Traveling Shots - Film als Kaleidoskop von Reiseerfahrungen
Kinostart:
19.02.2007
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Step Across the Border
Traveling Shots handelt kaleidoskopisch vom Unterwegssein. Vom Reisen aus Abenteuerlust, aus reiner Neugier, zu Forschungszwecken, um einfach abzuhauen oder heraus aus der Notwendigkeit zu emigrieren, gezwungenermaßen oder aus purer Verzweiflung.
Vierzehn Beiträge enthält der für Bertz + Fischer-Verhältnisse eher dünne Band. Vier davon wurden eigens für diese Veröffentlichung verfasst, die anderen zehn basieren auf Vorträgen, die 2006 auf dem elften "Bremer Symposium zum Film" gehalten wurden. Sie alle sind vier Aspekten untergeordnet, die aus den vielfältigen Beziehungen zwischen Film und Reisen herausgegriffen werden: Frühes Kino - Filmemacher auf Reisen - Road Movies - Migration und Globalisierung.
Im ersten Kapitel spürt der Chicagoer Professor Tom Gunning dem Reiz der "ursprünglichen Abbildung von Bewegung" und der Beziehung zwischen Lokomotive und Bild nach. Die Filmwissenschaftlerin Heide Schlüpmann widmet sich Filmen der zehner Jahre, die von umherziehenden Leuten erzählen. Annette Deeken beschreibt die Ästhetik früher Reisefilme.
Im Abschnitt "Filmemacher auf Reisen" befasst Irmbert Schenk sich mit Grass, a Nation's Battle for Life von den späteren King Kong-Machern Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack. Werner Penzel gibt ein Interview und Winfried Pauleit unternimmt eine Passage durch verschiedene Texte, besonders von Roland Barthes und Walter Benjamin, und schlüsselt Chris Markers Foto-Film La Jetée nach mehreren Gesichtspunkten auf.
Im Road-Movie-Kapitel geht es um amerikanische "New Hollywood Road Movies", besonders um Two-Lane Blacktop, um französische Filme, in denen es ums Abhauen geht, und um Wenders' Road Movies Alice in den Städten, Im Lauf der Zeit und Bis ans Ende der Welt.
Im letzten Teil des Buches schreibt Alastair Phillips über französische Schauspieler wie Maurice Chevalier und Charles Boyer, die in Hollywood ihr Glück versuchten. Der Filmhistoriker Juan Francisco Cerón beschäftigt sich mit Juan Antonio Bardems Film La Veganza. Marie-Hélène Gutberlet befasst mit dem afrikanischen Kino, afrikanischen Filmemachern, ihrer Migration ins europäische Ausland und der Darstellung von Migration in afrikanischen Filmen. Die Filmemacherin Dorothee Wenner schließlich nimmt die Leser mit nach Südkorea, Indien und Nigeria, wo sie unterwegs ist, um als Sonderbeauftragte der Berlinale neue Filme aufzuspüren.
Insgesamt ergibt sich ein ziemliches Sammelsurium, tatsächlich ein Kaleidoskop vieler Farben, Formen und Muster. Kann sein, dass es besser gewesen wäre, sich auf eines der vier großen Kapitelthemen zu konzentrieren. So ist nun jedenfalls ein Buch daraus geworden, in dem alle Beiträge zusammen eigentlich keine sinnvolle durchgehende Lektüre erlauben, jeder Beitrag für sich genommen jedoch eindrücklich und anregend ist.
(Stefan Otto)
Vierzehn Beiträge enthält der für Bertz + Fischer-Verhältnisse eher dünne Band. Vier davon wurden eigens für diese Veröffentlichung verfasst, die anderen zehn basieren auf Vorträgen, die 2006 auf dem elften "Bremer Symposium zum Film" gehalten wurden. Sie alle sind vier Aspekten untergeordnet, die aus den vielfältigen Beziehungen zwischen Film und Reisen herausgegriffen werden: Frühes Kino - Filmemacher auf Reisen - Road Movies - Migration und Globalisierung.
Im ersten Kapitel spürt der Chicagoer Professor Tom Gunning dem Reiz der "ursprünglichen Abbildung von Bewegung" und der Beziehung zwischen Lokomotive und Bild nach. Die Filmwissenschaftlerin Heide Schlüpmann widmet sich Filmen der zehner Jahre, die von umherziehenden Leuten erzählen. Annette Deeken beschreibt die Ästhetik früher Reisefilme.
Im Abschnitt "Filmemacher auf Reisen" befasst Irmbert Schenk sich mit Grass, a Nation's Battle for Life von den späteren King Kong-Machern Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack. Werner Penzel gibt ein Interview und Winfried Pauleit unternimmt eine Passage durch verschiedene Texte, besonders von Roland Barthes und Walter Benjamin, und schlüsselt Chris Markers Foto-Film La Jetée nach mehreren Gesichtspunkten auf.
Im Road-Movie-Kapitel geht es um amerikanische "New Hollywood Road Movies", besonders um Two-Lane Blacktop, um französische Filme, in denen es ums Abhauen geht, und um Wenders' Road Movies Alice in den Städten, Im Lauf der Zeit und Bis ans Ende der Welt.
Im letzten Teil des Buches schreibt Alastair Phillips über französische Schauspieler wie Maurice Chevalier und Charles Boyer, die in Hollywood ihr Glück versuchten. Der Filmhistoriker Juan Francisco Cerón beschäftigt sich mit Juan Antonio Bardems Film La Veganza. Marie-Hélène Gutberlet befasst mit dem afrikanischen Kino, afrikanischen Filmemachern, ihrer Migration ins europäische Ausland und der Darstellung von Migration in afrikanischen Filmen. Die Filmemacherin Dorothee Wenner schließlich nimmt die Leser mit nach Südkorea, Indien und Nigeria, wo sie unterwegs ist, um als Sonderbeauftragte der Berlinale neue Filme aufzuspüren.
Insgesamt ergibt sich ein ziemliches Sammelsurium, tatsächlich ein Kaleidoskop vieler Farben, Formen und Muster. Kann sein, dass es besser gewesen wäre, sich auf eines der vier großen Kapitelthemen zu konzentrieren. So ist nun jedenfalls ein Buch daraus geworden, in dem alle Beiträge zusammen eigentlich keine sinnvolle durchgehende Lektüre erlauben, jeder Beitrag für sich genommen jedoch eindrücklich und anregend ist.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Traveling Shots - Film als Kaleidoskop von Reiseerfahrungen
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
191
Verlag:
Bertz + Fischer
ISBN:
978-3-86505-172-1
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