Auteur im Genre-Kino
Walter Hill (geb. 1942) ist ein "moderner Traditionalist des postklassischen Hollywood-Kinos", schreibt Ivo Ritzer in seiner Dissertation. "Modern vor allem in der Wahl seiner Signifikanten, in seinem Wissen um die Geschichtlichkeit des Mediums, traditionell vor allem in der Lust am Spiel mit klassischen Genres, in der Freude am Erfinden von interessanten Geschichten. Er glaubt nicht an die neue Erzählung, sondern an das neu zu Erzählende. Er blickt nach hinten und nach vorne zugleich. Moderner Traditionalismus heißt bei ihm, dass der Blick offen ist für die Tradition, für die Repetition, auch für die Imitation, aber unter der Prämisse, Bescheid zu wissen über das eigene Tun, die eigenen Mittel, die eigene Historizität."
Ritzer sieht Hill, der seit 1975 dreht, damit als Bindeglied zwischen Regisseuren wie Don Siegel, Sam Fuller, Peckinpah und dem Blockbuster-Kino von John McTiernan, James Cameron und Renny Harlin. In Walter Hill - Welt in Flammen analysiert er Film für Film vom Debüt Hard Times (Ein stahlharter Mann) bis hin zum TV-Zweiteiler Broken Trail von 2006. (Hills Gangsterfilm Madso's War ist zwar abgedreht, aber noch in der Postproduktion.) Die Passage durch 25 Filme führt dabei vom Boxfilm, Gefängnisfilm und Road Movie über den Kriminalfilm und die Komödie bis zum Western. Neben der Lust an stilisierten Bildkompositionen weist er Hill dabei besonders einen reflektierten Zugriff auf alle Genre-Formen nach und kommt zu dem Ergebnis, alle Arbeiten von Hill zeichneten sich durch eine besondere Handschrift, einen spezifischen Stil sowie eine eigene Sicht auf die Welt und das Kino aus. "Immer wieder hat er den gleichen Film gedreht", so Ritzer, "und dennoch stets neue Nuancen ins Spiel gebracht. Er ist ein klassischer Auteur in einem postklassischen Hollywood." Seine Themen seien Ethnizität, Regionalität, Heimat, Familie, Männer- und Frauenbilder, Gewalt und Mythen und seine Filme Modifikationen bereits erzählter Stoffe, doch Hill verknüpfe Autoren- und Genre-Kino dialektisch miteinander, indem er seine persönlichen Themen mit den Strukturen der Genres verschmelze.
(Stefan Otto)
Ritzer sieht Hill, der seit 1975 dreht, damit als Bindeglied zwischen Regisseuren wie Don Siegel, Sam Fuller, Peckinpah und dem Blockbuster-Kino von John McTiernan, James Cameron und Renny Harlin. In Walter Hill - Welt in Flammen analysiert er Film für Film vom Debüt Hard Times (Ein stahlharter Mann) bis hin zum TV-Zweiteiler Broken Trail von 2006. (Hills Gangsterfilm Madso's War ist zwar abgedreht, aber noch in der Postproduktion.) Die Passage durch 25 Filme führt dabei vom Boxfilm, Gefängnisfilm und Road Movie über den Kriminalfilm und die Komödie bis zum Western. Neben der Lust an stilisierten Bildkompositionen weist er Hill dabei besonders einen reflektierten Zugriff auf alle Genre-Formen nach und kommt zu dem Ergebnis, alle Arbeiten von Hill zeichneten sich durch eine besondere Handschrift, einen spezifischen Stil sowie eine eigene Sicht auf die Welt und das Kino aus. "Immer wieder hat er den gleichen Film gedreht", so Ritzer, "und dennoch stets neue Nuancen ins Spiel gebracht. Er ist ein klassischer Auteur in einem postklassischen Hollywood." Seine Themen seien Ethnizität, Regionalität, Heimat, Familie, Männer- und Frauenbilder, Gewalt und Mythen und seine Filme Modifikationen bereits erzählter Stoffe, doch Hill verknüpfe Autoren- und Genre-Kino dialektisch miteinander, indem er seine persönlichen Themen mit den Strukturen der Genres verschmelze.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Walter Hill - Welt in Flammen
Autor:
Ivo Ritzer
Erscheinungsort:
Berlin
Seiten:
288
Verlag:
Bertz + Fischer
ISBN:
978-3-86505-307-7
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