Vom Augusterlebnis zur UFA-Gründung. Der deutsche Film im 1. Weltkrieg
Kinostart:
05.08.2004
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Filmförderung durch Krieg und Kaiser
Wolfgang Mühl-Benninghaus, Professor für Theorie und Geschichte des Films an der Berliner Humboldt-Universität, legt die erste ausführliche Geschichte des deutschen Films während des Ersten Weltkrieges vor. Ausgangspunkt seiner Darstellung sind die von der deutschen Generalität im August 1914 ergriffenen Maßnahmen zur thematischen und institutionellen Begrenzung des jungen Mediums. Im Verlauf der Kriegshandlungen kam es zu einer Neubewertung und einer damit verbundenen Förderung des Films durch hohe Repräsentanten des wilhelminischen Kaiserreichs, wodurch die deutsche Filmbranche bis Kriegsende zur bedeutendsten in Europa wurde. Schon ab Oktober 1914 sind erste Versuche zu erkennen, Filme zu propagandistischen Zwecken einzusetzen. Zugleich wurden die Bemühungen intensiviert, Film als Kommunikator deutscher Kultur und Vermittler von Bildungsinhalten zu nutzen. Die nun deutlichen Möglichkeiten, im Sinne der herrschenden Vorstellungen verwendbar zu sein, führten in der öffentlichen Meinung zu einem Umdenken von der Ablehnung des Films, der in bildungsbürgerlichen Kreisen zunächst als Ausdruck von Unkultur und Vermassung angesehen wurde, hin zu einer Instrumentalisierung des Mediums im Sinne dominanter Kulturauffassungen.
Mühl-Benninghaus’ unbebilderte, chronologisch angelegte Monografie versucht all jene Gründe aufzuzeigen, die zur Neu- bzw. Umbewertung des Mediums in der Öffentlichkeit führten. Ausgangspunkt der fundierten historischen Analyse bilden die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Prozesse sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, die für den Film in jener Zeit relevant waren. Durch die Auswertung vielfältiger Dokumente und die Berücksichtigung unterschiedlicher Facetten der Filmgeschichte wird hier erstmalig innerhalb der filmwissenschaftlichen Literatur der Versuch unternommen, die differenzierten Aspekte des zeitgenössischen Propagandabegriffs herauszuarbeiten und sie den Absichten der Handelnden zuzuordnen. Mühl-Benninghaus schildert unter anderem die Reaktionen der Filmbranche auf den Kriegsausbruch, die Diskussionen um das Konzessionsgesetz und verdeutlicht, dass unter anderem die Entstehung der Ufa und des Filmstandortes München das Ergebnis des geschilderten Paradigmenwechsels waren. Vom Augusterlebnis zur Ufa-Gründung führt in zahlreichen Fragen zu einer Revision bestehender filmhistorischer und filmwissenschaftlicher Auffassungen.
Mühl-Benninghaus’ unbebilderte, chronologisch angelegte Monografie versucht all jene Gründe aufzuzeigen, die zur Neu- bzw. Umbewertung des Mediums in der Öffentlichkeit führten. Ausgangspunkt der fundierten historischen Analyse bilden die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Prozesse sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, die für den Film in jener Zeit relevant waren. Durch die Auswertung vielfältiger Dokumente und die Berücksichtigung unterschiedlicher Facetten der Filmgeschichte wird hier erstmalig innerhalb der filmwissenschaftlichen Literatur der Versuch unternommen, die differenzierten Aspekte des zeitgenössischen Propagandabegriffs herauszuarbeiten und sie den Absichten der Handelnden zuzuordnen. Mühl-Benninghaus schildert unter anderem die Reaktionen der Filmbranche auf den Kriegsausbruch, die Diskussionen um das Konzessionsgesetz und verdeutlicht, dass unter anderem die Entstehung der Ufa und des Filmstandortes München das Ergebnis des geschilderten Paradigmenwechsels waren. Vom Augusterlebnis zur Ufa-Gründung führt in zahlreichen Fragen zu einer Revision bestehender filmhistorischer und filmwissenschaftlicher Auffassungen.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Vom Augusterlebnis zur UFA-Gründung. Der deutsche Film im 1. Weltkrieg
Autor:
Wolfgang Mühl-Benninghaus
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
359
Verlag:
Avinus Verlag
ISBN:
3-930064-15-4
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