder Seite ins anekdotische Erzählen, nie zu ausführlich und nie zu lang, bevor weitergeblättert wird.
"War's das? ... Das wird sich noch herausstellen" fragt und sagt am Ende der heute achtzigjährige Wiener Peter Weck, nachdem er Rückschau gehalten hat auf sein Leben. Er hat darin berichtet von seiner Kindheit, von seiner Zeit als Sopransolist bei den Wiener Sängerknaben, von den Luftangriffen auf Wien und den Kriegswirren. Vom Gelächter, das er bei seinen Mitschülern hervorrief, "wenn ich unsere Lehrer - angeblich bravourös - karikierte und exakt in ihren Bewegungen, Eigenheiten oder ihrer Sprache nachahmte". Davon, wie er ermuntert wurde, ans Max-Reinhardt-Seminar zu gehen, wie er zum Schauspielschüler, zum Bühnenschauspieler, zum Film- und Fernsehschauspieler, zum Theaterregisseur, zum Film- und Fernsehregisseur und schließlich zum Intendanten gleich dreier Wiener Häuser wurde.
Er erinnert sich an Produzenten wie Horst Wendlandt und Carl Spiehs, an Regisseure wie Billy Wilder und Otto Preminger, mit dem er The Cardinal / Der Kardinal drehte, und an Kollegen wie Hans Moser, Fritz Eckhardt, Georg Thomalla, an Romy und Magda Schneider, "die ja leider immer dabei war und stets aufgepasst hat". An Klausjürgen Wussow, der früher "einzig und allein aufs Theater ausgerichtet und ein hervorragender Schauspieler" war und als "Professor Brinkmann in der Schwarzwaldklinik verseucht wurde". Später "konnte man nicht mehr den Wussow der damaligen Theaterzeit in ihm erkennen. Ich fand einen von der Regenbogenpresse und vom Schicksal gebeutelten Mann vor, der statt des Drehbuchs nur diverse Boulevardblätter unter dem Arm trug, die über seinen Ehekrieg berichteten."
Besonders schön ersichtlich ist in Peter Wecks Darstellung die Verschränkung von Leben und Werk, wenn seine Filme auf sein Leben zurückzugreifen scheinen oder sein Leben etwas vorwegnimmt, was später in den Filmen wieder auftaucht. So beschreibt er zum Beispiel, wie für ihn der Film Almost Angels / Ein Gruß aus Wien "eine Wiederbegegnung mit der eigenen Vergangenheit" war, da die Filmhandlung um die Wiener Sängerknaben kreiste. Oder wie er schon im Kinderwagen durch den Schönbrunner Schlosspark gefahren wurde, nicht ahnend, dass er Jahrzehnte später in Sissi als habsburgischer Erzherzog Karl Ludwig in diesem Ambiente agieren würde.
So blättert sich Peter Weck durch die Alben seines Lebens und erzählt, grob geschätzt, eine Anekdote pro Film. Man wird den Eindruck nicht los, er könnte noch mehrere solcher Bücher schreiben, ohne sich zu wiederholen. Also, hoffentlich war's das noch nicht.
(Stefan Otto)
"War's das? ... Das wird sich noch herausstellen" fragt und sagt am Ende der heute achtzigjährige Wiener Peter Weck, nachdem er Rückschau gehalten hat auf sein Leben. Er hat darin berichtet von seiner Kindheit, von seiner Zeit als Sopransolist bei den Wiener Sängerknaben, von den Luftangriffen auf Wien und den Kriegswirren. Vom Gelächter, das er bei seinen Mitschülern hervorrief, "wenn ich unsere Lehrer - angeblich bravourös - karikierte und exakt in ihren Bewegungen, Eigenheiten oder ihrer Sprache nachahmte". Davon, wie er ermuntert wurde, ans Max-Reinhardt-Seminar zu gehen, wie er zum Schauspielschüler, zum Bühnenschauspieler, zum Film- und Fernsehschauspieler, zum Theaterregisseur, zum Film- und Fernsehregisseur und schließlich zum Intendanten gleich dreier Wiener Häuser wurde.
Er erinnert sich an Produzenten wie Horst Wendlandt und Carl Spiehs, an Regisseure wie Billy Wilder und Otto Preminger, mit dem er The Cardinal / Der Kardinal drehte, und an Kollegen wie Hans Moser, Fritz Eckhardt, Georg Thomalla, an Romy und Magda Schneider, "die ja leider immer dabei war und stets aufgepasst hat". An Klausjürgen Wussow, der früher "einzig und allein aufs Theater ausgerichtet und ein hervorragender Schauspieler" war und als "Professor Brinkmann in der Schwarzwaldklinik verseucht wurde". Später "konnte man nicht mehr den Wussow der damaligen Theaterzeit in ihm erkennen. Ich fand einen von der Regenbogenpresse und vom Schicksal gebeutelten Mann vor, der statt des Drehbuchs nur diverse Boulevardblätter unter dem Arm trug, die über seinen Ehekrieg berichteten."
Besonders schön ersichtlich ist in Peter Wecks Darstellung die Verschränkung von Leben und Werk, wenn seine Filme auf sein Leben zurückzugreifen scheinen oder sein Leben etwas vorwegnimmt, was später in den Filmen wieder auftaucht. So beschreibt er zum Beispiel, wie für ihn der Film Almost Angels / Ein Gruß aus Wien "eine Wiederbegegnung mit der eigenen Vergangenheit" war, da die Filmhandlung um die Wiener Sängerknaben kreiste. Oder wie er schon im Kinderwagen durch den Schönbrunner Schlosspark gefahren wurde, nicht ahnend, dass er Jahrzehnte später in Sissi als habsburgischer Erzherzog Karl Ludwig in diesem Ambiente agieren würde.
So blättert sich Peter Weck durch die Alben seines Lebens und erzählt, grob geschätzt, eine Anekdote pro Film. Man wird den Eindruck nicht los, er könnte noch mehrere solcher Bücher schreiben, ohne sich zu wiederholen. Also, hoffentlich war's das noch nicht.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
War's das? Erinnerungen
Autor:
Peter Weck
Erscheinungsort:
Wien
Erscheinungsdatum:
2010
Seiten:
344
Verlag:
Amalthea Verlag
ISBN:
978-3-85002-721-2
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