Ein Kind des Jahrhunderts
Dieses Buch gab's schon einmal. Es erschien erstmals 1989 in einer Ausgabe des Wolke Verlags. Es enthält acht Hechtsche Texte, wovon die meisten Hechts 1954 erschienener Autobiografie A Child of the Century und die übrigen den Erzählbänden 1001 Afternoons in Chicago (1922) und The Collected Stories (1943) entstammen.
Ben Hecht (1894 - 1964) war vielschreibender Journalist, Short-Story-, Bühnen-, Roman- und Drehbuchautor unter anderem von Scarface / Narbengesicht (1932), Design for Living / Serenade zu dritt (1933) und Notorious / Berüchtigt (1946). Helga Herborth, die die Texte für Von Chicago nach Hollywood - Erinnerungen an den amerikanischen Traum zusammenstellte und übersetzte, nennt Hecht in ihrem Nachwort den "berühmtesten Drehbuchautor des amerikanischen Kinos, von dem man am wenigsten weiß. (...) Insgesamt waren es sechzig Filme, zu denen er die Ideen, Plots und Dialoge lieferte; an mehr als fünfzig Hollywood-Produktionen wirkte er außerdem mit, ohne dass sein Name auf der Leinwand erschienen wäre."
In Abschied, einem der Texte in dem Band, beschreibt Hecht, wie er mit David O. Selznick "im Morgengrauen durch die verlassenen Straßen Hollywoods wanderte". Hollywood sei wie Ägypten, hört er den Großproduzenten sagen, "voller zerbröckelnder Pyramiden. Es wird nie wieder auferstehen. Es wird immer weiter verfallen, bis schließlich ein Sturm aufkommt und die letzte Studiokulisse über den Sand weht." Schließlich sagt Hecht "Adieu" nicht zu Selznick, aber zu "Madam Hollywood, in ihrem roten Flittergewand, den blaulila geschminkten Wangen, dem rau gewordenen Lachen, dem strohfarbenen Haar, den verschrumpelten Fingern, an denen Edelsteine wucherten (...), der Hure (...) mit ihren welken Brüsten, ihrer Haut wie Schmirgelpapier, ihrem Geruch nach Bahnhofspissoir und ihrem toten Arsch, den sie im Mondlicht schwenkte."
(Stefan Otto)
Ben Hecht (1894 - 1964) war vielschreibender Journalist, Short-Story-, Bühnen-, Roman- und Drehbuchautor unter anderem von Scarface / Narbengesicht (1932), Design for Living / Serenade zu dritt (1933) und Notorious / Berüchtigt (1946). Helga Herborth, die die Texte für Von Chicago nach Hollywood - Erinnerungen an den amerikanischen Traum zusammenstellte und übersetzte, nennt Hecht in ihrem Nachwort den "berühmtesten Drehbuchautor des amerikanischen Kinos, von dem man am wenigsten weiß. (...) Insgesamt waren es sechzig Filme, zu denen er die Ideen, Plots und Dialoge lieferte; an mehr als fünfzig Hollywood-Produktionen wirkte er außerdem mit, ohne dass sein Name auf der Leinwand erschienen wäre."
In Abschied, einem der Texte in dem Band, beschreibt Hecht, wie er mit David O. Selznick "im Morgengrauen durch die verlassenen Straßen Hollywoods wanderte". Hollywood sei wie Ägypten, hört er den Großproduzenten sagen, "voller zerbröckelnder Pyramiden. Es wird nie wieder auferstehen. Es wird immer weiter verfallen, bis schließlich ein Sturm aufkommt und die letzte Studiokulisse über den Sand weht." Schließlich sagt Hecht "Adieu" nicht zu Selznick, aber zu "Madam Hollywood, in ihrem roten Flittergewand, den blaulila geschminkten Wangen, dem rau gewordenen Lachen, dem strohfarbenen Haar, den verschrumpelten Fingern, an denen Edelsteine wucherten (...), der Hure (...) mit ihren welken Brüsten, ihrer Haut wie Schmirgelpapier, ihrem Geruch nach Bahnhofspissoir und ihrem toten Arsch, den sie im Mondlicht schwenkte."
(Stefan Otto)
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