Die Trauti, die Hasi, das Mariandl
"Bist net die Klane von der Frau Haas, die Trauti? Was machst' denn da?" spricht Paul Hörbiger die Wirtstochter an, als sie als Statistin bei Schrammeln (1944) mitwirkt. "Schauspielerin möchte ich werden!'" antwortet das Mädchen. "Da wirst du's nicht!" stellt Hörbiger klar. "Wenn es dir wirklich ernst ist, dann geh' in eine Schauspielschule und lerne den Beruf richtig!" Waltraut Haas befolgt den Rat des erfahrenen Wiener Schauspielers und spielt bereits drei Jahre später die Mariandl in Der Hofrat Geiger - neben Paul Hörbiger, mit dem sie im Lauf ihrer Karriere noch zehn weitere Filme drehen wird.
In melodramatischen Heimatfilmen und eskapistischen Komödien verkörperte sie meistens das Wiener Madl, das kokett daherkommt und ebenso Kumpan beim Pferdestehlen wie erotisches Objekt der Begierde sein kann. Obwohl sie in ihrer österreichischen Heimat weitaus populärer als in Deutschland ist, gehörte sie auch länderübergreifend zu den beliebtesten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Nachkriegsfilms: Waltraut Haas, die zum Beispiel in Hallo Dienstmann (1952) spielte, in Wenn der Vater mit dem Sohne (1955), Lumpazivagabundus (1956), Immer die Radfahrer (1958) und in der Peter-Alexander-Version des Weißen Rössl (1960).
"... hatten doch die Menschen nach Kriegsende eine unendliche Sehnsucht nach heiler Welt, schöner Landschaft und netten, herzlichen Darstellern, die sie für rund eineinhalb Stunden die nackte, raue Realität vergessen ließen", schreibt Beatrice Weinmann in ihrer Biografie Waltraut Haas, die anlässlich des 80. Geburtstags der Schauspielerin erschien. Die Autorin selbst bleibt leider ganz bei dieser Sehnsucht, sie bleibt stehen beziehungsweise stecken in der heilen Welt und schildert das Leben der netten, herzlichen Hasi, der "Prinzessin der Wachau" oder der "österreichischen Doris Day". Weinmann verlässt sich ganz auf die Erinnerungen ihrer Protagonistin, fragt keine Dritten nach den Erinnerungen an sie und hat sich offensichtlich auch Haas' Filme nicht nochmal genauer angeschaut. Reihenweise schildert sie Anekdoten, Patzer bei den Dreharbeiten und Begegnungen mit anderen Promis. Ihre Biografie, die so schön hätte werden können, verharrt im schlagobersleichten Ton und wirkt daher zwar nicht durchweg uninteressant, aber dennoch wie ein buchgewordener Yellow-Press-Artikel incl. Homestory.
(Stefan Otto)
In melodramatischen Heimatfilmen und eskapistischen Komödien verkörperte sie meistens das Wiener Madl, das kokett daherkommt und ebenso Kumpan beim Pferdestehlen wie erotisches Objekt der Begierde sein kann. Obwohl sie in ihrer österreichischen Heimat weitaus populärer als in Deutschland ist, gehörte sie auch länderübergreifend zu den beliebtesten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Nachkriegsfilms: Waltraut Haas, die zum Beispiel in Hallo Dienstmann (1952) spielte, in Wenn der Vater mit dem Sohne (1955), Lumpazivagabundus (1956), Immer die Radfahrer (1958) und in der Peter-Alexander-Version des Weißen Rössl (1960).
"... hatten doch die Menschen nach Kriegsende eine unendliche Sehnsucht nach heiler Welt, schöner Landschaft und netten, herzlichen Darstellern, die sie für rund eineinhalb Stunden die nackte, raue Realität vergessen ließen", schreibt Beatrice Weinmann in ihrer Biografie Waltraut Haas, die anlässlich des 80. Geburtstags der Schauspielerin erschien. Die Autorin selbst bleibt leider ganz bei dieser Sehnsucht, sie bleibt stehen beziehungsweise stecken in der heilen Welt und schildert das Leben der netten, herzlichen Hasi, der "Prinzessin der Wachau" oder der "österreichischen Doris Day". Weinmann verlässt sich ganz auf die Erinnerungen ihrer Protagonistin, fragt keine Dritten nach den Erinnerungen an sie und hat sich offensichtlich auch Haas' Filme nicht nochmal genauer angeschaut. Reihenweise schildert sie Anekdoten, Patzer bei den Dreharbeiten und Begegnungen mit anderen Promis. Ihre Biografie, die so schön hätte werden können, verharrt im schlagobersleichten Ton und wirkt daher zwar nicht durchweg uninteressant, aber dennoch wie ein buchgewordener Yellow-Press-Artikel incl. Homestory.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Waltraut Haas
Autor:
Beatrice Weinmann
Erscheinungsort:
St. Pölten, Salzburg
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
296
Verlag:
Residenz Verlag
ISBN:
978-3-7017-3039-1
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