Opulent
Das Adjektiv "opulent" kommt einem bei so großen, dicken und reich bebilderten Büchern wie diesem schnell in den Sinn. Es fällt einem aber auch schon unmittelbar zu einigen der Filme ein, um die es in diesem Buch geht. Ab Mitte der fünfziger Jahre, ab Senso / Sehnsucht nämlich, zeichnet sich die Mehrheit der Filme von Luchino Visconti durch das Merkmal der Opulenz aus. Man denke zum Beispiel an Il Gattopardo / Der Leopard (1963) und an Ludwig / Ludwig II. (1972). Daher passt das schwergewichtige und 23 x 34cm große Buch namens Visconti - Schriften, Filme, Stars und Stills so gut zu seinem Gegenstand, zum Leben und Werk des Theater-, Opern- und Filmregisseurs Visconti (1906-1976), der einem Mailänder Fürstengeschlecht entstammte, Marxist war und gerne "Il Conte", der Graf, genannt wurde. Die annähernd 200 Duotone- und Farbtafeln wirken im Buch groß wie Kinoleinwände, auch wenn sie in Wirklichkeit kleiner als Fernsehbildschirme sind.
Visconti ist also eine Augenweide zum Eintauchen in die Welt des Regisseurs. Es enthält aber auch, und nicht nur nebenbei, Auszüge aus Viscontis Tagebüchern, aus seinen autobiografischen Schriften, aus programmatischen Texten zur Ästhetik von Film und Theater sowie aus Interviews mit ihm. Visconti erzählt von seiner Kindheit und Jugend, berichtet von seinen Anfängen am Theater und von seiner Begegnung mit Jean Renoir. Er äußert sich über Anton Tschechow, Arthur Miller, Maria Callas und über einige seiner Filme, vom Debüt Ossessione / Ossessione ... Von Liebe besessen (1943) bis zu seinem nicht mehr realisierten Projekt der Verfilmung von Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Ein Kapitel über wichtige Schauspieler, mit denen er arbeitete, und eine recht ausführliche Jahr-für-Jahr-Biografie, die sein Werk vor dem Hintergrund seiner Familien- und der Zeitgeschichte darstellt, vervollständigen das große Buch, das in seiner Opulenz selbst ein Requisit in einem fiktiven Visconti-Film sein könnte.
(Stefan Otto)
Visconti ist also eine Augenweide zum Eintauchen in die Welt des Regisseurs. Es enthält aber auch, und nicht nur nebenbei, Auszüge aus Viscontis Tagebüchern, aus seinen autobiografischen Schriften, aus programmatischen Texten zur Ästhetik von Film und Theater sowie aus Interviews mit ihm. Visconti erzählt von seiner Kindheit und Jugend, berichtet von seinen Anfängen am Theater und von seiner Begegnung mit Jean Renoir. Er äußert sich über Anton Tschechow, Arthur Miller, Maria Callas und über einige seiner Filme, vom Debüt Ossessione / Ossessione ... Von Liebe besessen (1943) bis zu seinem nicht mehr realisierten Projekt der Verfilmung von Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Ein Kapitel über wichtige Schauspieler, mit denen er arbeitete, und eine recht ausführliche Jahr-für-Jahr-Biografie, die sein Werk vor dem Hintergrund seiner Familien- und der Zeitgeschichte darstellt, vervollständigen das große Buch, das in seiner Opulenz selbst ein Requisit in einem fiktiven Visconti-Film sein könnte.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Visconti - Schriften, Filme, Stars und Stills
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
317
Verlag:
Schirmer/Mosel
ISBN:
978-3-8296-0236-5
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