Therese Giehse - Na, dann wollen wir den Herrschaften mal was bieten!
Kinostart:
29.04.2008
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Der alleinige Mensch
"Sie verband die Tradition eines süddeutschen Volkstheaters mit einer unglaublich hohen künstlerischen Intelligenz", so Regisseur Peter Stein (Klassen Feind). "Diese Mischung aus Primitivem und Bodenständigem mit einem hoch entwickelten Verstand und einer hoch entwickelten Sensibilität hat eine Ethik des schauspielerischen Verhaltens hervorgebracht, die bis heute vorbildlich ist." Ihre Welt sei die Bühne und werde es immer bleiben, heißt es in der vorliegenden Biografie über die Giehse. "Sie hat gedreht, weil sie natürlich weiß, dass ein gewisser Bekanntheitsgrad nur durch den Film zu erreichen ist; wo jahrelange Theaterarbeit erforderlich ist, reicht oft ein einziger Film, um dem Publikum ein Gesicht vertraut zu machen."
So beruht der Ruhm von Therese Giehse (1898-1975) vor allem auf ihrer Bühnenpräsenz und ihrer intensiven Gestaltung von Hauptrollen in Stücken von Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt und Marieluise Fleißer. Doch bereits ab 1928 stand sie auch immer wieder vor der Kamera. In Max Ophüls' Die verkaufte Braut zum Beispiel, in Julien Duviviers Anna Karenina, in Kinder, Mütter und ein General, im 1958er Remake von Mädchen in Uniform, in Sturm im Wasserglas, in Louis Malles Filmen Lacombe Lucien und Black Moon und als Tscharlies Oma Anna Häusler in Helmut Dietls Münchner Geschichten.
Renate Schmidt (nicht die ehemalige Bundesministerin, sondern die Schauspielerin, die in Nebenrollen unter anderem in Die zweite Heimat und Il Casanova di Federico Fellini zu sehen war und das Stück Therese Giehse-H. german actress schrieb und spielte) rekapituliert das Leben und die Arbeit der legendären Münchner Schauspielerin anhand von Selbstzeugnissen. Sie geht die Tagebücher und die Terminkalender der Giehse quasi Jahr für Jahr durch und erzählt und zitiert daraus sowie aus Theaterkritiken und Programmzetteln. Das führt zu einer unüberschaubaren Aufzählung von Daten, Namen und Orten, zu einer zerrissenen Struktur. Therese Giehses Leben und ihre vielen Rollen sind damit ausführlich und auch durchaus lesenswert beschrieben. Die Reflexion darüber kommt leider etwas zu kurz. Die vorhandenen Ansätze zu einer tiefer gehenden Analyse brechen stets bald ab, um dem nächsten Tagesereignis aus Giehses randvollem Terminkalender Raum zu geben.
(Stefan Otto)
Anmerkung der Redaktion: Derzeit darf das Buch von Renate Schmidt laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts München 1 nicht mehr vertrieben werden. Hintergrund der Verfügung ist die in dem Buch aufgestellte Behauptung, der Schauspieler Robert Graf (Vater des Regisseurs Dominik Graf) habe Selbstmord begangen. Tatsächlich ist Robert Graf an Krebs gestorben.
Geklagt hatte die Witwe Robert Grafs, Selma Urfer-Graf unter Hinweis auf den "postmortalen Persönlichkeitsschutz".
(Quelle: www.buchmarkt.de)
So beruht der Ruhm von Therese Giehse (1898-1975) vor allem auf ihrer Bühnenpräsenz und ihrer intensiven Gestaltung von Hauptrollen in Stücken von Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt und Marieluise Fleißer. Doch bereits ab 1928 stand sie auch immer wieder vor der Kamera. In Max Ophüls' Die verkaufte Braut zum Beispiel, in Julien Duviviers Anna Karenina, in Kinder, Mütter und ein General, im 1958er Remake von Mädchen in Uniform, in Sturm im Wasserglas, in Louis Malles Filmen Lacombe Lucien und Black Moon und als Tscharlies Oma Anna Häusler in Helmut Dietls Münchner Geschichten.
Renate Schmidt (nicht die ehemalige Bundesministerin, sondern die Schauspielerin, die in Nebenrollen unter anderem in Die zweite Heimat und Il Casanova di Federico Fellini zu sehen war und das Stück Therese Giehse-H. german actress schrieb und spielte) rekapituliert das Leben und die Arbeit der legendären Münchner Schauspielerin anhand von Selbstzeugnissen. Sie geht die Tagebücher und die Terminkalender der Giehse quasi Jahr für Jahr durch und erzählt und zitiert daraus sowie aus Theaterkritiken und Programmzetteln. Das führt zu einer unüberschaubaren Aufzählung von Daten, Namen und Orten, zu einer zerrissenen Struktur. Therese Giehses Leben und ihre vielen Rollen sind damit ausführlich und auch durchaus lesenswert beschrieben. Die Reflexion darüber kommt leider etwas zu kurz. Die vorhandenen Ansätze zu einer tiefer gehenden Analyse brechen stets bald ab, um dem nächsten Tagesereignis aus Giehses randvollem Terminkalender Raum zu geben.
(Stefan Otto)
Anmerkung der Redaktion: Derzeit darf das Buch von Renate Schmidt laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts München 1 nicht mehr vertrieben werden. Hintergrund der Verfügung ist die in dem Buch aufgestellte Behauptung, der Schauspieler Robert Graf (Vater des Regisseurs Dominik Graf) habe Selbstmord begangen. Tatsächlich ist Robert Graf an Krebs gestorben.
Geklagt hatte die Witwe Robert Grafs, Selma Urfer-Graf unter Hinweis auf den "postmortalen Persönlichkeitsschutz".
(Quelle: www.buchmarkt.de)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Therese Giehse - Na, dann wollen wir den Herrschaften mal was bieten!
Autor:
Renate Schmidt
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
400
Verlag:
Langen Müller
ISBN:
978-3-7844-3140-6
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